Globale Milchproduktion steigt um 2,7 Prozent, während Großbritannien schrumpft
Die Milchanlieferungen wichtiger Erzeugerregionen stiegen im Juni 2026 um 2,7 Prozent auf täglich 816,6 Millionen Liter, zeigen von AgroNews Castilla y León veröffentlichte AHDB-Daten. Die EU und die USA legten jeweils um 3 Prozent zu, während Großbritannien als einzige große erfasste Region einen Rückgang meldete.
Große Milchregionen liefern täglich 21,8 Millionen Liter mehr
Die Milchproduktion in den von der britischen Agrarorganisation AHDB beobachteten Hauptregionen stieg im Juni 2026 um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie AgroNews Castilla y León berichtet. Die gemeinsamen Anlieferungen erreichten durchschnittlich 816,6 Millionen Liter pro Tag. Das waren täglich 21,8 Millionen Liter mehr als im Vorjahresmonat. In der EU-27, den USA, Neuseeland, Argentinien und Australien nahm die Produktion zu. Großbritannien war die einzige große Region im Vergleich mit einem Rückgang.
Die von AHDB erfassten Länder und Regionen stehen für mehr als 65 Prozent der weltweiten Kuhmilchproduktion und rund 80 Prozent der internationalen Exporte von Milchprodukten. Der Anstieg erweitert damit spürbar die Rohstoffbasis für heimische Verarbeiter und den Weltmarkt. Hält die Entwicklung an, steht den Molkereien mehr Milch für Käse, Butter und Milchpulver zur Verfügung, während der Wettbewerb unter den Exporteuren zunimmt.
EU und USA treiben das Wachstum
Die EU produzierte im Juni rund 421 Millionen Liter Milch pro Tag. Das waren täglich 12,3 Millionen Liter beziehungsweise 3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. AHDB bezeichnete den EU-Wert als vorläufig, weil zum Zeitpunkt der Auswertung noch nicht alle Märkte endgültige Daten veröffentlicht hatten. Dennoch entfiel auf die Union mehr als die Hälfte des gesamten erfassten Tagesvolumens und der größte ausgewiesene Anteil am Zuwachs.
Deutschland verzeichnete innerhalb der EU den größten absoluten Anstieg. Die Produktion nahm im Juni um 153 Millionen Liter oder 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Die Niederlande steigerten ihre Menge um 109 Millionen Liter beziehungsweise 9,9 Prozent. Beide Länder trugen damit wesentlich zum EU-Wachstum bei und erhöhten das Rohstoffangebot für eine Verarbeitungsindustrie, die stark auf den europäischen und internationalen Märkten vertreten ist.
Die US-Produktion erhöhte sich um 8,4 Millionen Liter pro Tag, ebenfalls ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. AHDB führte den Anstieg vor allem auf eine Vergrößerung des US-Milchkuhbestands zurück. Die Margen der Betriebe liegen unter ihren früheren hohen Niveaus, bleiben aber positiv. Zusätzliche Erlöse aus Rindern des Milchsektors stützen die Rentabilität. Der wachsende Bestand könnte die USA daher auch bei weniger günstigen Margen zu einer wichtigen Quelle zusätzlicher Milch machen.
Neuseeland wächst, britische Anlieferungen sinken
Neuseeland produzierte zu Beginn seiner neuen Milchsaison durchschnittlich 8,9 Millionen Liter pro Tag. Die Anlieferungen stiegen dank fester Milchpreise und günstiger Witterung um rund 0,4 Millionen Liter täglich oder 5 Prozent. Obwohl der Juni im neuseeländischen Saisonverlauf eine Phase mit vergleichsweise niedrigen Mengen ist, liefert der Zuwachs einen frühen Hinweis auf die Angebotslage in einem der weltweit führenden Exportländer für Milchprodukte.
Argentinien steigerte seine Anlieferungen um rund 0,5 Millionen Liter pro Tag. Das entspricht einem Wachstum von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und setzt die Entwicklung der vergangenen Monate fort. Der Juni-Wert für Australien blieb eine Schätzung auf Grundlage der Jahresprognosen von Dairy Australia. Das endgültige Ergebnis kann sich ändern, sobald vollständige Statistiken vorliegen.
Großbritannien entwickelte sich gegen den allgemeinen Trend. Britische Erzeuger lieferten durchschnittlich 44 Millionen Liter pro Tag und damit 2,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Britische Verarbeiter treffen dadurch auf ein knapperes heimisches Rohstoffangebot, während die Produktion in der benachbarten EU deutlich wächst. Der gleichzeitige Zuwachs in der EU, den USA, Neuseeland und Argentinien bringt mehr Milchprodukte in den Wettbewerb um die Nachfrage. Die Preiswirkung hängt davon ab, ob Verbrauch und Importbedarf das zusätzliche Angebot in den kommenden Monaten aufnehmen können.