Ghana sichert sich Golf-Abnehmer für Kakaoderivate und treibt Verarbeitung voran
Ghana hat von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien feste Kaufzusagen für Kakaopaste, -butter, -presskuchen und -pulver erhalten, berichtet La Tribune unter Berufung auf die Cocoa Marketing Company. Der zweitgrößte Produzent der Welt setzt auf höherwertige Verarbeitung, obwohl seine Mühlen bei einer Kapazität von 505.000 Tonnen nur zu 50% ausgelastet sind.
Ghana sichert sich Golf-Abnehmer für Kakaoderivate
Ghana hat von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien feste Kaufzusagen für mehrere Kakaoderivate erhalten – Paste, Butter, Presskuchen und Pulver. Das berichtet La Tribune unter Berufung auf eine Anfang Juli auf der Website der Cocoa Marketing Company (CMC) veröffentlichte Mitteilung. Für den weltweit zweitgrößten Kakaoproduzenten eröffnet dies neue Absatzperspektiven in Märkten mit anhaltend starker Nachfrage nach Süßwaren.
Die Golfregion ist ein schnell wachsender Absatzmarkt. Unter Berufung auf Daten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) berichtet La Tribune, dass die VAE 2025 Schokolade und Produkte auf Kakaobasis im Wert von 821 Millionen Dollar (rund 720 Millionen Euro) importierten, überwiegend aus der Europäischen Union. Das war ein Anstieg von knapp 25% gegenüber 663 Millionen Dollar (rund 580 Millionen Euro) im Vorjahr.
Verarbeitungskapazität unausgelastet
Der Vorstoß fällt in eine Zeit, in der Ghanas Mahlindustrie deutlich unter ihrem Potenzial arbeitet. Laut USDA liegt die installierte Mahlkapazität bei rund 505.000 Tonnen, doch die Werke laufen nur mit 50% dieses Niveaus, berichtet La Tribune. Chronische Schwierigkeiten bei der Bohnenversorgung lassen einen Großteil der Industriebasis brachliegen.
Trotz der Versorgungsengpässe ist die Verarbeitung stark gewachsen, gestützt auf die weltweite Schokoladennachfrage und höhere internationale Preise. Laut einem im April veröffentlichten Bericht der Ghana Export Promotion Authority (GEPA) trieben Kakaoderivate 2025 das Wachstum der nicht-traditionellen Warenexporte:
- Kakaopaste: 789,3 Millionen Dollar (rund 690 Millionen Euro), plus 70,97% gegenüber 2024
- Kakaobutter: 635,7 Millionen Dollar (rund 556 Millionen Euro), plus 120,18%
- Kakaopulver: 233,8 Millionen Dollar (rund 204 Millionen Euro), plus 112,97%
Wertschöpfung im Land halten
Ziel der Strategie ist es, mehr Wertschöpfung im Land zu halten. Ghana exportiert noch immer mehr als 60% seiner Bohnen in Rohform, wie La Tribune anmerkt. Die Herausforderung wird durch das Nachbarland Côte d'Ivoire verschärft, den weltgrößten Produzenten, der auf stärkerer industrieller Basis jährlich mehr als 700.000 Tonnen Kakao verarbeitet.
Die ghanaischen Behörden haben angekündigt, ab der Saison 2026/2027 mindestens 50% der nationalen Bohnenproduktion in die lokale Verarbeitung zu lenken. Über die Erschließung neuer Märkte hinaus muss das Land laut La Tribune den Zugang zu Rohbohnen erleichtern, Investitionsanreize verbessern, den Rechtsrahmen stabilisieren und die Verbindungen zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Exporteuren stärken.
Gewicht in der Wirtschaft
Kakao ernährt rund 800.000 Bauernfamilien in 10 der 16 Verwaltungsregionen Ghanas. Die gesamten Bohnenexporte – roh und halbverarbeitet – brachten in der Saison 2024/2025 laut La Tribune 3,37 Milliarden Dollar (rund 2,947 Milliarden Euro) ein, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.