Delta-Verkauf stockt: CVC fordert 300 Millionen Euro, griechische Bieter deckeln Angebote
CVC sucht Berichten zufolge seit rund einem Jahr einen Käufer für den griechischen Molkereikonzern Delta, doch die Bewertung verhindert bislang einen Abschluss. Laut Onlarissa.gr verlangt CVC nahezu 300 Millionen Euro, während Hellenic Dairies höchstens 200 Millionen Euro ansetzen soll.
Bewertungslücke blockiert den Delta-Verkauf
CVCs Versuch, Delta Dairy zu verkaufen, ist nach rund einem Jahr Gesprächen weiterhin ungelöst. Der verlangte Preis gilt dabei als zentrales Hindernis. Nach Angaben von Onlarissa.gr hat der Fonds seinen Investitionszyklus bei dem griechischen Molkereiunternehmen abgeschlossen und will aussteigen, doch potenzielle Käufer lehnen die geforderte Bewertung ab.
Dem Bericht zufolge verlangt CVC nahezu 300 Millionen Euro und zeigt kaum Bereitschaft, diesen Betrag zu senken. Delta erzielte 2024 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Finanzergebnis von 18,5 Millionen Euro. Der aufgerufene Preis entspricht damit mehr als dem 16-Fachen dieser Ergebnisgröße, obwohl das Unternehmen nur eine geringe Exportpräsenz besitzt.
Der Stillstand fällt auf, weil griechischer stichfester Joghurt und Feta auf internationalen Märkten stark abschneiden. Auch mittelgroße griechische Molkereien haben ihre Präsenz in Europa ausgebaut. Delta konnte seine Position und Markenstärke im Heimatmarkt bislang jedoch nicht in ein vergleichbares Exportgeschäft übertragen, was die strategische Attraktivität zum CVC-Preis mindert.
Griechische Molkereigruppen lehnen den Preis ab
Zu den ersten Gesprächspartnern von CVC gehörte Berichten zufolge Spyridon Theodoropoulos von Bespoke. Sein Plan sah vor, Delta Dairy mit Mevgal zu verbinden, an der er eine Minderheitsbeteiligung hält, und Deltas Exportgeschäft zu stärken. Die Gespräche führten zu keiner Transaktion.
CVC prüfte außerdem einen Verkauf an Hellenic Dairies, die von den Brüdern Dimitris und Michalis Sarantis kontrollierte Gruppe. Das Unternehmen hat bereits durch Übernahmen expandiert und sowohl die bulgarische Tochter von Vivartia als auch zuletzt Dodoni gekauft. Laut Onlarissa.gr scheiterte auch diese Sondierung am hohen Preis, da Hellenic Dairies für ein Unternehmen mit minimaler Exportpräsenz nicht die von CVC verlangte Summe zahlen wollte.
Die Obergrenze der Sarantis-Brüder soll bei 200 Millionen Euro liegen. Damit klaffen die Erwartung des Verkäufers und die für den potenziellen Käufer akzeptable Bewertung um rund 100 Millionen Euro auseinander. Solange beide Seiten an ihren Positionen festhalten, bleibt Abwarten ein Bestandteil der Verhandlungsstrategie der Interessenten.
CVC hat nur noch wenige Optionen
Nach Angaben des Berichts hat keine europäische Molkereigruppe Interesse an einem Einstieg in den griechischen Markt über diese Übernahme gezeigt. Ohne internationalen Bieter fehlt Wettbewerbsdruck, und CVC bleibt vor allem auf heimische Gruppen angewiesen, die Deltas Produktion, Marken und Marktposition bereits kennen.
CVC stehen nun im Wesentlichen zwei Möglichkeiten offen. Der Fonds könnte die marktübliche Bewertung akzeptieren und einen der beiden griechischen Interessenten auswählen. Alternativ könnte er Delta an einen anderen Fonds derselben oder einer befreundeten Investmentgruppe übertragen, möglicherweise im Tausch gegen ein anderes Unternehmen, und auf günstigere Bedingungen warten.
Für die griechische Milchwirtschaft könnte das Ergebnis die Konsolidierung und Exportkapazität beeinflussen. Ein Zusammenschluss mit Mevgal oder ein Verkauf an Hellenic Dairies würde Delta in eine größere heimische Produktionsplattform einbinden. Die Bewertungslücke von 100 Millionen Euro zeigt jedoch, dass die starke internationale Nachfrage nach griechischem Joghurt und Feta allein keinen Aufschlag für ein Unternehmen mit begrenztem eigenem Exportgeschäft rechtfertigt.