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VEZG-Notierung bricht um 15 Cent auf 1,45 Euro je Kilogramm ein, polnische Preise ziehen nach

Die VEZG-Leitnotierung für Schlachtschweine ist am 16. September um 15 Cent auf 1,45 Euro je Kilogramm in der Handelsklasse E gefallen und gilt bis zum 23. September. Die polnischen Spitzenpreise in der Klasse E sanken noch am selben Tag auf 6,30 Zloty je Kilogramm. Erzeuger wehren sich gegen die vollständige Weitergabe, während das geplante polnische Hilfsprogramm für Sauen den Termin 20. September verfehlen dürfte.

VEZG-Notierung bricht um 15 Cent auf 1,45 Euro je Kilogramm ein, polnische Preise ziehen nach

Die deutsche VEZG-Leitnotierung für Schlachtschweine ist am 16. September um 15 Cent auf 1,45 Euro je Kilogramm in der Handelsklasse E gefallen — einer der stärksten Abschläge innerhalb einer Notierungssitzung in diesem Jahr. Die neue Notierung gilt bis zum 23. September, berichtet tygodnik-rolniczy.pl. Die polnischen Preislisten kamen noch am selben Tag in Bewegung.

Angebot läuft der Schlachtnachfrage davon

Die VEZG führt den Abschlag vor allem auf ein steigendes Schweineangebot zurück, das die Nachfrage der Schlachthöfe zunehmend übersteigt. Der Druck ist im Norden Deutschlands am größten, im Süden bleibt die Lage ruhiger, so tygodnik-rolniczy.pl. «Das Schweineangebot wächst, ebenso der Preisdruck auf die Schlachthöfe. Ein deutlicher Preisrückgang ist unvermeidlich», erklärte die Organisation.

Der zweite Faktor ist der Fleischmarkt selbst. In Europa liegen weiterhin große Mengen Schweinefleisch, während die Absatzmöglichkeiten außerhalb der EU begrenzt bleiben. Die Anpassung schlägt damit auf die Lebendpreise durch.

cenyrolnicze.pl verweist auf einen zusätzlichen Auslöser: Tönnies, der größte deutsche Schweinefleischverarbeiter, hatte angekündigt, eine Abkopplung der eigenen Preislisten von der VEZG zu prüfen. Das Portal wertete die Botschaft als Forderung nach einer deutlichen Senkung — andernfalls würde sich der Verarbeiter nicht mehr an den Beschlüssen der Notierungskommission orientieren.

Polen folgt binnen eines Tages

cenyrolnicze.pl rechnete die neue deutsche Notierung in 6,29 Zloty je Kilogramm um und berichtete, dass die höchsten polnischen Klasse-E-Preise unmittelbar nach der Sitzung auf 6,30 Zloty je Kilogramm fielen. Der Ausgangspunkt war bereits niedrig: In der Vorwoche zahlten einzelne Betriebe weniger als 5 Zloty je Kilogramm Lebendgewicht, die Klasse-E-Notierungen lagen bei rund 6,60 bis 6,80 Zloty, so tygodnik-rolniczy.pl.

Die Erzeuger bestreiten das Ausmaß der Weitergabe. Janusz Terka von Solidarność Rolników Indywidualnych in Piotrków Trybunalski argumentiert, der polnische Preis müsse sich nach den Rückgängen der vergangenen Wochen bei etwa 5 Zloty je Kilogramm Lebendgewicht einpendeln, plus/minus 0,10 Zloty, und nicht bei 4,60 Zloty, wie ihn einzelne Käufer für Lieferungen in ganzen Lkw-Partien bereits ankündigten. «Es ist sehr wichtig, den Marktführer in Polen zu erhalten. Meine Herren Vorstände, prüfen Sie morgen, ob Sie die Preise wirklich so radikal senken wollen», sagte er an die Verarbeiter gerichtet, die neue Einkaufspreise festzulegen hatten.

Weitere von tygodnik-rolniczy.pl zitierte Landwirte weisen darauf hin, dass die polnischen Preise auch dann gesenkt wurden, als die deutsche Notierung unverändert blieb — nach ihrer Darstellung drei Wochen in Folge. Ein Erzeuger erklärte, er werde die Produktion einstellen und seinen Restbestand verkaufen müssen, mit einem deutlich negativen Ergebnis. Eine Züchterin verglich die Lage mit einer Gehaltskürzung von 40 bis 60 Prozent und bezeichnete die Neueinstallung als Glücksspiel. Sie warnte zudem, dass eine schrumpfende heimische Produktion Polens Abhängigkeit von importiertem Schweinefleisch erhöhe. Terka stellte dieselbe Frage: Woher kommt das Schweinefleisch in Polen, wenn das Land weniger Schweine hält, als es verbraucht?

EU-Preise im Vergleich zu Brasilien und den USA

cenyrolnicze.pl verglich die Lebendpreise zum 10. September, umgerechnet in Zloty:

  • Spanien — rund 5,89 Zloty je Kilogramm
  • Polen — rund 5,47 Zloty je Kilogramm
  • Deutschland — 5,39 Zloty je Kilogramm
  • Dänemark — 5,38 Zloty je Kilogramm, bei einem Muskelfleischanteil von 60 Prozent
  • Brasilien — 4,85 bis 5,30 Zloty je Kilogramm
  • USA — 5,20 bis 5,40 Zloty je Kilogramm

Der spanische Aufschlag spiegelt die stärkere Abhängigkeit von Ausfuhren in Drittländer wider, doch ein Teil dieser Mengen ist nach den Problemen mit der Afrikanischen Schweinepest noch immer nicht zurückgewonnen, schreibt cenyrolnicze.pl. Die spanischen Exporteure lenken Überschussfleisch in den innergemeinschaftlichen Handel und verhandeln zugleich über die Rückkehr auf verlorene Märkte — gegen starke Konkurrenz aus Brasilien und den USA. Das Portal verweist außerdem darauf, dass mit dem Ende der Sommerhitze das Schlachtangebot in den südlichen EU-Ländern steigt.

Sauenprogramm dürfte den Termin verfehlen

Offen ist auch das polnische Hilfsprogramm für Sauen und Zuchtsauen. Der Entwurf nannte den 20. September als Ende der Antragsfrist, doch zum 17. September gab es keine Bestätigung, dass die Verordnung in Kraft tritt, berichtet cenyrolnicze.pl und schließt daraus, dass das Programm nicht fristgerecht startet. Bei den Preisen erwartet das Portal vorerst ein niedriges Niveau mit einer möglichen Trendwende im Frühjahr.

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