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Hebei und Vietnam wollen Agrarhandel über direkte Bahnverbindung ausbauen

Hebei und Vietnam wollen ihren Agrarhandel mithilfe komplementärer Produktion und einer direkten Güterzugverbindung zwischen Nordchina und Hanoi ausbauen. Entscheidend werden eine verlässliche Kühlkette, Quarantänevorgaben, Rückverfolgbarkeit sowie zugelassene Anbau- und Verpackungsbetriebe sein.

Hebei und Vietnam wollen Agrarhandel über direkte Bahnverbindung ausbauen

Komplementäre Agrarproduktion

Die chinesische Provinz Hebei und Vietnam prüfen eine engere Zusammenarbeit im Agrarhandel und in den zugehörigen Lieferketten. Bessere Bahnverbindungen schaffen eine zusätzliche Route zwischen Nordchina und Südostasien. Die Pläne wurden am 19. August beim Programm zur Förderung der landwirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Hebei und Vietnam 2026 erörtert. Veranstalter war Vietnams Zentrum zur Förderung des Agrarhandels im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt.

Li Dan, Leiterin der internationalen Zusammenarbeit im Amt für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung von Hebei, verwies auf eine Produktionsbasis von rund 188.800 Quadratkilometern, 73,78 Millionen Einwohnern und etwa 6 Millionen Hektar Ackerland. Hebei setzt auf großflächige, standardisierte Erzeugung von Getreide und Pflanzenöl, Gemüse, Obst, Heilpflanzen, Milch- und Tierprodukten. Vietnam besitzt dagegen Stärken bei tropischen Agrarerzeugnissen. Die unterschiedlichen Profile eröffnen Spielraum für Handel in beide Richtungen.

Hebei verfügt über große marktfähige Mengen

Die Wertschöpfung der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft Hebeis erreichte 2025 laut Thoi Bao Tai Chinh Vietnam 451,45 Milliarden Yuan und damit Rang sechs in China. Die Getreideproduktion lag im 14. Jahr in Folge über 35 Milliarden Kilogramm. Die Gemüseernte überstieg 58 Millionen Tonnen, die Obstproduktion erreichte 12,544 Millionen Tonnen. Besondere Stärken besitzt die Provinz bei Birnen, Kastanien, Sanddorn, Trauben, Milchprodukten und Erzeugnissen der Tierhaltung.

Hebei exportierte 2025 Agrarprodukte im Wert von 2,57 Milliarden $ in 174 Länder und Gebiete. Vietnam kann ein Absatzmarkt für Gemüse, Birnen, Pilze, Getreide und weitere Erzeugnisse gemäßigter Klimazonen aus Hebei werden und zugleich tropische Produkte nach Nordchina liefern. China ist bereits ein wichtiger Markt für Vietnams Landwirtschaft, insbesondere für tropisches Obst. Umgekehrt benötigen vietnamesische Käufer verschiedene chinesische Agrarprodukte aus gemäßigten Regionen. Ein breiterer Korridor könnte die Bezugsquellen der Importeure diversifizieren und den Absatzradius der Produzenten vergrößern.

Direkter Güterzug verändert die Logistik

Der ASEAN-Güterzug zwischen der Region Peking-Tianjin-Hebei und Hanoi nahm im März 2025 den direkten Betrieb auf. Ausgangspunkt ist Jize in Handan, Hebei; die Verbindung ist für Transporte in beiden Richtungen ausgelegt. Sie bietet Agrarhändlern eine zusätzliche Transportmöglichkeit und soll Lieferzeiten verkürzen. Bei verderblicher Ware hängt der praktische Nutzen jedoch von Lagerbedingungen, verlässlichen Fahrplänen und stabilen Anschlüssen vor und nach dem Bahntransport ab.

Nguyen Minh Tien, Direktor des Zentrums zur Förderung des Agrarhandels, hob Transportdauer, Konservierungsmöglichkeiten und eine stabile Logistik als besonders wichtig hervor. Sein Stellvertreter Hoang Van Du sieht weiteres Potenzial für Obst- und Gemüselieferketten zwischen Vietnam, China und Hebei. Die Teilnehmer betonten zugleich, dass Infrastruktur allein keinen Marktzugang garantiert. Unternehmen müssen Anforderungen an Qualität, Lebensmittelsicherheit, Quarantäne und Rückverfolgbarkeit erfüllen sowie Codes für Anbaugebiete und Verpackungsbetriebe besitzen. Davon hängt ab, ob der Korridor regelmäßigen, langfristigen Handel statt einzelner Lieferungen ermöglicht.

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