Grundnahrungsmittel in Griechenland verteuern sich deutlich schneller als im EU-Schnitt
Rindfleisch, Fleisch insgesamt, Nüsse und Käse verteuern sich in Griechenland ein Vielfaches schneller als in der EU, obwohl die Nahrungsmittelinflation insgesamt nur 0,2 % beträgt – so To Vima und in.gr mit Verweis auf Eurostat. Seit dem 1. Oktober gelten Preiserhöhungen von 8 % bis 15 % bei Milchprodukten, Feta könnte zum Jahresende rund 16 Euro je Kilo kosten.
Die Preise mehrerer Grundnahrungsmittel steigen in Griechenland um ein Vielfaches schneller als im Durchschnitt der Europäischen Union, obwohl die Nahrungsmittelinflation insgesamt nahe null bleibt. Das berichten To Vima und in.gr unter Berufung auf die aktuellen Eurostat-Zahlen: Im gesamten Lebensmittelkorb bleibt der Jahresanstieg in Griechenland bei 0,2 %, in der EU bei 0,3 %.
Die Abweichung steckt in diesem flachen Gesamtwert. Rindfleisch verteuert sich mehr als doppelt so schnell wie im europäischen Tempo, Fleisch insgesamt fast viermal so schnell, Nüsse mehr als sechsmal. Bei Käse steigen die Preise im griechischen Regal weiter, während sie in der EU sinken.
Wo die Lücke am größten ist
- Rindfleisch: +13,5 % im Jahresvergleich in Griechenland gegenüber +6,7 % in der EU.
- Fleisch frisch, gekühlt und gefroren insgesamt: +8,5 % gegenüber +2,2 % in der EU.
- Nüsse: +12,3 % gegenüber +1,9 %.
- Käse: +1,5 % in Griechenland im August gegenüber einem Rückgang von 2,4 % in der EU.
- Joghurt und verwandte Produkte: +0,6 % in Griechenland gegenüber -0,4 % im europäischen Markt.
Diese Abweichung bei Käse und Joghurt lag bereits vor der neuen Erhöhungsrunde bei Milchprodukten vor, die laut To Vima und in.gr am 1. Oktober mit Spannen von 8 % bis 15 % in Kraft trat. ERT, zitiert von newsit.gr, berichtet, die Hersteller hätten Preiserhöhungen bei Milchprodukten auf Schafmilchbasis vorab angekündigt, und nennt für Feta ein Plus von 7 %.
Neue Schafmilchverträge verschieben die Feta-Kalkulation
Nikos Tachas, Pressesprecher der Nationalen Branchenorganisation für Feta und Präsident des Verbands der griechischen Käsereien, führte den Druck in der Sendung Oikonomikos Tachydromos auf Meganews auf einen Mangel an Schaf- und Ziegenmilch infolge von Tierseuchen zurück. Nach seinen Angaben steigt der Einkaufspreis für Schafmilch in den neuen Verträgen von 1,65 auf 1,90 Euro je Kilo.
Die Weitergabe an Feta ist nahezu mechanisch. Da für ein Kilo Käse vier Kilo Milch benötigt werden, erhöhen die zusätzlichen 25 Cent je Kilo Milch die Rohstoffkosten um einen Euro je Kilo Produkt. Tachas schätzt, dass der durchschnittliche Einzelhandelspreis für Feta zusammen mit den übrigen Betriebskosten bis Jahresende von heute etwa 13 Euro auf rund 16 Euro je Kilo steigen könnte. Bei Frischprodukten komme der Kostenschub schneller an, weil Milch in kurzer Zeit gesammelt, verarbeitet und ins Regal gebracht werde.
Getreide und Kraftstoffe verlängern die Liste
newsit.gr berichtet, dass weitere Erhöhungen über Milchprodukte hinaus erwartet werden: Als Nächstes stehen Toastbrot und Frühstücksgetreide an, getrieben von höheren internationalen Getreidepreisen. Der Bericht verweist auf das geopolitische Umfeld, konkret auf das Wiederaufflammen der Kriege im Iran und in der Ukraine, sowie auf eine Lieferkette, die von den anhaltenden Schwankungen der Kraftstoffpreise bereits betroffen ist.
Behörde will die Linie halten
Die Unabhängige Marktaufsichtsbehörde fordert die Hersteller auf, die bestehende Preissenkungsmaßnahme um zwei weitere Monate bis Ende 2026 zu verlängern. Bislang sind 440 Produktcodes für den Verkauf zu niedrigeren Preisen bis zum 31. Dezember 2026 freigegeben – davon 373 Markenartikel und 67 Eigenmarken, so newsit.gr.
Die Behörde arbeitet zudem an einem Festtagskorb unter dem Arbeitstitel „Feste für alle“; Hersteller und Supermärkte wurden angesprochen. Ziel sind Preissenkungen von rund 25 % bei ausgewählten Lebensmittelcodes, wobei Fleisch – Pute, Rind, Lamm und Schwein – von der 25-Prozent-Regel ausgenommen würde und dort Senkungen von mindestens 5 % gelten sollen. Bei einer Einigung von Industrie und Handel würde das Programm in den letzten zwei Dezemberwochen laufen, voraussichtlich vom 19. bis 31. Dezember.
Die Nachfrage reagiert bereits. Der griechische Verbraucher habe „leider Kaufkraft verloren“, sagte Tachas und beschrieb geringere Feta-Käufe und eine Verlagerung zum günstigeren Weißkäse.