Afghanistan entwickelt sich von einem Randmarkt zu einem Treiber des südlichen Getreidekorridors Kasachstans und ist laut ZOL.ru bereits der mit Abstand größte Käufer kasachischen Weizenmehls. Der Staat subventioniert die Transportkosten für Mehlexporte nach Afghanistan mit 16.338 Tenge je Tonne, die Lieferungen stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 57 %. Um den afghanischen Markt konkurriert Kasachstan hart mit Usbekistan.
Thailands Erzeugerpreisindex ist im August 2026 um 9,1 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen, wie das Amt für Handelspolitik und -strategie (TPSO) mitteilte. Amtsleiter Nanthaphong Chiralertphong führte den Anstieg auf höhere Energie- und Rohstoffkosten zurück. Der Wert deutet auf Kostendruck hin, nicht auf anziehende Endnachfrage.
Anfang September lagerten in Italien noch knapp 200.000 Tonnen Olivenöl, davon rund 88.000 Tonnen natives Olivenöl extra. Der durchschnittliche Erzeugerpreis fiel im Juli auf 5,12 Euro je Kilogramm und lag damit 46,7 Prozent unter dem Vorjahr, während Italia Olivicola die neue Ernte auf 260.000 bis 280.000 Tonnen taxiert.
Der peruanische Exporteur Prive bezeichnet El Niño als entscheidenden Faktor der Saison: Mandarinen mussten grüner als üblich verschifft werden, die Kampagne endete rund 15 Tage verspätet. Knoblauch notiert bei 2,30 bis 2,50 US-Dollar nach 3,50 bis 3,60 im Vorjahr, Grund sind Überproduktion in Chile und Argentinien sowie größere Anbauflächen in Mexiko. Avocado, Mango und Trauben starten ab Ende Oktober.
Die Verordnung (EU) 2026/1739 reserviert das Wort "meat" und 31 weitere Begriffe – von beef und chicken bis ribeye, T-bone und bacon – ab dem 19. August 2029 auf allen Vermarktungsstufen für Fleisch und Fleischerzeugnisse. Die Vorgaben gelten auch für Waren, die in die Union eingeführt werden; Restbestände dürfen längstens bis zum 19. August 2032 abverkauft werden. Vietnamesische Exporteure veganer und pflanzlicher Lebensmittel sollen Namen, Verpackungen und Marketingmaterial frühzeitig überprüfen.
Eine neue Coface-Analyse, über die Il Sole 24 Ore berichtet, erwartet bis 2035 strukturelle Angebotsdefizite bei Kupfer, Nickel und Aluminium, weil die Elektrifizierung die Nachfrage schneller treibt als Bergbau- und Verhüttungskapazitäten wachsen. Bei Kupfer könnte die Lücke 1,5 bis 6,5 Millionen Tonnen betragen, bei raffiniertem Nickel rund 6,5 Millionen Tonnen. Coface rechnet mit nahezu einer Verdopplung der Kupfer- und Nickelpreise.
Südafrikas Agrarexporte erreichten im zweiten Quartal 2026 4,1 Milliarden US-Dollar, im ersten Halbjahr insgesamt 7,8 Milliarden US-Dollar und damit 11% mehr als 2025. Afrika nahm rund 40% der Lieferungen ab, die Ausfuhren in die USA stiegen gegenüber dem Vorquartal um 56%, nachdem der Zoll von 30% auf 12,5% gesenkt wurde. Rindfleischexporte bleiben wegen der Maul- und Klauenseuche eingeschränkt.
Das algerische Getreideamt OAIC hat eine internationale Ausschreibung über nominal 50.000 Tonnen Mahlweizen flexibler Herkunft eröffnet. Seit Anfang 2026 importierte das Land bereits rund 3 Millionen Tonnen Weichweizen, da die heimische Erzeugung stärker auf Hartweizen ausgerichtet ist.
Cargill steckt mehr als 2 Milliarden Baht (60 Millionen US-Dollar) in sein Netzwerk für verarbeitetes Geflügel in Thailand, darunter eine neue automatisierte Linie für gegartes Hähnchen in der Provinz Saraburi, die 2028 fertig sein soll. Produktion und Export aus Thailand sollen auf rund 160.000 Tonnen jährlich steigen und etwa 25 Milliarden Baht Exportwert pro Jahr erbringen. Ein separates Getreidesilo mit 30.000 Tonnen Kapazität in der Provinz Nakhon Ratchasima soll im Dezember 2026 fertiggestellt werden.
Onet.pl berichtet, dass rund 450.000 polnische Haushalte mit Pellet-Biomassekesseln heizen, während am Markt nur 1,17 Millionen Tonnen Pellets verfügbar sind. Wyborcza.biz beschreibt leere Lager und stark gestiegene Preise und sieht so kurz vor dem Winter keine einfachen Lösungen mehr.
Ghanas Kakao-Regulierungsbehörde hat vorgeschlagen, den an die Bauern gezahlten Preis für die Saison 2026/27 um rund 6 Prozent anzuheben. Die Kakao-Futures legten daraufhin zu, weil Händler Short-Positionen eindeckten und den Angebotsausblick eines der beiden größten Produzenten neu bewerteten.
Weizen, Roggen und die Erzeugerpreise für Mehl sind in Litauen binnen dreieinhalb Jahren um etwa ein Drittel gefallen, Backwaren jedoch deutlich weniger oder gar nicht. Im Einzelhandel sanken die Brotpreise 2026, während Arbeits-, Energie-, Verpackungs- und Vertriebskosten weitere Rückgänge begrenzen.
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Isabella Romano
Leitender Analyst für Lebensmittel- und Getränkemärkte
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