EU-Rohmilchpreis fällt trotz zweier Monatsanstiege um 20,07% im Jahresvergleich
Der durchschnittliche EU-Preis für Kuhmilch sank im August 2026 auf 42,22 Euro je 100 Kilogramm und lag damit 20,07% unter dem Vorjahreswert. Zwei monatliche Anstiege nach neun Rückgängen deuten auf eine mögliche Stabilisierung hin, doch die Margen der Erzeuger bleiben unter Druck.
EU-Durchschnitt bleibt weit unter dem Niveau von 2025
Der durchschnittliche Kuhmilchpreis in der Europäischen Union lag im August 2026 bei 42,22 Euro je 100 Kilogramm, berichtet AgroNews Castilla y León. Im August 2025 waren es 53,22 Euro je 100 Kilogramm. Der Rückgang um 20,07% drückte die Erlöse der Milchviehbetriebe in den meisten großen Erzeugerländern deutlich unter das Vorjahresniveau.
Die monatliche Entwicklung liefert ein günstigeres Signal. Nach neun Rückgängen in Folge stieg der EU-Durchschnitt im August den zweiten Monat hintereinander. Damit zeichnet sich kurzfristig eine Erholung ab, doch zwei Monatsanstiege gleichen den wesentlich stärkeren Rückgang im Jahresvergleich noch nicht aus.
Deutschland und Polen am unteren Ende der Preisspanne
In den wichtigsten EU-Erzeugerländern lagen die Preise zwischen 40,14 und 46,20 Euro je 100 Kilogramm. Deutschland, der größte Kuhmilcherzeuger der EU, verzeichnete 40,14 Euro je 100 Kilogramm. Gegenüber 54,26 Euro im Vorjahr war das ein Minus von 26,1%. Wegen seiner führenden Produktionsposition dient die deutsche Entwicklung Molkereien und Milchviehbetrieben im gesamten europäischen Markt als zentrale Referenz.
Polen lag ebenfalls bei 40,14 Euro je 100 Kilogramm, nach 53,36 Euro im August 2025. Der gemeldete Rückgang betrug 24,8%. In Irland sank der Preis um 20,6% von 51,37 auf 40,79 Euro, in Dänemark um 20,7% von 56 auf 44,41 Euro je 100 Kilogramm. Rückgänge von mehr als 20% in mehreren Ländern zeigen, dass die Milcherlöse auf breiter Front unter Druck stehen und nicht nur in einer einzelnen Erzeugungsregion.
Frankreich, der zweitgrößte Kuhmilcherzeuger der EU, entwickelte sich vergleichsweise stabil. Der Preis sank um 13,1% von 49,89 auf 43,28 Euro je 100 Kilogramm. Spanien wies mit 10,6% den geringsten gemeldeten Rückgang der verglichenen Länder auf; dort fiel der Preis von 50,39 auf 45,05 Euro. Relativ höhere Preise und geringere Jahresverluste bieten den Erzeugern in diesen Märkten einen gewissen Schutz, obwohl auch ihre Preise unter dem Stand vom August 2025 liegen.
Italien führt bei den Preisen, Niederlande erholen sich
Italien erzielte mit 46,20 Euro je 100 Kilogramm den höchsten Preis unter den großen Erzeugerländern. Es folgten Spanien mit 45,05 Euro und Dänemark mit 44,41 Euro. Ein Jahr zuvor hatte der italienische Preis 58,25 Euro betragen. AgroNews Castilla y León meldet einen Rückgang von 26,7%, obwohl die genannten Preiswerte selbst eine geringere prozentuale Abnahme ergeben. Marktteilnehmer sollten daher zwischen der veröffentlichten Prozentangabe und der zugrunde liegenden Preisreihe unterscheiden.
In den Niederlanden lag der Preis bei 42,50 Euro je 100 Kilogramm, verglichen mit 56,25 Euro im August 2025. Der gemeldete Jahresrückgang betrug 24,5%. Von Juli bis August stieg der niederländische Preis jedoch um 1,25 Euro je 100 Kilogramm und folgte damit dem EU-Durchschnitt. Setzt sich der monatliche Anstieg fort, könnte er die Erlöseinbußen der Milchviehbetriebe bremsen. Molkereien und Einkäufer bleiben mit deutlichen Preisunterschieden zwischen den Ländern konfrontiert, während die Jahresverluste der Erzeuger von 10,6% in Spanien bis zu mehr als 20% in mehreren nord- und mitteleuropäischen Märkten reichen.