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US-Rindermangel verschärft Verluste bei Tyson, BTG bleibt bei Verkauf

Sinkende US-Rinderbestände, Rekordpreise für Rindfleisch und schwache Verarbeitungsmargen belasten die Fleischindustrie. BTG Pactual erwartet für Tysons Rindfleischsparte 2026 einen bereinigten EBIT-Verlust von 635 Millionen $.

US-Rindermangel verschärft Verluste bei Tyson, BTG bleibt bei Verkauf

US-Rinderbestand fällt auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahrzehnten

Die Verschlechterung des US-Rinderzyklus ist noch nicht beendet und dürfte Kosten sowie Margen der Fleischverarbeiter weiter belasten, berichtet EXAME unter Berufung auf eine Analyse von BTG Pactual. Die Bank bestätigte ihre Verkaufsempfehlung für Tyson Foods mit einem Kursziel von 56 $ und ihr neutrales Votum für Pilgrim’s Pride mit einem Kursziel von 36 $.

Die BTG-Analysten Guilherme Guttilla und Thiago Duarte sehen das Rindfleischgeschäft als Tysons größtes Risiko, obwohl sich die Geflügelsparte robuster als zunächst erwartet entwickelt hat. US-Verarbeiter müssen für knapper werdende Schlachtrinder mehr bezahlen, können die höheren Kosten jedoch nicht vollständig entlang der Lieferkette weitergeben. Dadurch bleiben die Verarbeitungsspannen unter Druck.

Seit 2019 ist die Zahl der Fleischrinder um 13 % auf 27,9 Millionen Tiere gesunken. Der gesamte US-Rinderbestand liegt nach den von EXAME zitierten Daten des US-Landwirtschaftsministeriums auf dem niedrigsten Niveau seit 1952. Die anhaltende Dürre im Westen der USA erhöhte die Futterkosten, verringerte die Weideflächen und veranlasste Erzeuger, zur Sicherung ihrer Liquidität Teile der Bestände abzubauen.

Weniger Produktion und höhere Preise verändern den Handel

Die US-Rindfleischproduktion sank 2025 gegenüber dem Vorjahr um 4 % auf 11,8 Millionen Tonnen. Damit überholte Brasilien die Vereinigten Staaten als weltweit größter Rindfleischproduzent. Für internationale Käufer verschiebt sich dadurch das verfügbare Angebot, während Brasilien im globalen Handel an Gewicht gewinnt.

Das begrenzte Inlandsangebot hat die US-Rindfleischpreise wiederholt auf Rekordstände getrieben. Seit 2020 beträgt der Anstieg laut den von EXAME angeführten Daten der Federal Reserve Bank of St. Louis 75 %. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums liegt der Preis 16 % über dem Vorjahresniveau. Lieferanten mit Zugang zum US-Markt profitieren, während Importeure, Einzelhändler und Gastronomiebetriebe höhere Beschaffungskosten tragen.

Nach Tysons Ankündigung, einen Teil der Verarbeitungskapazität stillzulegen, war eine Margenerholung erwartet worden. Laut BTG ist sie ausgeblieben: Tysons Absatzmengen sanken stärker als im Branchendurchschnitt, und auch die Margen gerieten unter Druck. Selbst die sommerliche Grillsaison, die gewöhnlich die Rindfleischspannen verbessert, brachte nicht den erwarteten Ergebnisbeitrag.

Zusätzliches Hähnchenangebot schafft ein weiteres Margenrisiko

BTG hält die starke Verbesserung im zweiten Geschäftshalbjahr, die Tyson zum Erreichen des unteren Endes seiner Prognose benötigt, für unwahrscheinlich. Die Bank erwartet 2026 für die Rindfleischsparte ein negatives bereinigtes EBIT von 635 Millionen $ und rechnet damit, dass Tyson seine Prognosen bei der nächsten Ergebnisvorlage anpassen könnte. Für Rinderlieferanten werden die Auslastung der Werke und die Einkaufspolitik der Verarbeiter zu wichtigen Signalen.

Die Lage bei Hähnchenfleisch ist weniger schwerwiegend, verschlechtert sich aber ebenfalls. Die lange Phase hoher Profitabilität hat US-Produzenten zu einer Ausweitung der Erzeugung veranlasst. BTG erwartet 2026 ein Wachstum des Hähnchenangebots um rund 3 %. Die zusätzlichen Mengen dürften Preise und Branchenmargen belasten und damit den stabilisierenden Beitrag von Tysons Geflügelsparte begrenzen.

BTG beließ Pilgrim’s Pride auf neutral. Das Unternehmen gilt als vergleichsweise attraktiver als Tyson, bietet aus Sicht der Bank aber noch keinen günstigen Einstiegspunkt. Regional entwickelt sich das Geschäft unterschiedlich: Ein Überangebot an Hähnchenfleisch drückte die Margen in Mexiko nahe an das Zyklustief und führte zu niedrigeren BTG-Schätzungen, während die europäischen Margen hoch und robust bleiben. Für Exporteure und Käufer steht einem knappen US-Rindfleischangebot somit ein härterer Wettbewerb bei Geflügel in den USA und Mexiko gegenüber.

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