Griechische Lebensmittelpreise sinken im ersten vollen Monat der Preisinitiative um 0,2%
Die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak in Griechenland sanken im September um 0,2% gegenüber dem Vorjahr. Es war der erste volle Monat der Preisinitiative für 1.740 Artikel; höhere Preise für Milchprodukte stellen die Entwicklung nun auf die Probe.
Lebensmittel entkoppeln sich von der Gesamtinflation
Die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak in Griechenland sanken im September um 0,2% gegenüber dem Vorjahr und entwickelten sich damit gegenläufig zur Gesamtinflation. Nach vorläufigen Eurostat-Daten, über die Proto Thema berichtete, stieg die harmonisierte Inflationsrate des Landes von 3,7% im August auf 5,1%.
Der September war der erste volle Monat der Nationalen Initiative zur Preissenkung. Das von Entwicklungsminister Takis Theodorikakos vorangetriebene Programm umfasst 1.740 Artikel und bindet Hersteller sowie Handelsketten ein. Von Proto Thema zitierte Ministeriumskreise bewerteten die ersten Zahlen positiv. Die Daten allein erlauben jedoch keine eindeutige Trennung zwischen der Wirkung des Programms und anderen Marktfaktoren.
Lebensmittelinflation stabilisiert sich nahe null
Seit Juli bewegt sich der Lebensmittelindex um die Nulllinie. Von 2,2% im Juni sank er auf -0,3% im Juli, stieg im August leicht auf 0,1% und fiel im September wieder auf -0,2%. Gleichzeitig erhöhte sich die harmonisierte Gesamtinflation von 2,7% im Juli auf 3,7% im August und 5,1% im September. Die auseinanderlaufende Entwicklung zeigt, dass Lebensmittel die jüngste Beschleunigung nicht ausgelöst haben. Eine genauere Aufschlüsselung werden die endgültigen Daten liefern.
Griechenland gehörte zu nur vier Ländern des Euroraums mit sinkenden Preisen in der Kategorie Lebensmittel, Alkohol und Tabak. Lettland meldete -3,1%, die Slowakei -1,9% und die Niederlande -0,6%, während der Durchschnitt des Euroraums bei 1,4% lag. Am anderen Ende standen Zypern mit 3,4%, Luxemburg mit 3,3%, Bulgarien mit 2,5%, Malta mit 2,4% und Italien mit 2%.
Milchprodukte werden zum Test im Oktober
Das allgemeine Inflationsumfeld bleibt schwierig. Im Euroraum beschleunigte sich der Energiepreisanstieg von 14,3% im August auf 18,8% im September; bei Dienstleistungen nahm die Rate von 3% auf 3,2% zu. Der Rückgang der griechischen Lebensmittelpreise fällt dadurch stärker auf. Hersteller, Lieferanten und Händler bleiben dennoch Kosten- und Nachfragedruck ausgesetzt.
Der Septemberwert bildet die Lage vor einer neuen Preisrunde ab. Anfang Oktober wurden 100 Artikel aus dem Bereich Milchprodukte teurer, nachdem es dort bereits im Juli Erhöhungen gegeben hatte. Proto Thema zufolge wägen Hersteller und Lieferanten vor dem traditionell konsumstarken Festgeschäft höhere Kosten gegen Wettbewerbsdruck und die begrenzte Belastbarkeit der Verbraucher ab.
Regeln für Aktionen bremsen Preiserhöhungen
Der Markt muss nun zeigen, ob die seit Juli sichtbare Stabilisierung anhält. Nach dem geltenden Regelwerk darf ein Produkt nach einer Preiserhöhung drei Monate lang nicht als Sonderangebot beworben werden. In einem intensiven Handelswettbewerb schafft dies einen zusätzlichen wirtschaftlichen Anreiz, Erhöhungen zu vermeiden.
Für Hersteller und Händler ist entscheidend, ob die Anpassungen auf die 100 Milchproduktartikel begrenzt bleiben oder eine breitere Preisrunde auslösen. Verbraucher spürten im September bei Lebensmitteln Entlastung, obwohl die Gesamtinflation anzog. Im Oktober wird sich zeigen, ob Initiative und Aktionsbeschränkung den Kostendruck dämpfen können, ohne Sortiment und Wettbewerb zu beeinträchtigen.
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