Senegals Weizenimporte steigen um 30,3 % auf 904.947 Tonnen
Senegal importierte 2024 insgesamt 904.947 Tonnen Weizen, 30,3 % mehr als 2020. Rund zehn Mühlen verarbeiten den größten Teil für den heimischen Markt, während kleinere Mehlmengen in westafrikanische Nachbarländer gehen.
Importe nähern sich der Marke von einer Million Tonnen
Senegal importierte 2024 insgesamt 904.947 Tonnen Weizen. Damit rückte das Land nahe an die symbolische Schwelle von einer Million Tonnen heran und festigte seine Stellung unter den größten Weizenmärkten Westafrikas. Agence Ecofin führt Senegal als drittgrößten Importeur der Region neben den größeren Märkten Nigeria und Ghana.
Vom senegalesischen Amt für Statistik und Demografie ANSD zusammengestellte Daten zeigen, dass die Einfuhren von Weichweizen innerhalb von fünf Jahren um 30,3 % stiegen. Das Volumen nahm von 693.996 Tonnen im Jahr 2020 auf 904.947 Tonnen im Jahr 2024 zu. Da die heimische Weizenproduktion unbedeutend bleibt, decken Importe nahezu den gesamten Bedarf von Verbrauchern und Verarbeitern.
Weizen ist nach Reis Senegals zweitgrößter Ausgabenposten bei Lebensmittelimporten. Der Wert der Käufe erreichte 2024 insgesamt 171,37 Milliarden CFA-Franc. Agence Ecofin nannte in verschiedenen Artikeln unterschiedliche Dollarumrechnungen von 301,3 Millionen $ und 303,5 Millionen $, während der Betrag in CFA-Franc übereinstimmt.
Niedrigere Preise begrenzen die Importrechnung
Die höhere physische Nachfrage führte 2024 nicht zu einem entsprechenden Ausgabenanstieg. Laut den von Agence Ecofin zitierten ANSD-Daten sank der Wert der Weizenimporte gegenüber dem Vorjahr um 8,4 %, obwohl das Volumen um 0,8 % zunahm. Es war das zweite Jahr in Folge mit steigender Menge und sinkendem Wert.
ANSD führte diese gegenläufige Entwicklung auf niedrigere internationale Weizenpreise zurück. Der Handelsanalyse zufolge fielen die weltweiten Notierungen 2024 um 23,9 %, nachdem sie bereits 2023 um 19,6 % nachgegeben hatten. Senegalesische Mühlen und Importeure konnten dadurch etwas mehr Getreide beschaffen und zugleich weniger ausgeben als im Vorjahr.
Frankreich, Russland, Litauen und Polen waren nach Angaben der Statistikbehörde 2024 die wichtigsten Herkunftsländer. Damit ist Senegals Mühlensektor eng mit Produktion, Preisen und Logistik in Europa und der Schwarzmeerregion verbunden.
Mühlen beliefern den Inlands- und Regionalmarkt
Rund zehn Getreidemühlen sind für Senegals Weizenkäufe verantwortlich. Agence Ecofin nennt Grands Moulins de Dakar, Grands Moulins du Sahel, MS, FKS, NMA und Olam als wichtige Betreiber gemessen an ihrer Verarbeitungskapazität. Der größte Teil des importierten Getreides wird im Land vermahlen und vor allem in Form mehlbasierter Lebensmittel verbraucht.
Ein kleinerer Teil stützt den regionalen Mehlhandel. ANSD-Daten zufolge exportierte Senegal von 2020 bis 2023 jährlich durchschnittlich 13.861 Tonnen Weichweizenmehl; 2021 wurde mit 29.249 Tonnen der Höchststand erreicht. Die jährlichen Exporterlöse lagen im Durchschnitt bei 3,86 Milliarden CFA-Franc und erreichten 2021 einen Spitzenwert von 7,7 Milliarden CFA-Franc. Der wachsende Verbrauch stärkt Senegal somit sowohl als großen Weizenkäufer als auch als Verarbeitungsstandort für benachbarte westafrikanische Märkte.