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Diesel statt Nachfrage: Polens Schlachtschweinepreise steigen um 10 Groschen

Die Erzeugerpreise für Schlachtschweine in Polen sind um 10 Groschen auf 6,20 Zloty je kg in der Klasse E gestiegen. Bartosz Czarniak vom Verband Polsus führt das nicht auf die Fleischnachfrage zurück, sondern auf hohe Dieselpreise, die Importe von Fleisch und Lebendtieren verteuern. Für den Herbst erwartet er schwache Preise wegen spanischer Lagerüberschüsse.

Diesel statt Nachfrage: Polens Schlachtschweinepreise steigen um 10 Groschen

Die Erzeugerpreise für Schlachtschweine in Polen sind in der vergangenen Woche um 10 Groschen gestiegen, mit einer anziehenden Fleischnachfrage hat das jedoch nichts zu tun. Das erklärt Bartosz Czarniak vom Polnischen Verband der Schweinezüchter und -erzeuger „Polsus“, dessen Marktkommentar das Portal cenyrolnicze.pl veröffentlicht hat. Als Ursache nennt er den Dieselpreis: Der Transport von Fleisch und Lebendtieren aus dem Ausland nach Polen ist teurer geworden, weshalb die Schlachtbetriebe stärker auf heimische Ware zugreifen.

Notierung in Deutschland unverändert, Kleine Börse ohne Handel

An der deutschen Preissession für Schlachtschweine blieb die Notierung gegenüber der Vorwoche unverändert bei 1,45 Euro je kg in der Klasse E, umgerechnet rund 6,33 Zloty, wie Czarniak festhält. Hinter den Kulissen war auch ein etwas höheres Niveau von 1,50 Euro im Gespräch, das sich jedoch nicht durchsetzte.

Der Analyst liest diese Stabilität als Obergrenze, nicht als Stütze. „Die Betriebe drängen derzeit nicht stark auf eine Senkung, obwohl die ISW-Sessions klar signalisieren, dass der VEZG-Preis das Maximum ist, das sie für Schlachtschweine zahlen wollen“, sagt er. Zugleich verweist er darauf, dass die beiden letzten Sessions der Kleinen Börse ohne jeden Handel endeten – für ihn ein direkter Hinweis auf einen ausreichend gesättigten Markt.

Ein Plus von 10 Groschen auf Kraftstoffbasis

In Polen bewegten sich die Höchstpreise in der Vorwoche um 6,10 Zloty je kg in der Klasse E, inzwischen liegen sie bei 6,20 Zloty. Die Ursache dieser Korrektur sieht Czarniak ausschließlich in der Logistik. „Der Preis ist leicht gestiegen, weil die Kosten für den Transport von Fleisch und Lebendtieren von außerhalb Polens deutlich zugenommen haben (die Dieselpreise sind wirklich hoch), und das verringert die Rentabilität dieses Handels, daher das etwas größere Interesse an heimischem Rohstoff“, erläutert er.

Der polnische Höchstpreis bleibt damit unter der deutschen Referenz von rund 6,33 Zloty. Nach Czarniaks Lesart spiegelt die kleinere Differenz die Kosten des grenzüberschreitenden Warenverkehrs wider und keine Verbesserung im Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei Schweinefleisch.

Spanische Überschüsse deuten auf einen schwachen Herbst

Der beunruhigendste Teil der Analyse betrifft die mittlere Frist. „Meiner Meinung nach wird der Herbst preislich sehr schwach, was vor allem aus den anhaltenden Problemen Spaniens beim Export von Schweinefleisch in Drittmärkte resultiert“, prognostiziert Czarniak und verweist auf Berichte über erhebliche Lagerüberschüsse auf der Iberischen Halbinsel. Verlässt diese Ware den Kontinent nicht, gelangt sie auf den EU-Binnenmarkt und destabilisiert die Preise unter anderem in Polen.

Die spanischen Konzerne verfügen zudem über ein finanzielles Polster für eine aggressive Preispolitik. „Die dortigen Exporteure können es sich leisten, sogar etwas unter der Rentabilitätsschwelle zu verkaufen, weil der laufende Export in Drittmärkte diese Verluste ausgleicht“, stellt Czarniak fest. Für polnische Erzeuger sei ein solches Vorgehen umstritten und grenze an Dumping, im globalen Handel sei es aber zur Norm geworden: Die Branche zahle lieber bei einem Teil der Verkäufe drauf, als die Kosten teurer Lagerung zu tragen.

Absatz außerhalb der EU als strukturelle Antwort

Zum Abschluss wiederholt Czarniak seine zentrale These für den polnischen Sektor: „Wenn wir in Polen eine starke Schweinebranche haben wollen, brauchen wir ein möglichst gut entwickeltes Netz für den Verkauf unserer Ware außerhalb der EU.“ Ohne das blieben die heimischen Erzeuger Geiseln von Überproduktionskrisen bei den großen Schweinefleischmächten der Union, und die polnischen Notierungen folgten Entscheidungen in anderen Mitgliedstaaten statt der Lage im eigenen Land.

Vollständige Marktanalyse

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