Vietnams Thunfischexporte nach Russland steigen um 72 Prozent auf 33,4 Millionen US-Dollar
Vietnams Thunfischlieferungen nach Russland erreichten von Januar bis Juli 2026 rund 33,4 Millionen US-Dollar, ein Plus von 72 Prozent und das stärkste Wachstum unter den großen Absatzmärkten der Branche, wie VASEP-Daten in der Zeitschrift Thương Gia zeigen. Russland bleibt wertmäßig ein kleiner Abnehmer, bietet aber eine Diversifizierung für eine Branche, in der die USA, die EU, der Nahe Osten und die CPTPP-Staaten 82 bis 86 Prozent der Ausfuhren aufnehmen. 2025 sanken Vietnams Thunfischexporte um 7 Prozent auf 924 Millionen US-Dollar.
Vietnams Thunfischexporte nach Russland erreichten in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 rund 33,4 Millionen US-Dollar und lagen damit 72 Prozent über dem Vergleichszeitraum 2025. Das geht aus Daten des vietnamesischen Verbands der Meeresfrüchteexporteure und -produzenten (VASEP) hervor, über die die Zeitschrift Thương Gia berichtet. Es ist die höchste Zuwachsrate unter den großen Zielmärkten für vietnamesischen Thunfisch.
Der Zuwachs verteilte sich über mehrere Monate und ging nicht auf einzelne Großaufträge zurück. VASEP wertet das als Zeichen einer tatsächlich anziehenden Importnachfrage in Russland und nicht als einmaligen Lageraufbau. Zugleich zeige es, wie eigenständig vietnamesische Unternehmen den Markt bearbeiten. Um das Tempo zu halten, müssten die Exporteure Konsumtrends, Marktanforderungen und die Organisation der Lieferketten genau verfolgen, so der Verband.
Sortiment und Handelsrahmen
Nach Einschätzung von VASEP konzentriert sich die russische Nachfrage auf Thunfischkonserven, gefrorenen Thunfisch und verzehrfertige Verarbeitungsprodukte. Diese Segmente eröffnen vietnamesischen Verarbeitern Spielraum, ihr Sortiment zu erweitern, statt nur im Rohwarengeschäft zu konkurrieren. Russland gilt dem Verband als Markt mit echtem Potenzial für die vietnamesische Fischwirtschaft, der bislang nicht in angemessenem Umfang erschlossen wurde.
Grundlage ist das Freihandelsabkommen zwischen Vietnam und der Eurasischen Wirtschaftsunion (VN–EAEU FTA), das vietnamesischen Waren einschließlich Fischereierzeugnissen den Zugang zum russischen Markt zu günstigeren Bedingungen ermöglicht. Beide Seiten betonen weiterhin eine engere wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit, was für die Fischwirtschaft stabilere Lieferketten und längerfristige Geschäftsbeziehungen bedeuten kann.
Die Branche nach einem schwächeren Jahr 2025
Thunfisch ist wertmäßig Vietnams drittgrößte Exportkategorie im Fischereisektor, nach Garnelen und Pangasius. Zwischen 2019 und 2023 stieg der Exporterlös von 719 Millionen auf 845 Millionen US-Dollar, ein Plus von 17 Prozent oder rund 3 Prozent im Jahresdurchschnitt. 2024 kletterten die Ausfuhren auf 989 Millionen US-Dollar und damit 17 Prozent über das Vorjahr, bevor sie 2025 um 7 Prozent auf 924 Millionen US-Dollar zurückgingen.
- 2019: 719 Millionen US-Dollar
- 2023: 845 Millionen US-Dollar (plus 17 Prozent gegenüber 2019)
- 2024: 989 Millionen US-Dollar (plus 17 Prozent)
- 2025: 924 Millionen US-Dollar (minus 7 Prozent)
- Januar bis Juli 2026, Russland: 33,4 Millionen US-Dollar (plus 72 Prozent)
Vietnamesische Thunfischprodukte werden inzwischen in mehr als 100 Märkte geliefert. Auf die USA, die Europäische Union, den Nahen Osten und die CPTPP-Mitgliedstaaten entfallen rund 82 bis 86 Prozent des gesamten Exportwerts. Diese Konzentration macht die Branche anfällig für Nachfrage- oder Politikwechsel in wenigen Zielmärkten und ist für VASEP der ausdrückliche Grund, Märkte wie Russland stärker zu bearbeiten.
Rohstoffbasis und Saisonalität
Die Ausfuhren stützen sich vor allem auf Gelbflossen-, Großaugen- und Echten Bonito. VASEP beziffert die vietnamesischen Thunfischbestände, die sich in den Gewässern vor Zentralvietnam und im zentralen Südchinesischen Meer konzentrieren, auf mehr als 600.000 Tonnen; auf den Echten Bonito entfällt mehr als die Hälfte der gesamten pelagischen Bestände. Der jährliche Thunfischfang liegt bei über 200.000 Tonnen.
Der engere Flaschenhals sind Gelbflossen- und Großaugenthun. Die durchschnittlichen Bestände werden auf mehr als 45.000 Tonnen geschätzt, der Jahresfang auf etwa 17.000 bis 21.000 Tonnen, überwiegend zwischen Dezember und Juni. Echter Bonito wird ganzjährig gefangen und ist damit der planbarere Rohstoff für Konservenlinien und die von russischen Abnehmern bevorzugten Fertigprodukte.
Wovon die Dauerhaftigkeit abhängt
Ob sich das Wachstum der ersten sieben Monate in dauerhafte Marktanteile übersetzt, hängt laut VASEP davon ab, ob die Verarbeiter ihre Spezifikationen an die russische Nachfrage anpassen, das Sortiment ausbauen und die Handelsökonomie tragfähig halten. Für eine Branche, die im Vorjahr 7 Prozent ihres Exportwerts verloren hat und weiter stark auf vier Marktblöcke ausgerichtet ist, zählt Russland zu den wenigen großen Märkten mit zweistelligen Zuwachsraten.