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Paraguay strebt neuen Marktzugang für Fleisch und Milchprodukte in drei Ländern an

Paraguay verhandelt über einen breiteren Zugang für Rindfleisch, Schweinefleisch und Milchprodukte in Taiwan sowie über Rindfleischexporte nach Mexiko und in die Türkei. Senacsa erwartet zudem mehrere ausländische Kontrollen paraguayischer Fleischbetriebe.

Paraguay strebt neuen Marktzugang für Fleisch und Milchprodukte in drei Ländern an

Taiwan-Gespräche umfassen Milchprodukte, Rind- und Schweinefleisch

Paraguays nationale Behörde für Tiergesundheit und -qualität Senacsa bemüht sich um zusätzlichen Exportzugang für Fleisch und Milchprodukte. Die Verhandlungen mit Taiwan, Mexiko und der Türkei befinden sich in unterschiedlichen Stadien. Der Senacsa-Präsident erklärte gegenüber ABC, Paraguay müsse prüfen, welche Milchprodukte innerhalb des für die Branche vorgesehenen Teils der EU-Quote wettbewerbsfähig sind, und zugleich die Chancen in Taiwan ausbauen.

Taiwan nimmt im paraguayischen Fleischhandel bereits eine wichtige Stellung ein. Nach Angaben des Senacsa-Präsidenten dürfte das Land in diesem Jahr zum größten Abnehmer von paraguayischem Schweinefleisch werden; bei Rindfleisch steht es derzeit an vierter Stelle. Die Gespräche über Rind- und Schweinefleisch werden über Vorablistungen und Audits fortgesetzt, obwohl sich die bilateralen Beziehungen in den vergangenen Wochen etwas abgekühlt hätten.

Die Verhandlungen über Milchprodukte laufen seit mehreren Jahren. Taiwanische Behörden verlangen noch die Erfüllung einzelner Auflagen, doch Senacsa meldet Fortschritte. Taiwan wird derzeit bei Milchpulver und Frischprodukten fast vollständig von Neuseeland beliefert. Für Paraguay gilt Milchpulver wegen der Entfernung als realistischste Option: Die Seereise aus Neuseeland dauert fünf Tage, aus Paraguay dagegen 65 Tage.

Mexiko könnte den Markt bis Anfang 2027 öffnen

Mexiko hat das paraguayische Rindfleischsystem kürzlich auditiert, und Senacsa bewertet das Ergebnis der Prüfungen positiv. Die Behörde schätzt, dass der Markt gegen Ende dieses Jahres oder Anfang 2027 geöffnet werden könnte, sofern die mexikanischen Behörden ihre Prüfung und die Verwaltungsverfahren abschließen.

Der Senacsa-Präsident beschrieb das mexikanische Zulassungsverfahren als geordnet und dem Vorgehen der Vereinigten Staaten ähnlich. Der weitere Zeitplan hängt daher vom Importland und nicht von Paraguay ab. Ein Zugang würde den paraguayischen Rindfleischexporteuren ein weiteres Ziel in Nordamerika eröffnen und könnte ihre Abhängigkeit von etablierten Märkten verringern. ABC nannte jedoch weder ein erwartetes Volumen noch einen Handelswert.

Unabhängig davon hat Paraguay nach einem langen Verfahren bereits die Zulassung für Geflügelprodukte in Taiwan erhalten und die erste Lieferung abgeschlossen. Dieser Präzedenzfall zeigt, dass veterinärrechtliche Verhandlungen zu realem Handel führen können. Milchprodukte stehen jedoch vor einer zusätzlichen kommerziellen Hürde: Paraguayische Anbieter müssen wesentlich längere Lieferzeiten tragen als ihre marktbeherrschenden Konkurrenten aus Neuseeland.

Türkei bereitet Kontrollen der Fleischwirtschaft vor

Drei türkische Delegationen sollen in der ersten Augustwoche eintreffen und eine Woche lang die Sicherheit des paraguayischen Fleischkomplexes überprüfen. Die Türkei hat die Einfuhr lebender Tiere aus Paraguay bereits genehmigt; das erforderliche Gesundheitszeugnis und das vereinbarte Verfahren liegen vor.

Der Zugang für Rindfleisch ist noch nicht abgeschlossen. Laut Senacsa betreffen die offenen Punkte überwiegend religiöse Vorgaben und nicht die Tiergesundheit. Eine Einigung würde das Angebot paraguayischer Tierprodukte für die Türkei über Lebendtierexporte hinaus erweitern.

Weitere Prüfungen stehen an. Ägypten möchte in der zweiten Augustwoche ein Audit durchführen, während die paraguayische Industrie eine Verschiebung auf September beantragt hat. Das Verfahren mit Südkorea kommt langsamer voran als erwartet. Chile plant unterdessen eine erneute Prüfung aller zugelassenen Betriebe und die Aufnahme neuer Standorte, darunter der Schlachthof Los Lazos. Damit bestehen mehrere mögliche Marktöffnungen, doch tatsächliche Lieferungen hängen von ausländischen Genehmigungen, der Betriebszulassung sowie der Wettbewerbsfähigkeit bei Logistik und Preisen ab.

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