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Italien verlängert die Oliven-"Sechs-Stunden-Regel" bis 2027 – Ölmühlen fordern Dauerlösung

Italien hat die Anwendung der "Sechs-Stunden-Regel" bis 2027 verschoben. Sie begrenzt die Zeit zwischen der Anlieferung von Oliven durch Händler und der Verarbeitung in der Ölmühle. AIFO, Assofrantoi und Italia Olivicola begrüßen den Aufschub kurz vor Beginn der neuen Ölkampagne und verlangen nun eine dauerhafte Regelung.

Italien verlängert die Oliven-"Sechs-Stunden-Regel" bis 2027 – Ölmühlen fordern Dauerlösung

Italien hat die Anwendung der sogenannten "Sechs-Stunden-Regel" bis 2027 verlängert. Die Vorschrift begrenzt die Zeit zwischen der Anlieferung von Oliven durch Händler und deren Verarbeitung in der Ölmühle. Über die Verlängerung berichteten lattacco.it und newtuscia.it; sie wurde demnach kurz vor dem Start der neuen Ölkampagne bestätigt.

Die drei Organisationen, die sich dafür eingesetzt hatten – AIFO (Associazione Italiana Frantoi Oleari), Assofrantoi und Italia Olivicola –, begrüßten die Entscheidung. Sie sei eine Antwort auf die Forderungen der Branche, damit die Vorschrift in einer ohnehin schwierigen Phase keine zusätzliche Belastung schaffe.

Was die Vorschrift regelt

Die Regel betrifft die Lieferfristen für Oliven, die Händler an Ölmühlen verkaufen: Die Früchte müssen die Mühle binnen sechs Stunden erreichen, um den Qualitätsverlust vor der Extraktion zu begrenzen. Laut lattacco.it drohte die wortgetreue Anwendung dieser Frist den Transport von Oliven über mittlere und weite Strecken praktisch unmöglich zu machen.

Die Folgen wären dem Bericht zufolge zweifach gewesen: ein engeres Einzugsgebiet für die Ölmühlen, die Oliven weit über ihre unmittelbare Umgebung hinaus beziehen, und ein kleinerer Kreis möglicher Abnehmer für die Olivenerzeuger, die auf Anlagen im Umkreis weniger Fahrstunden beschränkt gewesen wären.

Angespanntes Marktumfeld

Die Verbände ordnen die Entscheidung in die aktuelle Marktlage ein. lattacco.it schreibt, die durch die Sechs-Stunden-Frist entstehenden Schwierigkeiten wären zu den bereits bestehenden Spannungen auf dem Olivenölmarkt und zu den erheblichen Mengen hinzugekommen, die noch in den Tanks vieler Marktteilnehmer lagern. Übertragsbestände und neue Ernte zugleich lassen in der Sammel- und Pressphase weniger Spielraum für logistische Reibung.

"Die Verlängerung ist gut: Unsere Hinweise wurden gehört, und zum Auftakt der neuen Kampagne wurde eine zusätzliche Schwierigkeit vermieden", sagte AIFO-Präsident Alberto Amoroso gegenüber lattacco.it. "Nutzen wir nun die Zeit, um eine angemessene Frist zu finden und die Frage endgültig zu klären, ohne erneut kurz vor Ablauf zu stehen."

Mühlen wollen Regeln, die zum Anlagenbetrieb passen

Assofrantoi-Präsident Paolo Mariani nannte die Maßnahme "eine wichtige Antwort für die Ölmühlen, die zum richtigen Zeitpunkt kommt". Nun müsse an "einer Regelung gearbeitet werden, die den konkreten Betrieb der Anlagen und die Beschaffungsdynamik bei Oliven berücksichtigt".

Gennaro Sicolo, Präsident von Italia Olivicola, wertete das Ergebnis als Beleg für die gemeinsame Arbeit beider Enden der Kette. "Teamarbeit zahlt sich aus und führt zu greifbaren Ergebnissen", sagte er. "Erzeuger und Müller haben gemeinsam ein konkretes Problem benannt und eine Antwort erhalten. Setzen wir diese Methode fort, um die gesamte italienische Olivenkette zu stärken und zu schützen."

Zwei Jahre für eine dauerhafte Regelung

Alle drei Organisationen betonen denselben Punkt: Der Aufschub löst die akute Dringlichkeit am Vorabend der neuen Kampagne, schließt den Vorgang aber nicht ab. Die Gespräche über eine endgültige Regelung müssten sofort beginnen, damit eine Lösung lange vor dem neuen Fristende steht und nicht erst in den letzten Wochen davor.

Vom Inhalt dieser Regelung hängt ab, wie die Mühlen ihre Annahme ab 2027 organisieren. Eine längere feste Frist und eine an Transport- und Lagerbedingungen geknüpfte Vorgabe bedeuten unterschiedliche Investitionen in Annahme und Handling in den Betrieben – und eine andere Einkaufsgeografie für Händler, die Partien bei kleinen Erzeugern bündeln.

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