Türkische Haselnussexporte sinken um 36 Prozent, Erlös bleibt über 2,5 Milliarden $
Die Türkei exportierte in der Saison 2025–2026 insgesamt 197.085 Tonnen Haselnüsse, 36 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Erlös sank dank höherer Werte je Tonne lediglich um 2 Prozent auf 2,51 Milliarden $, während sich die Beschaffungslage für internationale Käufer verschärfte.
Exportmenge fällt deutlich stärker als der Erlös
Die türkischen Haselnussexporte sind in der Saison 2025–2026 mengenmäßig stark zurückgegangen. Hohe Werte je Tonne begrenzten jedoch den Verlust bei den Deviseneinnahmen. Nach Angaben des Verbands der Exporteure von Haselnüssen und Haselnusserzeugnissen der Schwarzmeerregion, über die Para Durumu und Dünya berichteten, lieferte die Türkei vom 1. September 2025 bis zum 31. August 2026 insgesamt 197.085 Tonnen ins Ausland. Der Exportwert belief sich auf 2.509.526.039 $.
In der vorherigen Saison waren es laut Dünya 309.064 Tonnen im Wert von 2.558.540.904 $. Damit verringerte sich die Menge um 111.979 Tonnen beziehungsweise 36 Prozent. Der Erlös sank dagegen nur um 49.014.865 $ oder 2 Prozent. Der deutlich gestiegene durchschnittliche Exportwert ermöglichte es der Branche, ihre Einnahmen über 2,5 Milliarden $ zu halten, obwohl mehr als ein Drittel der Liefermenge wegfiel.
Achtmonatsdaten bestätigen höhere Werte
Die Zahlen für Januar bis August zeigen dasselbe Muster. Haberler.com zufolge exportierte die Türkei in den ersten acht Monaten 2026 insgesamt 134.000 Tonnen für 1.731.492.000 $. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es 174.000 Tonnen für 1.457.354.000 $. Die Menge sank somit um 23 Prozent, während der Wert um 19 Prozent stieg. Die Türkei belieferte 109 Länder; Deutschland, Italien, Frankreich, Polen und China waren die fünf wichtigsten Absatzmärkte.
Haberler.com nannte für die gesamte zwölfmonatige Exportsaison leicht abweichende Werte: 197.544 Tonnen und 2,512 Milliarden $, entsprechend Rückgängen von 36 Prozent bei der Menge und 1 Prozent beim Wert. Para Durumu und Dünya meldeten dagegen 197.085 Tonnen und 2.509.526.039 $ sowie einen Erlösrückgang von 2 Prozent. Ungeachtet dieser geringen Abweichung zeigen alle Angaben denselben Markttrend: Ein starker Mengenrückgang wurde durch höhere Exportwerte je Tonne weitgehend aufgefangen.
In Trabzon schrumpft die Menge noch stärker
Trabzon, die führende türkische Provinz für Haselnussexporte, verzeichnete eine ähnliche gegenläufige Entwicklung von Menge und Wert. Nach Angaben von Haberler.com exportierte die Provinz von Januar bis August 2026 insgesamt 37.071 Tonnen für 575.749.000 $. Im Vorjahreszeitraum waren es 51.317 Tonnen im Wert von 451.391.000 $. Die Menge sank um 28 Prozent, während der Erlös ebenfalls um 28 Prozent stieg. Trabzon stellte in den ersten acht Monaten 2026 einen Anteil von 33,25 Prozent an den türkischen Haselnussexporten.
In der gesamten Saison exportierte Trabzon 45.226 Tonnen im Wert von 674.432.000 $. Gegenüber der vorherigen Saison sank die Menge um 49 Prozent und der Erlös um 13 Prozent. Für Verarbeiter und Importeure in Deutschland, Italien, Frankreich, Polen und China bedeutet das geringere türkische Angebot höhere Rohstoffkosten und eine angespanntere Beschaffung. Türkische Exporteure profitieren von höheren Erlösen je Tonne, können jedoch weniger Ware verkaufen und sind in der nächsten Vermarktungssaison stärker von der Erntemenge abhängig.