Russlands Fischfang übersteigt 2,6 Millionen Tonnen, Fernost liefert über 70 %
Russlands Fischfang hat 2,6 Millionen Tonnen überschritten und liegt insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres, erklärte Vizepremier Dmitri Patruschew. Mehr als 70 % der Fänge entfallen auf den Fernen Osten; die Heringsfischerei entwickelt sich 2026 besser als erwartet, während auch Seelachs und Krabben erfolgreich gefangen werden.
Fangmenge bleibt nahe am Vorjahresniveau
Russlands Fischfang hat 2,6 Millionen Tonnen überschritten. Die Produktion reicht aus, um den heimischen Markt vollständig zu versorgen und die Exportziele zu erfüllen, sagte Vizepremier Dmitri Patruschew der Zeitung Iswestija vor dem Östlichen Wirtschaftsforum.
InvestFuture berichtete unter Berufung auf Patruschew, dass die Fangdynamik insgesamt ungefähr dem Vorjahresniveau entspreche. Eine Prognose für das Gesamtjahr, die Aufteilung zwischen Inlandsabsatz und Exporten sowie vergleichbare Fangzahlen für den vorherigen Zeitraum wurden nicht genannt.
Die verfügbaren Angaben zeigen dennoch, dass Russland weiterhin über eine große Fischereibasis verfügt und sowohl heimische Verarbeiter als auch ausländische Kunden beliefern kann. Die Verteilung zwischen beiden Absatzwegen hängt von der Verfügbarkeit einzelner Arten, den Verarbeitungskapazitäten und der Nachfrage ab.
Fernost liefert mehr als 70 %
Mehr als 70 % des russischen Fischfangs entfallen laut Patruschew auf den Fernen Osten. Damit ist die Region sowohl für die Rohstoffversorgung russischer Fischverarbeiter als auch für die Erfüllung von Exportaufträgen entscheidend.
Diese Konzentration führt dazu, dass Fangbedingungen, Flottenbetrieb und Umschlagkapazitäten im Fernen Osten das landesweite Ergebnis besonders stark beeinflussen. Die regionalen Fänge bestimmen das Angebot für Tiefkühlung, Verarbeitung und Vertrieb innerhalb Russlands sowie für Lieferungen ins Ausland.
Regionale Tonnagen oder Angaben zu einzelnen Häfen wurden nicht veröffentlicht. Ein Anteil von über 70 % zeigt jedoch, dass das nationale Angebot stark von der Leistung der fernöstlichen Fischwirtschaft abhängt.
Heringsfischerei übertrifft Erwartungen
Nach Patruschews Angaben sind die Bedingungen für die Heringsfischerei 2026 besser als erwartet. Auch der Fang von Seelachs und Krabben verlaufe erfolgreich, konkrete Mengen oder Wachstumsraten für die drei Arten wurden jedoch nicht genannt.
Der Artenmix ist für die einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette unterschiedlich relevant. Hering und Seelachs bedienen die großvolumige Verarbeitung und breite Verbrauchermärkte, während Krabben ein eigenes kommerzielles Segment bilden. Gute Fangergebnisse erhöhen die Rohstoffverfügbarkeit, doch ohne Angaben zu Verkäufen, Beständen und Zielländern lassen sich Auswirkungen auf Preise und Exporterlöse nicht bewerten.
Nach offizieller Einschätzung reicht die laufende Produktion für den russischen Verbrauch und die Exportverpflichtungen aus. Produzenten, Verarbeiter und Händler werden nun auf den endgültigen Saisonfang, die Verteilung zwischen inländischen und ausländischen Käufern sowie die Dauerhaftigkeit der starken Heringsfischerei achten.