Neuseeland behauptet Spitzenplatz im Milchexport und erweitert seine Ernährungsstrategie
Neuseeland stellte im vergangenen Jahr 22,1 % der weltweiten Molkereiexporte und blieb damit der größte einzelne Exportstaat. Nun strebt das Land Wachstum bei Gartenbauerzeugnissen, Obst und evidenzbasierter Ernährung an, wobei asiatische Märkte im Mittelpunkt stehen.
Die Milchwirtschaft bleibt das Exportfundament
Neuseeland hat seine Position als weltweit größter einzelner Exportstaat für Molkereiprodukte behauptet. Laut der von Newstalk ZB zitierten World Dairy Map von Rabobank entfielen im vergangenen Jahr 22,1 % der globalen Ausfuhren auf das Land. Der weltweite Handel mit Molkereiprodukten nahm im erfassten Zeitraum um 11 % zu. Dies unterstreicht sowohl die wachsende internationale Nachfrage als auch Neuseelands Bedeutung für die grenzüberschreitende Versorgung.
Mehr als 90 % der neuseeländischen Milchproduktion werden exportiert, berichtete FoodNavigator. Das weitgehend weidebasierte Produktionssystem und strenge Standards haben dem Land den Ruf eines Premiumlieferanten verschafft. Die starke Exportorientierung bedeutet zugleich, dass Veränderungen der Auslandsnachfrage für neuseeländische Erzeuger und Verarbeiter besonders relevant sind.
China bleibt der größte Abnehmer am globalen Milchmarkt, sagte Emma Higgins, leitende Agraranalystin bei Rabobank, gegenüber Newstalk ZB. Das Land ist jedoch nicht mehr die einzige Wachstumsquelle. Im Nahen Osten und in Südostasien entstehen neue Absatzchancen, die den Lieferanten eine breitere Marktaufstellung ermöglichen.
Die Strategie reicht über Milchprodukte hinaus
Angesichts zunehmenden Wettbewerbs und veränderter Verbraucherwünsche will Neuseeland seinen internationalen Ruf auf weitere Lebensmittel- und Ernährungskategorien übertragen. Erika Sirimanne, Leiterin der Geschäftsentwicklung bei New Zealand Trade and Enterprise, sagte auf dem von FoodNavigator in Singapur veranstalteten Growth Asia Summit 2026, das Land wolle sich von einer produktbezogenen Sichtweise hin zu evidenzbasierter Ernährung bewegen.
Zu den genannten Wachstumsfeldern gehören Gartenbauerzeugnisse, Obst und Nahrungsergänzungsmittel. Potenzial sieht die Branche außerdem bei Protein und Männergesundheit. Dr. Vishka Mahajan, Managerin bei Anagenix, erklärte, der Proteinmarkt benötige mehr Forschung zur Verdauungseffizienz und Aufnahme, statt lediglich die Proteinmenge in Produkten zu erhöhen. Chancen bestünden auch für gezieltere Produkte zu Wohlbefinden, Energie und Vitalität von Männern, deren Rezepturen an unterschiedliche Altersgruppen angepasst werden.
Ein weiterer Schwerpunkt sind Inhaltsstoffe für Bedürfnisse, die mit dem modernen Stadtleben verbunden sind. Ein für China und den asiatisch-pazifischen Raum zuständiger MitoQ-Manager sagte, Verbraucher wechselten von allgemeinen Inhaltsstoffen wie Kollagen zu spezifischeren Substanzen wie NMN und Mitochinol. Diese Stoffe seien zwar erforscht, doch ein großer Teil der Daten beziehe sich auf europäische Bevölkerungsgruppen. Für asiatische Verbraucher seien deshalb weitere Studien erforderlich.
Asiengeschäft erfordert Belege und lokale Partner
China, Malaysia, Singapur, Japan, Südkorea und Indien zählen zu Neuseelands wichtigsten Zielmärkten für eine weitere Handelsausweitung. Lebensmittel- und Ernährungsunternehmen benötigen auf asiatische Verbraucher zugeschnittene Forschung, um ein vergleichbares Vertrauen aufzubauen, wie es neuseeländische Molkereiprodukte bereits genießen.
Wissenschaftliche Nachweise allein garantieren keinen Marktzugang. Laut Sirimanne hängen Kommerzialisierung und Markenaufbau auch von einer schnellen Markteinführung, regulatorischer Arbeit, Partnerschaften und lokalen Marktkenntnissen ab. Die Vorschriften unterscheiden sich in Asien teils erheblich und sind mitunter undurchsichtig. Zudem kann die Nachfrage bei einem geplanten Markteintritt noch nicht ausreichend entwickelt sein.
New Zealand Trade and Enterprise richtet seine Regionalstrategie an Prävention, Personalisierung und Partnerschaft aus. Dazu gehören Forschung an der besonderen Flora Neuseelands, individuell anpassbare Ernährungslösungen und die Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen. In Singapur führt MitoQ gemeinsam mit der National University of Singapore klinische Studien zu Mitochinol für asiatische Verbraucher durch. Solche Projekte sollen lokal relevante Nachweise liefern und die kommerzielle Entwicklung neuseeländischer Produkte jenseits der Milchwirtschaft unterstützen.