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Polnische Schweinepreise steigen in zwei Wochen um 29,6% wegen knapperer Spanien-Lieferungen

Die Preise für Schlachtschweine in Polen sind binnen zwei Wochen um mehr als 29,6% gestiegen, einzelne Angebote für Handelsklasse E erreichen 7,00 Zloty je kg. Hitze und ein geringeres Angebot aus Spanien treiben die Nachfrage nach polnischen Tieren, erklären den gesamten Preissprung nach Einschätzung einiger Marktteilnehmer aber nicht.

Polnische Schweinepreise steigen in zwei Wochen um 29,6% wegen knapperer Spanien-Lieferungen

Polnische Preise lösen sich vom deutschen Markt

Die Preise für Mastschweine in Polen sind laut CenyRolnicze.pl innerhalb von nur zwei Wochen um mehr als 29,6% gestiegen. Am freien Markt liegen Angebote für Schlachtkörper der Handelsklasse E inzwischen bei 7,00 Zloty je kg; bei Einzelverhandlungen sollen noch höhere Preise möglich sein. Vor Kurzem lagen die polnischen Notierungen noch fast 1 Zloty je kg unter dem deutschen Niveau. Nun übertreffen sie es um einen ähnlichen Betrag.

Top Agrar nennt eine breitere Preisspanne. Die meisten Schlachtbetriebe zahlten für Tiere der Klasse E zwischen 6,50 und 6,70 Zloty je kg. PolPig-Präsident Aleksander Dargiewicz bezifferte den höchsten von ihm erfassten Preis auf 6,80 Zloty und hatte noch kein Angebot über 7,00 Zloty gefunden. Die eigene Erhebung von Top Agrar ergab Schlachthofpreise von 4,50-5,20 Zloty je kg Lebendgewicht und 5,50-6,70 Zloty je kg Schlachtgewicht für Klasse E. In der jüngsten Woche stiegen die Lebendpreise um etwa 0,50-0,60 Zloty je kg.

Hitze verringert das spanische Angebot

Dargiewicz führt den polnischen Anstieg vor allem auf geringere spanische Lieferungen nach der Hitze in Südeuropa zurück. Die hohen Temperaturen verlangsamten die Gewichtszunahme spanischer Schweine. Dadurch standen weniger Schlachttiere zur Verfügung, und Spanien lieferte weniger Schweinefleisch in andere EU-Märkte, darunter Polen. Gegenüber Top Agrar berichtete er von einem Verarbeiter, der zuvor große Mengen spanischen Schweinefleischs einschließlich Schweinehälften importiert hatte. Nach einem deutlichen Rückgang der Lieferungen suchte das Unternehmen verstärkt Tiere in Polen, um seine Produktion aufrechtzuerhalten.

CenyRolnicze.pl bezweifelt jedoch, dass die bekannten Fundamentaldaten einen Anstieg um 29,6% in 14 Tagen rechtfertigen. Frühere Preissteigerungen von 8-10% ließen sich demnach mit einem geringeren Schweineangebot während arbeitsintensiver Erntewochen erklären. Für den jüngsten Sprung sei eine schlüssige Erklärung schwieriger. Bewegungen dieser Größenordnung sind selten und können mit Spekulation oder einer plötzlichen Angebotsstörung einhergehen.

EU-Überschuss begrenzt die längerfristigen Aussichten

Der polnische Preissprung trifft auf einen stabilen deutschen Markt. Die VEZG-Notierung blieb bei 1,40 Euro je kg Schlachtgewicht der Klasse E, was in den beiden Berichten umgerechnet etwa 6,05-6,06 Zloty je kg entspricht. Laut Top Agrar halten sich Angebot und Nachfrage in Deutschland beim derzeit niedrigen Preisniveau die Waage. Saisonal geringe Schlachtzahlen und Schlachtkörpergewichte stützen dieses Gleichgewicht. Nach den jüngsten Daten der EU-Beobachtungsstelle für den Fleischmarkt lag der durchschnittliche Erzeugerpreis für Klasse E bei 1,49 Euro je kg und damit 26,6% unter dem Vorjahreswert. Ferkel kosteten durchschnittlich 38,40 Euro je Tier, fast 40% weniger.

Die Schweinefleischproduktion der EU liegt über dem Vorjahresniveau, während die Exportmöglichkeiten insbesondere nach China geschrumpft sind. CenyRolnicze.pl zufolge gingen Chinas Einfuhren von EU-Schweinefleisch in den fünf Monaten nach Einführung der Zölle um 29% zurück. Spanien könnte nach Aufhebung der ASP-bedingten Beschränkungen durch die Philippinen einen zusätzlichen Absatzmarkt erschließen. Dargiewicz weist allerdings darauf hin, dass philippinische Käufer besonders an Innereien interessiert sind.

Dargiewicz erwartet, dass sich das spanische Angebot nach dem Ende der Hitze erholt und in Polen eine moderate Preiskorrektur nach unten auslösen kann. Mit einer deutlichen Marktverbesserung rechnet er in diesem Jahr nicht. Attraktivere Preise erwartet er erst im Frühjahr des kommenden Jahres, wenn sinkende Schweinebestände das EU-Angebot begrenzen. In Brandenburg ist dieser Rückgang bereits sichtbar: Laut CenyRolnicze.pl sank der Bestand innerhalb von sechs Monaten um 9,5% beziehungsweise rund 56000 Tiere auf den niedrigsten Stand seit 1990. Die Zahl der schweinehaltenden Betriebe verringerte sich um 13%, entsprechend 15 Beständen.

Vollständige Marktanalyse

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