USDA: Rumäniens Hähnchenfleischbranche wächst 2026 um 6 Prozent nach Rückgang 2025
Ein von economica.net zitierter USDA-Bericht erwartet für Rumänien ein Produktionsplus von 6 Prozent bei Hähnchenfleisch im Jahr 2026, über dem EU-Durchschnitt von 3,4 Prozent, sowie weitere 3 Prozent 2027. Getragen wird das Wachstum von starker Inlands- und Exportnachfrage, dem Ausbleiben von HPAI-Ausbrüchen in kommerziellen Betrieben und dem seit dem 3. September 2026 geltenden EU-Einfuhrverbot für brasilianisches Hähnchenfleisch. Laut EU-Kommission liegt der rumänische Erzeugerpreis bei 243,3 Euro je 100 Kilogramm.
USDA erwartet 2026 ein Plus von 6 Prozent in Rumänien
Rumäniens Hähnchenfleischbranche kehrt nach dem Rückgang des Jahres 2025 auf einen Wachstumspfad zurück. Das geht aus einem Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) hervor, den economica.net zitiert. Die heimische Erzeugung könnte 2026 um 6 Prozent zulegen und damit über dem EU-Durchschnitt von 3,4 Prozent liegen, 2027 kämen weitere 3 Prozent hinzu. Grundlage ist eine starke Nachfrage im Inland wie im Export.
Auch der Verbrauch dürfte sich den Schätzungen zufolge in den kommenden zwei Jahren erholen, trotz anhaltend hoher Inflation. Als einen Grund nennt die Analyse, dass in kommerziellen Betrieben keine Ausbrüche der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) festgestellt wurden.
Brasilien-Verbot verändert das EU-Angebot
Auf EU-Ebene stützen eine konstante Inlandsnachfrage und der geringere Wettbewerbsdruck aus Brasilien das Wachstum, nachdem das EU-Einfuhrverbot für brasilianisches Hähnchenfleisch am 3. September 2026 in Kraft getreten ist. Damit fiel die günstigste Importware genau zu dem Zeitpunkt weg, an dem sich der europäische Verbrauch bereits stabilisierte.
Das Wetter wirkte in die Gegenrichtung. Hitzewellen und schwere Dürre in weiten Teilen West- und Mitteleuropas im späten Frühjahr und Sommer 2026 belasteten den Geflügelsektor der EU; Tausende Tiere, vor allem Legehennen, verendeten an der übermäßigen Hitze. Hinzu kamen eine geringere Futterverfügbarkeit und höhere Futterpreise, die die Kosten nach oben trieben.
Polen dominiert die Mengen, der Preisvorsprung schrumpft
Broiler machen 98 Prozent der gesamten Hähnchenerzeugung in der EU aus. Größter Produzent ist Polen mit über 21 Prozent der EU-Produktion; knapp 70 Prozent der polnischen Erzeugung gehen in den Export, davon 44 Prozent in andere EU-Länder und 26 Prozent in Drittstaaten. Nach Schätzungen der Behörden in Warschau wächst die polnische Produktion 2027 um 3,7 Prozent, nach einem Plus von 8 Prozent im Jahr 2026 — möglich wurde das durch die günstigeren Futterkosten 2025 und im ersten Halbjahr 2026.
Die USDA-Analyse verweist auf deutliche Preisunterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. In Deutschland liegen die Preise für Hähnchenfleisch im Schnitt zwei Euro je Kilogramm über dem polnischen Niveau, gegenüber Frankreich beträgt der durchschnittliche Abstand einen Euro je Kilogramm. Das erklärt, warum polnische Lieferungen in andere EU-Staaten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind und teilweise billiges Hähnchenfleisch aus Brasilien ersetzt haben. Die polnischen Preise ziehen inzwischen jedoch an und liegen nahe am rumänischen und spanischen Niveau — ein Hinweis auf die langsame Erosion der polnischen Preiswettbewerbsfähigkeit in der EU.
Rumänische Erzeugerpreise unter dem EU-Schnitt
Nach Daten der Europäischen Kommission für die Woche ab dem 31. August stellten sich die Geflügelfleischpreise ab Hof wie folgt dar:
- Rumänien: 243,3 Euro je 100 Kilogramm, nach einem Anstieg von 4,9 Prozent im Jahresvergleich und einem Rückgang von 1,8 Prozent im vergangenen Monat
- EU-Durchschnitt: 287,4 Euro je 100 Kilogramm, nach einem Rückgang von 4,9 Prozent im Jahresvergleich
- Polen: 169,8 Euro je 100 Kilogramm und damit der günstigste Markt unter den Mitgliedstaaten
- Bulgarien: 198,9 Euro je 100 Kilogramm
- Slowakei: 238,8 Euro je 100 Kilogramm
Diese Konstellation bringt rumänische Erzeuger in eine ungewöhnliche Lage: Die Preise im Inland steigen, während die europäische Referenz fällt, und die Kostenbasis liegt weiterhin unter dem EU-Durchschnitt. Für Verarbeiter und Händler sind in den kommenden Quartalen drei Variablen entscheidend — ob Rumäniens kommerzielle Bestände HPAI-frei bleiben, wie lange das Brasilien-Verbot gilt und ob die Futterkosten die angekündigten polnischen Ausbaupläne weiterhin tragen.