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Polnische Rindfleischexporteure setzen auf Japan und Hongkong

Polen will seine Rindfleischverkäufe nach Japan und Hongkong durch direkte Kontakte mit asiatischen Importeuren, Verarbeitern und Händlern ausbauen. Die Agrar- und Lebensmittelexporte in beide Märkte stiegen im ersten Halbjahr 2026, doch weiteres Wachstum erfordert die Einhaltung von Auflagen, verlässliche Lieferungen und neue Verträge.

Polnische Rindfleischexporteure setzen auf Japan und Hongkong

Polen präsentiert sein Rindfleischangebot asiatischen Käufern

Polen will seine Rindfleischverkäufe nach Japan und in die Sonderverwaltungsregion Hongkong steigern, während die Fleischwirtschaft zusätzliche Kunden außerhalb der Europäischen Union sucht. Nach Angaben von Agronews trafen sich Vertreter asiatischer Unternehmen aus Einkauf, Import, Verarbeitung und Vertrieb von Fleisch mit Beamten des polnischen Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Im Mittelpunkt standen Handelsmöglichkeiten und längerfristige Geschäftsbeziehungen.

Staatssekretär Jacek Czerniak stellte bei dem Treffen das Exportpotenzial polnischer Fleischunternehmen vor. Japan und Hongkong seien bereits wichtige Abnehmer polnischen Fleisches, wobei Rindfleisch unter den in diese Märkte verkauften Agrar- und Lebensmittelprodukten eine bedeutende Rolle spiele. Das Ministerium erwartet von direkten Kontakten zu Importeuren weiteres Handelswachstum. Verträge oder mögliche Liefermengen wurden jedoch nicht bekannt gegeben.

An den Gesprächen nahmen außerdem die stellvertretende oberste Veterinärbeamtin Karolina Florek und Paweł Zaręba, Leiter des Asienreferats in der Exportförderungsabteilung des Nationalen Zentrums für Landwirtschaftsförderung, teil. Ihre Beteiligung verweist auf zwei praktische Voraussetzungen: Geschäftspartner entlang der gesamten Lieferkette und die dauerhafte regulatorische Zulassung für Erzeugnisse tierischen Ursprungs.

Agrar- und Lebensmittelexporte steigen in beiden Märkten

Polens Agrar- und Lebensmittelexporte nach Japan überstiegen in den ersten sechs Monaten 2026 laut Agronews 38,5 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 37,2 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von rund 3,5 %. Die Zahlen umfassen sämtliche Agrar- und Lebensmittelprodukte und nicht nur Rindfleisch. Sie zeigen daher die Entwicklung des Gesamtmarktes, aber weder Wert noch Menge der polnischen Rindfleischlieferungen.

Hongkong verzeichnete ein deutlich höheres Wachstum. Im ersten Halbjahr 2026 erreichten die polnischen Agrar- und Lebensmittelexporte dorthin mehr als 27,7 Millionen Euro, nach 23 Millionen Euro im Vorjahr. Das war ein Plus von rund 20 %. Dadurch gewinnt Hongkong für polnische Lebensmittellieferanten an Bedeutung, allerdings geht aus den verfügbaren Daten nicht hervor, welche Produkte den Zuwachs getragen haben.

Stabile Abnehmer außerhalb der EU könnten der Rindfleischbranche zusätzliche Absatzmöglichkeiten für die heimische Produktion eröffnen und ihre Abhängigkeit von Schwankungen der europäischen Nachfrage verringern. Japan und Hongkong sind besonders attraktiv, weil Teile ihrer Verbrauchermärkte höhere Preise für hochwertiges Fleisch akzeptieren. Polnische Anbieter positionieren Rindfleisch deshalb als europäisches Premiumprodukt und nicht ausschließlich über das Liefervolumen.

Marktzugang muss zu Verträgen führen

Japans hohe Anforderungen an Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit, Rückverfolgbarkeit und Produktqualität machen den Marktzugang wertvoll, aber operativ anspruchsvoll. Eine Präsenz in Japan kann das Ansehen polnischer Premiumlebensmittel in Asien stärken. Exporteure müssen die veterinärmedizinischen und sanitären Vorgaben jedoch dauerhaft erfüllen. Konformität ist damit keine einmalige Eintrittsaufgabe, sondern eine Voraussetzung für regelmäßige Lieferungen.

Die regulatorische Zulassung allein garantiert noch keinen Absatz. Exporteure brauchen Importeure, Händler, Verarbeiter und Endkunden, die wiederholt bestellen. Die angereiste Delegation vertrat Unternehmen aus mehreren Stufen der Lieferkette. Polnische Anbieter konnten daher den Weg der Ware vom Einkauf und der Importabfertigung bis zur Verarbeitung und lokalen Distribution erörtern.

Organisiert wurde der Besuch vom Verband der Produzenten und Arbeitgeber der Fleischindustrie im Rahmen des von der EU kofinanzierten Programms „Europäisches Rindfleisch auf asiatischen Märkten — Fortsetzung“. Entscheidend wird sein, ob aus den Gesprächen neue Verträge und größere Rindfleischlieferungen entstehen. Solange keine Vereinbarungen offengelegt werden, ist das Exportwachstum im ersten Halbjahr ein positives Marktsignal, aber noch kein Beleg für eine wesentliche Ausweitung der polnischen Rindfleischverkäufe.

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