Logika Moloka überholt PepsiCo-Geschäft und führt Russlands Molkereiverarbeiter an
Logika Moloka war 2025 nach Umsatz Russlands größter Molkereiverarbeiter, wie aus einem von Kommersant aufgegriffenen Ranking hervorgeht. Der Umsatz des früheren Danone-Geschäfts stieg um 17,9 % auf 167,1 Milliarden Rubel und übertraf damit die russischen PepsiCo-Aktivitäten.
Ehemaliges Danone-Geschäft kehrt an die Spitze zurück
Logika Moloka wurde 2025 gemessen am Umsatz zum größten Molkereiverarbeiter Russlands. Damit wechselte die Führung der Branche erstmals seit drei Jahren. Das Unternehmen bündelt die früheren russischen Vermögenswerte von Danone und erzielte 167,1 Milliarden Rubel Umsatz. Die Zahlen stammen aus einem Ranking von Soyuzmoloko, Milknews und Streda Consulting, über das Kommersant berichtete.
Der Umsatz von Logika Moloka wuchs binnen eines Jahres um 17,9 %. Das Unternehmen überholte damit Wimm-Bill-Dann, den Betreiber der russischen PepsiCo-Aktivitäten. Wimm-Bill-Dann steigerte seinen Umsatz um 6,7 % auf 162,1 Milliarden Rubel. Zwischen den beiden führenden Verarbeitern lag damit eine Differenz von 5 Milliarden Rubel.
Logika Moloka hatte die Spitzenposition 2023 verloren. Die Rückkehr auf Platz eins beruht sowohl auf dem Wachstum des bestehenden Geschäfts als auch auf einer Erweiterung des Portfolios. Ende 2025 übernahm das Unternehmen den Speiseeishersteller Polaris von der Novosibkholod Group. Die Akquisition trug zum Umsatzanstieg bei.
Etablierte Marken bestimmen das Ranking
Logika Moloka kontrolliert ein breites Portfolio bekannter Molkereimarken, darunter Prostokvashino, Rastishka, Actibio, Danissimo, Tyoma und Biobalance. Zu den Vermögenswerten gehört auch das Molkereiwerk Lipetsky. Das russische Geschäft von Danone ging 2023 in die Verwaltung der staatlichen Vermögensagentur Rosimushchestvo über. 2024 übernahm der frühere tschetschenische Beamte Ruslan Alisultanov die Kontrolle.
Nach den beiden Marktführern fällt der Umsatz deutlich ab. Die Komos Group belegte mit 63,1 Milliarden Rubel den dritten Platz. Zu ihrem Portfolio gehören Selo Zelyonoe, Molochnaya Rechka und die Käserei Kezsky. Damit lag sie vor Hochland Russland mit 60,8 Milliarden Rubel. Die Renna Group vervollständigte mit 58,1 Milliarden Rubel und Marken wie Korovka iz Korenovki und Alekseevskoye die ersten fünf.
Die Zahlen verdeutlichen den Vorsprung von Unternehmen mit landesweit bekannten Marken, großen Verarbeitungskapazitäten und einem etablierten Einzelhandelsvertrieb. Sowohl Logika Moloka als auch Wimm-Bill-Dann erwirtschafteten mehr als doppelt so viel Umsatz wie die drittplatzierte Komos Group. Der Abstand zwischen den beiden Spitzenreitern und dem restlichen Markt bleibt damit erheblich.
Investitionspläne treffen auf einen gesättigten Markt
Logika Moloka kündigte gegenüber Kommersant Investitionen von 120 Milliarden Rubel bis 2030 an. Das Geld soll in die Entwicklung und Erweiterung der Produktionskapazitäten fließen. Zudem will das Unternehmen neue Produktlinien entwickeln und weitere Kategorien erschließen. Die Übernahme von Polaris zeigt, dass Speiseeis bereits Teil dieser Diversifizierung ist.
Weiteres Wachstum dürfte für die gesamte Branche schwieriger werden. Erstmals seit Bestehen des Rankings schaffte es kein neuer Anbieter unter die 30 größten Verarbeiter. Alexey Gruzdev, Geschäftsführer von Streda Consulting, sieht den russischen Binnenmarkt am Höhepunkt seiner Sättigung. Damit werden Übernahmen, neue Kategorien und Skalenvorteile wichtiger, während ein rascher Anstieg des Grundverbrauchs weniger wahrscheinlich erscheint.
Wachsende Einfuhren von Milchprodukten aus Belarus erhöhen den Druck. Kommersant zufolge erschwert ihr kontinuierlicher Anstieg russischen Verarbeitern die Ausweitung ihrer Umsätze. Für Produzenten und Investoren gewinnen daher Kostenkontrolle, Portfoliopflege und ein disziplinierter Kapazitätsausbau an Bedeutung. Für Handel und Einkäufer bleibt der Wettbewerb zwischen den beiden größten Verarbeitern relevant, auch wenn das Ranking immer weniger neue Herausforderer zeigt.