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Kroatien plant auffällige Herkunftsangaben für unverpacktes Fleisch

Kroatien will Händler verpflichten, die Herkunft von unverpacktem Fleisch direkt an der Ware und mindestens in der Größe der Preisangabe auszuweisen. Erzeuger erwarten, dass dadurch die Abhängigkeit von importiertem Rind- und Schweinefleisch sichtbar wird.

Kroatien plant auffällige Herkunftsangaben für unverpacktes Fleisch

Herkunft muss direkt an der Ware stehen

Das kroatische Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei hat strengere Vorgaben für die Herkunftskennzeichnung von unverpacktem Fleisch im Einzelhandel vorgeschlagen. Die Änderungen betreffen Rind-, Schweine-, Schaf- und Ziegenfleisch sowie Geflügel. Die Herkunft müsste unmittelbar neben der jeweiligen Ware stehen, wobei die Buchstaben mindestens so groß sein müssten wie die Ziffern und sonstigen Zeichen der Preisauszeichnung.

Die Herkunft von unverpacktem Fleisch muss bereits angegeben werden. Der Entwurf regelt nun, wie sichtbar diese Information sein soll. Der stellvertretende Ministerpräsident und Landwirtschaftsminister David Vlajčić erklärte, Käufer sollten sofort erkennen können, was sie kaufen und woher das Fleisch stammt. Laut Večernji muss der Vorschlag noch das öffentliche Konsultationsverfahren durchlaufen.

Kennzeichnung macht Importabhängigkeit sichtbar

Tierhalter begrüßen den Vorstoß, rechnen jedoch mit vergleichsweise wenigen kroatischen Herkunftsangaben. Toni Raič, Rindermäster und Präsidiumsmitglied des Verbandes Baby Beef, sagte Novi list, Fleisch aus heimischer Produktion decke weniger als 40 % des kroatischen Rindfleischangebots. Polen sei die wichtigste Herkunft importierten Rindfleischs, während in der Versorgung des Tourismussektors Fleisch aus Südamerika besonders stark vertreten sei.

Nach Angaben von Raič ist die polnische Schlachtindustrie die wettbewerbsfähigste in Europa und kann den kroatischen Bedarf bedienen. Märkte mit höherer Kaufkraft interessieren sich weniger für preisgünstigere Teilstücke mit Knochen, sodass polnische Anbieter diese Ware in Länder mit geringerer Kaufkraft liefern. Polnische Unternehmen sind zudem zu wichtigen Käufern von Lebendvieh geworden. Die Mitglieder von Baby Beef stehen für rund 90 % der kroatischen Rindfleischproduktion; der Verband hatte bereits eine eigene Kennzeichnung für kroatisches Rindfleisch eingeführt.

Die neuen Vorgaben könnten die Verbraucherinformation verbessern, ohne das grundlegende Angebotsverhältnis zu verändern. Einige Handelsketten verlangen ausschließlich Ware von Baby-Beef-Mitgliedern, doch der Gesamtmarkt bleibt auf Importe angewiesen. Eine auffälligere Kennzeichnung zeigt Erzeugern, Verarbeitern und Händlern außerdem, ob Verbraucher für kroatische Herkunft mehr bezahlen, wenn diese ebenso deutlich erkennbar ist wie der Preis.

Ähnlicher Druck auf Schweinehalter

Der Schweinehalter Mirko Kolić sagte Novi list, auch bei Schweinefleisch dürften kroatische Herkunftsangaben selten sein. Spanien, Deutschland und Ungarn seien wichtige ausländische Lieferländer. Kroatiens Selbstversorgungsgrad bei Schweinefleisch bezifferte er auf rund 45 %; das Verhältnis kroatischer zu ausländischen Herkunftsangaben könnte bei 30 % zu 70 % liegen.

Kolić zufolge geben kleine Betriebe die Schweinehaltung auf, nachdem sie Marktkanäle verloren haben und dauerhaft unter dem hohen europäischen Angebot sowie Aktionspreisen leiden. Schweineschulter, Schinken, Bauch und Nacken werden laut Novi list in Handelsketten für weniger als 3 € je Kilogramm angeboten. Auch Kolić hat seine Produktion reduziert. Die Kennzeichnung erhöht die Sichtbarkeit heimischer Ware, löst aber weder Preis- und Kapitalprobleme noch den fehlenden Marktzugang. Händler und Importeure müssen zugleich Herkunftsdaten genauer verwalten und jeder losen Ware an der Theke eindeutig zuordnen.

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