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Olivenölpreise sinken, während Brasiliens Importe kräftig anziehen

Die weltweite Nachfrage nach Olivenöl bleibt robust, während die Erzeugerpreise von ihren Krisenhochs zurückgehen. Brasiliens Importe stiegen im ersten Halbjahr 2025/26 um 40,5 %, doch Griechenland lieferte 2024/25 lediglich 189 Tonnen.

Olivenölpreise sinken, während Brasiliens Importe kräftig anziehen

Der Markt bewegt sich wieder in Richtung Gleichgewicht

Nach zwei Jahren mit starken Produktionsschwankungen und historischen Höchstpreisen zeigt der internationale Olivenölmarkt Anzeichen einer Normalisierung. Von Gargalianoi Online veröffentlichte Daten des Internationalen Olivenrats weisen auf eine weiterhin robuste Nachfrage und steigende Importe in den meisten großen Märkten hin. Die Erzeugerpreise gehen inzwischen zurück, liegen aber noch über dem Niveau vor der jüngsten Angebots- und Preiskrise.

Im ersten Halbjahr des Wirtschaftsjahres 2025/26, von Oktober 2025 bis März 2026, erhöhten sich die Olivenölimporte der wichtigsten internationalen Märkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,3 %. Die meisten Märkte verzeichneten Zuwächse. Kanada und die Vereinigten Staaten bildeten mit rückläufigen Einfuhren die Ausnahme. Die Zahlen deuten darauf hin, dass niedrigere Preise die Beschaffung stützen, ohne dass sich bislang ein Rückgang des Verbrauchs abzeichnet.

Brasilien entwickelt sich zu einem wichtigen Wachstumsmarkt

Unter den großen Märkten außerhalb des Mittelmeerraums sticht Brasilien hervor. Die gesamten Importe sanken 2024/25 geringfügig um 0,5 %, legten im ersten Halbjahr des neuen Wirtschaftsjahres jedoch um 40,5 % zu. Der Verbrauch liegt bei rund 0,4 Kilogramm je Einwohner und damit deutlich unter dem Niveau der Mittelmeerländer. Brasilien bietet folglich weiteres Wachstumspotenzial und steht bereits für etwa 9 % der weltweiten Olivenölimporte sowie mehr als 3 % des globalen Verbrauchs.

Im Wirtschaftsjahr 2024/25 importierte Brasilien insgesamt 81.333 Tonnen Olivenöl und Oliventresteröl. Davon entfielen 69.475 Tonnen auf natives Olivenöl, 11.293 Tonnen auf anderes Olivenöl und 565 Tonnen auf Oliventresteröl. Portugal dominierte mit 56.478 Tonnen, gefolgt von Spanien mit 9.681 Tonnen, Argentinien mit 5.896 Tonnen und Italien mit 4.372 Tonnen. Die Mengen zeigen, wie stark Brasiliens Lieferketten auf eine kleine Gruppe etablierter Exporteure ausgerichtet sind.

Griechenland konnte von diesem Geschäft bislang kaum profitieren. Die brasilianischen Einfuhren aus Griechenland beliefen sich auf nur 189 Tonnen und bestanden ausschließlich aus nativem Olivenöl. Der Abstand zu den führenden Lieferanten verdeutlicht die kommerzielle Aufgabe für griechische Exporteure: Wachsende Nachfrage schafft nicht automatisch einen besseren Marktzugang. Um den niedrigen Pro-Kopf-Verbrauch in Verkäufe umzusetzen, braucht es Vertriebsstrukturen, Markenbekanntheit und eine verlässliche Verfügbarkeit.

Europäische Preise sinken unterschiedlich stark

An den wichtigsten europäischen Referenzmärkten gehen die Erzeugerpreise mit unterschiedlicher Geschwindigkeit zurück. Im spanischen Jaén kostete natives Olivenöl extra Mitte Juni 378,5 € je 100 Kilogramm und damit noch 7,5 % mehr als ein Jahr zuvor. Im italienischen Bari sank der Preis dagegen auf 565 € je 100 Kilogramm, rund 42 % unter dem außergewöhnlich hohen Vorjahresniveau. Auch das übrige Olivengeschäft bleibt aktiv: Von September 2025 bis März 2026 stiegen die Tafelolivenimporte der wichtigsten Märkte um 5,6 %. Daraus entstehen Chancen für Exporteure aus dem Mittelmeerraum, darunter Griechenland. Die Klimaschwankungen bleiben jedoch der größte Unsicherheitsfaktor für Produktion und Weltmarkt.

Vollständige Marktanalyse

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