Russische Hähnchen- und Schweinefleischpreise steigen bei knapperem Importangebot
Vom 6. bis 12. Juli stiegen in Russland die Großhandelspreise für Hähnchen- und Schweinefleisch. Hähnchenfilet kostete regional bis zu 450 Rubel je Kilogramm, woraufhin Verarbeiter Änderungen an Rezepturen und Sortimenten vorbereiteten.
Nachfrage treibt russische Großhandelspreise
In der 28. Woche 2026, vom 6. bis 12. Juli, stiegen in Russland die Großhandelspreise für Hähnchen- und Schweinefleisch. Meat Expert berichtete unter Berufung auf Indizes des Nationalen Verbands der Fleischverarbeiter, dass die Nachfrage nach verarbeiteten Fleischwaren zunahm. Höhere Einzelhandelsumsätze führten bei fast allen Positionen der Großhandelskette zu Preissteigerungen.
Die Verarbeiter erhöhten daraufhin ihre Einkäufe. Schlachtreife lebende Schweine, Schweinehälften, Teilstücke und weitere Rohstoffe für die Wurstproduktion verteuerten sich. Damit endete die Phase von Januar bis Juni, die von schwacher Nachfrage und günstigeren Rohstoffen geprägt war.
Hähnchenfilet erreicht Rekordpreis
Nach Angaben von Meat Expert erreichten Hähnchenschlachtkörper in einigen Regionen 275 Rubel je Kilogramm. Teilstücke verteuerten sich schneller, während Filet bei einzelnen Geschäften mit bis zu 450 Rubel je Kilogramm ein historisches Hoch erreichte. Für viele Verarbeiter sei dieses Niveau wirtschaftlich nicht tragbar.
Das begrenzte Angebot verstärkte den Anstieg. Meat Expert führte einen Teil der Entwicklung auf den teilweisen Verzicht auf Hähnchenfiletimporte aus China zurück. Nur zwei zertifizierte Lieferanten dürfen den russischen Markt bedienen. Russische Geflügelbetriebe sind bislang nicht in der Lage, die fehlenden Mengen zu ersetzen.
Für den Zeitraum 13. bis 19. Juli planten Unternehmen eine Überprüfung ihrer Rezepturen. Wo es technisch möglich ist, soll Hähnchen durch Schweinefleisch ersetzt werden. Andernfalls könnten unrentable Produkte aus dem Sortiment fallen. Das stützt die Schweinefleischnachfrage, während der Einkauf teurer Geflügelrohstoffe zurückgeht.
Weltmarkt bringt nur begrenzte Entlastung
Der russische Anstieg folgte auf eine schwächere Woche am Weltmarkt. EMEAT berichtete für die Vorwoche von einem Rückgang der globalen Rindfleischpreise um 0,6%. Gleichzeitig nahmen die Fleischexporte um 14% auf 913.400 Tonnen im Wert von 2,2 Milliarden $ zu. Für russische Käufer sind damit Importzugang, lokales Angebot und Verarbeitungsnachfrage wichtiger als die allgemeine internationale Preisrichtung.
Hinzu kamen Logistikprobleme. Laut Meat Expert stieg die russische Nachfrage nach Kraftstoff um ein Drittel. Dies führte insbesondere in Sibirien und im Fernen Osten zu lokalen Lieferstörungen bei Tierhaltungs- und Fleischverarbeitungsbetrieben. Auch die Bestände an günstiger Tiefkühlware waren aufgebraucht. Für zugelassene Importeure entsteht eine Absatzchance, doch die geringe Zahl chinesischer Anbieter begrenzt den Wettbewerb. Exporteure und Produzenten profitieren von höheren Preisen, während Verarbeiter wegen des Einzelhandelswettbewerbs nur einen Teil der Mehrkosten weitergeben können.