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EU-Milchüberschuss drückt Preise und Margen slowakischer Molkereien

Die steigende Rohmilchproduktion in der EU lässt die Preise für Trinkmilch und Butter sinken. Slowakische Molkereien warnen, dass hohe Energie-, Verpackungs- und Personalkosten einzelne Produkte unter die Herstellungskosten drücken.

EU-Milchüberschuss drückt Preise und Margen slowakischer Molkereien

Milchproduktion steigt in der gesamten EU

Ein kräftiger Anstieg der Rohkuhmilchproduktion drückt die Preise für Milchprodukte in der Europäischen Union. Verbraucher profitieren von günstigeren Angeboten, während die Margen der Verarbeiter schrumpfen. Topky.sk berichtet von einer ähnlichen Entwicklung in der Slowakei und in Tschechien, wo ein Liter haltbare Milch in einzelnen Handelsaktionen bereits weniger kostete als abgefülltes Wasser.

Zuzana Nouzovská, Generalsekretärin des Slowakischen Molkereiverbands, erklärte gegenüber Topky.sk, dass die Milchproduktion in der EU im Jahresvergleich um etwa 4% gestiegen sei. Auch Tschechien verzeichnete 4%, Deutschland 7%. In der Slowakei fiel der Zuwachs noch höher aus: Im ersten Halbjahr 2026 lag die Produktion 8% über dem Vorjahreszeitraum.

Das zusätzliche Angebot setzt die Preise für grundlegende Milchprodukte unmittelbar unter Druck. Nach Angaben des Verbands nutzen Einzelhandelsketten die Überschüsse, um den Wettbewerb zwischen Molkereien und Lieferländern zu verschärfen. Trinkmilch und Butter dienen als wichtige Aktionsartikel, sodass kurzfristig vor allem die Verbraucher profitieren.

Billigere Rohmilch schließt die Kostenlücke nicht

Die Erzeugerpreise für Rohmilch sind in den vergangenen Monaten gesunken. Bei anderen Kostenpositionen der Verarbeiter gab es jedoch keine vergleichbare Entlastung. Laut dem Slowakischen Molkereiverband bleiben Energie, Verpackung und Arbeit teuer; teilweise steigen die Ausgaben sogar weiter. Damit wächst die Lücke zwischen den Verarbeitungskosten und den Preisen, die Molkereien im Handel erzielen können.

Nouzovská zufolge verkaufen manche Betriebe einzelne Produkte mit Verlust, nur um ihren Platz im Regal zu sichern. Der Druck betrifft daher nicht allein Milchbauern, die niedrigere Rohmilchpreise erhalten. Die Molkereien müssen die überschüssigen Mengen verarbeiten, verpacken und verteilen und zugleich um Handelsverträge konkurrieren, bei denen die Ketten immer schärfere Bedingungen durchsetzen können.

Der Verband warnt, dass dieses Ungleichgewicht den gesamten Milchsektor bedroht, wobei Molkereien dem unmittelbarsten wirtschaftlichen Risiko ausgesetzt seien. Sie können Produkte nicht dauerhaft unter den Herstellungskosten verkaufen und nach Einschätzung des Verbands weder mit Ausgleichszahlungen der slowakischen Regierung noch der EU rechnen. Anhaltende Verluste könnten schließlich Verarbeitungskapazitäten und den Zugang der Erzeuger zu stabilen Abnehmern beeinträchtigen. Werksschließungen oder Produktionskürzungen wurden bislang jedoch nicht gemeldet.

EU prüft Änderungen der Handelsregeln

Vertreter der Milchwirtschaft trafen sich vergangene Woche mit EU-Agrarkommissar Christoph Hansen, um die Belastungen der Branche zu erörtern. Nach Angaben des Slowakischen Molkereiverbands erkannte Hansen die Berechtigung ihrer Einwände an und bestätigte, dass die Europäische Kommission Schritte zur Aktualisierung der Richtlinie über unlautere Handelspraktiken vorbereitet.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich Angebot und Preise wieder einpendeln. Nouzovská erwartet, dass die Marktrichtung zu Beginn des Herbstes deutlicher wird. Eine schrittweise Preiserholung würde die Molkereien entlasten. Bleiben Überschüsse und niedrige Handelspreise bestehen, dürfte sich die Krise in der Slowakei und anderen Teilen Europas verschärfen. Für Erzeuger, Verarbeiter und Käufer ist entscheidend, ob die Nachfrage die zusätzliche Milch aufnehmen kann, bevor dauerhafte Verluste die Kapazitäten der Branche schwächen.

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