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Milchmarkt festigt sich: Protein zieht dem Milchfett davon, Chinas Importe minus 30,2%

Die globalen Milchpreise haben sich im September behauptet, getragen von der Nachfrage nach Milchproteinen: Bei GDT-Event 411 legte Magermilchpulver 5,3% zu, Butter und Butterreinfett gaben erneut nach. Neuseeland meldete mit 30,35 Millionen kg Milchfeststoffen eine Rekord-Juli-Anlieferung und Exporte von 290.624 Tonnen, während Chinas Molkereiimporte im Juli um 30,2% zum Vorjahr fielen.

Milchmarkt festigt sich: Protein zieht dem Milchfett davon, Chinas Importe minus 30,2%

Die globalen Milchmärkte zeigen sich auch im September fester, und die Nachfrage nach Milchproteinen trägt den größten Teil dazu bei. Das geht aus einer Marktanalyse hervor, die das neuseeländische Fachblatt Farmers Weekly veröffentlicht hat. Verfasst hat sie Cristina Alvarado, die bei der NZX das Team Dairy Data and Insights leitet. Beschrieben wird ein Markt, der sich nach Produktgruppen auseinanderentwickelt, wobei die chinesische Nachfrage für Exporteure die größte offene Variable bleibt.

Protein zieht dem Milchfett davon

Bei GDT-Event 411 am 1. September stieg der Gesamtindex um 0,9%. Magermilchpulver (MMP) verteuerte sich um 5,3%, Buttermilchpulver (BMP) um 4,6%, Vollmilchpulver (VMP) blieb weitgehend stabil, Butter und Butterreinfett (AMF) gaben erneut nach. Damit setzt sich die Entwicklung aus dem August fort, in dem die Nachfrage nach Milchproteinen bereits deutlich stärker war als die nach Milchfett.

Die Pulse-Auktion am 8. September bestätigte das Bild. Reguläres Vollmilchpulver wurde mit 3.575 US-Dollar je Tonne gehandelt, neuseeländisches MMP mittlerer Erhitzung erreichte 3.650 US-Dollar je Tonne. Das MMP-Angebot von Arla legte gegenüber der vorherigen Pulse-Auktion um 6,6% zu, Butter fiel um 3,1% und AMF um 1,4%. Für Verarbeiter, die die Erlöse einzelner Produktströme gegeneinander abwägen, ist die Preisschere zwischen Pulver und Rahmprodukten zum prägenden Merkmal des aktuellen Marktes geworden.

Angebot entwickelt sich auseinander

Neuseeland ist stark in die Saison gestartet. Die Juli-Anlieferung erreichte mit 30,35 Millionen kg Milchfeststoffen einen Rekordwert, ein Plus von 7,9% zum Vorjahr; seit Saisonbeginn liegt die Produktion von Milchfeststoffen um 6,8% höher, die Milchmenge um 5,8%. Das Prognosemodell der NZX erwartet eine Abschwächung auf 1,4% Wachstum im August, 2,0% im September und 3,6% im Oktober.

  • Argentinien: Juli-Produktion plus 3,2%
  • Uruguay: plus 11,4%
  • Vereinigte Staaten: plus 2,2%
  • Europäische Union: plus 2,0% im Juni
  • China: minus 2,9%

Hitzewellen und Trockenheit in Teilen der Nordhalbkugel nähren Zweifel an der verfügbaren Milchmenge und daran, ob die Kühe ihre Leistung in der zweiten Saisonhälfte halten können. Farmers Weekly bezeichnet wetterbedingte Angebotsrisiken als zunehmend wichtigen Marktfaktor.

Handel trägt, China nicht

Die neuseeländischen Molkereiexporte stiegen im Juli um 6,7% zum Vorjahr auf 290.624 Tonnen, der Exportwert um 1,7% auf 1,34 Milliarden US-Dollar. Die VMP-Ausfuhren legten um 4% zu, obwohl die Lieferungen nach China um 13% zurückgingen; stärkere Nachfrage aus anderen asiatischen Märkten und aus Mittelamerika glich die schwächeren chinesischen Käufe aus.

China selbst bleibt die zentrale Frage auf der Nachfrageseite. Die Molkereiimporte sanken im Juli um 30,2% zum Vorjahr, gleichzeitig steht die heimische Milchproduktion unter Druck und lag im Juli um 2,9% niedriger. Nach Darstellung von Farmers Weekly ist der Importrückgang so groß, dass der chinesische Markt bislang nicht als Quelle zusätzlicher Nachfrage gelten kann, selbst bei schrumpfendem eigenem Rohstoffaufkommen.

Ausblick hängt am Wetter

Die Analyse beschreibt einen Markt auf festerer Grundlage, aber ohne durchgängig bullische Signale. Die Proteinnachfrage stützt, das Wetter auf der Nordhalbkugel kann das Angebot begrenzen, entschieden ist keiner der beiden Trends. Für neuseeländische Lieferanten bedeutet die Kombination aus Rekordstart und möglichem El Niño, dass die Produktionsaussichten im späten Frühjahr und Sommer immer stärker vom Wetter abhängen.

Sollte sich das globale Milchangebot verknappen, während die Proteinnachfrage robust bleibt, könnten die Milchpreise in den kommenden Monaten weitere Unterstützung finden. Das nähere Risiko für Verkäufer liegt beim Milchfett: Butter und AMF haben über mehrere Auktionen hinweg nachgegeben, während die Pulver zulegten.

Vollständige Marktanalyse

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