Zespri erwartet 16 Prozent mehr SunGold aus der Nordhalbkugel
Zespri erwartet für 2026 rund 28 Millionen Trays beziehungsweise 99.000 Tonnen SunGold-Kiwis aus der Nordhalbkugel, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Den größten Teil des Wachstums liefert Italien; die höhere Ernte verlängert die saisonale Verfügbarkeit in Europa und ausgewählten Exportmärkten.
Nordhalbkugel erreicht 99.000 Tonnen
Zespri erwartet 2026 in der Nordhalbkugel eine SunGold-Produktion von rund 28 Millionen Trays beziehungsweise 99.000 Tonnen, berichtet Italiafruit.net. Die Prognose liegt 16 Prozent über dem Vorjahreswert und steht für eine weitere Ausweitung des Produktionsprogramms außerhalb Neuseelands.
Die Ernte beginnt, während sich die neuseeländische Saison ihrem Ende nähert. Zespri koordiniert die Mengen beider Hemisphären in einem gemeinsamen Lieferprogramm, das die ganzjährige Verfügbarkeit der Markenkiwis sichern soll. Für die Kunden soll dieser Übergang kontinuierliche Handels- und Vertriebsprogramme ermöglichen und eine längere saisonale Angebotslücke vermeiden.
Nick Kirton, Executive Officer Northern Hemisphere bei Zespri, erklärte, das nördliche Programm arbeite eng mit der neuseeländischen Produktion zusammen, um Verfügbarkeit, Qualitätsstandards und Kundenversorgung zu sichern. Eine geografisch verteilte Produktionsbasis verschafft dem Unternehmen zudem mehr Flexibilität bei Veränderungen der Nachfrage.
Italien trägt den größten Teil des Wachstums
Italien bleibt das größte Produktionsland von Zespri in der Nordhalbkugel. Die dortige SunGold-Ernte 2026 wird auf rund 24 Millionen Trays beziehungsweise 85.000 Tonnen geschätzt, 18 Prozent mehr als 2025. Italiafruit.net führt das Wachstum auf zusätzliche Flächen im Ertrag und eine höhere Produktivität der Anlagen zurück.
Nach der aktuellen Prognose kommen etwa sechs von sieben Tonnen SunGold aus der Nordhalbkugel aus Italien. Die Leistung der italienischen Plantagen ist damit entscheidend dafür, wie gut Zespri das Ende des neuseeländischen Angebots mit der nächsten Saison auf der Südhalbkugel verbinden kann.
Frankreich soll rund 1,7 Millionen Trays beziehungsweise 6.000 Tonnen produzieren. Trotz klimatischer Probleme während der Saison entspricht das ungefähr dem Vorjahresniveau. Für das Green-Programm in der Nordhalbkugel erwartet Zespri außerdem etwa 8 Millionen Trays oder 28.000 Tonnen. Damit bleibt neben dem wachsenden SunGold-Angebot eine zweite wichtige Kategorie erhalten.
Hitze belastet die Fruchtgröße, nicht die Gesamtmenge
Die Wachstumsbedingungen unterschieden sich zwischen den Anbauregionen. Italien verzeichnete außergewöhnlich hohe Sommertemperaturen, während Frankreich von einzelnen lokalen Wetterereignissen betroffen war. Matteo Lorenti, Head of Europe Supply Chain bei Zespri, sagte, die Hitze habe in einigen Anbaugebieten die Fruchtgröße beeinflusst. Der durchschnittliche Kaliber dürfte deshalb kleiner als in der Vorsaison ausfallen, während Gesamtmenge und Qualität weiterhin als gut eingeschätzt werden.
Die Ernte läuft bereits. Ab Kalenderwoche 43 will Zespri mit Verpackung, Verkäufen an europäische Kunden und Lieferungen in Exportmärkte beginnen. Die Ernte geht nach Deutschland, Spanien, in die Benelux-Länder, nach Frankreich, Italien und in die Schweiz sowie in ausgewählte Absatzkanäle im Vereinigten Königreich, in Nordamerika und Asien.
Längere Verfügbarkeit erhöht den Wettbewerbsdruck
Nordamerika ist derzeit der wichtigste Exportmarkt für Zespris Ernte aus der Nordhalbkugel; nach Unternehmensangaben ist die Nachfrage dort stark. Die größere italienische Ernte schafft zusätzliches Angebot für diesen Markt, während die Programme in Kontinentaleuropa weiter bedient werden können.
Der Zuwachs um 16 Prozent betrifft auch konkurrierende Kiwianbieter. Mehr SunGold während des Übergangs von Neuseeland zur Nordhalbkugel verlängert die Markenpräsenz und verbessert die Lieferkontinuität für den Handel. Zugleich könnten kleinere Durchschnittskaliber in Teilen der Ernte die Packungsformate und die Zuteilung auf Kunden und Märkte beeinflussen. Für Erzeuger und Distributoren hängt das wirtschaftliche Ergebnis davon ab, wie gut die zusätzlichen 99.000 Tonnen SunGold in Europa, Nordamerika und Asien auf Nachfrage treffen.