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Dürrebedingter Futtermangel könnte die EU-Milcherzeugung bremsen

Die Dürre erschwert in Frankreich und Deutschland die Futtervorräte für die Saison 2026/2027. Eine geringere EU-Milcherzeugung und ein moderates Wachstum des weltweiten Konsums könnten Polens Erzeugerpreise wieder über 2 Zloty je Liter heben, während hohe Kosten die Margen belasten.

Dürrebedingter Futtermangel könnte die EU-Milcherzeugung bremsen

Frankreich und Deutschland fehlen Futterreserven

Europas Milchviehbetriebe schließen die Einlagerung von Raufutter für die Saison 2026/2027 allmählich ab. Wegen der Dürre verfügen wichtige Erzeugungsregionen jedoch nicht über ausreichend Silage, Heu und anderes Grundfutter. Nach Angaben von Farmer.pl sind Frankreich und Deutschland am stärksten betroffen, zwei der größten Milcherzeuger der Europäischen Union.

Martin Ziaja zufolge wurde praktisch ganz Frankreich und ein erheblicher Teil Deutschlands so stark von der Dürre getroffen, dass Betriebe möglicherweise nicht genügend Mais- und Grassilage sowie Heu für die kommende Saison einlagern können. Der Ort der Engpässe ist entscheidend: Produktionsänderungen in diesen beiden Ländern können die Bilanz des gesamten EU-Milchmarkts spürbar beeinflussen.

Auch in Polen gibt es Probleme mit der Futterverfügbarkeit, allerdings in deutlich geringerem Umfang. Lokale Engpässe betreffen vor allem Teile der Woiwodschaften Oppeln, Niederschlesien und Lublin. Ziaja erwartet nicht, dass die Dürre in Polen großflächig genug ist, um die gesamte nationale Milcherzeugung wesentlich zu beeinträchtigen.

Weniger Produktion könnte den Milchüberschuss abbauen

Das größere Risiko besteht auf EU-Ebene. Unzureichende Futtervorräte könnten zusammen mit der seit Anfang 2026 niedrigen Rentabilität der Milcherzeugung einige Landwirte zu Produktionskürzungen bewegen. Ziaja rechnet damit, dass die Folgen der Dürre für das EU-Angebot sichtbar werden und gemeinsam mit den schwachen Margen den Überschuss an Rohmilch verringern.

Gleichzeitig wächst der weltweite Konsum von Milchprodukten moderat. Steigt die Nachfrage weiter, während Europas Milcherzeugung nachlässt, könnte sich die Verhandlungsposition der Erzeuger verbessern. Ziaja hält es unter diesen Bedingungen für möglich, dass die polnischen Erzeugerpreise erneut über 2 Zloty je Liter steigen.

Ein Preis oberhalb dieser Marke würde hohe Rentabilität nicht automatisch wiederherstellen. Milchviehbetriebe und Verarbeiter sind weiterhin mit steigenden Energie- und Kraftstoffpreisen sowie sehr hohen Arbeitskosten konfrontiert. Die Futterlage verschärft den Druck: Betriebe mit unzureichenden Vorräten könnten die Herdenleistung oder den Kuhbestand reduzieren beziehungsweise zusätzliches Futter kaufen müssen, obwohl ihre Margen bereits knapp sind.

Qualität, Größe und Konsolidierung werden wichtiger

Farmer.pl zufolge kann die polnische Milchwirtschaft im Wettbewerb nicht länger hauptsächlich auf attraktive Preise setzen. Ziaja erwartet einen stärkeren Fokus auf die Qualität der Rohmilch und der verarbeiteten Milchprodukte, während Höfe und Molkereien ihre Effizienz steigern müssen. Produktionsgröße, Rohstoffstandards und die Erfüllung anspruchsvollerer Abnehmerkriterien gewinnen an Bedeutung.

Dieser Druck dürfte die Konsolidierung beschleunigen und die Zahl der polnischen Milchviehbetriebe verringern. Die nationale Erzeugung muss deshalb nicht sinken: Durch die Konzentration bei größeren oder effizienteren Betrieben könnte sie stabil bleiben oder sogar wachsen. Für Erzeuger, Verarbeiter und Einkäufer werden in den kommenden Monaten daher nicht nur das EU-Angebot, sondern auch Futterkosten, Produktqualität und die Kostenbasis der verbleibenden Betriebe entscheidend sein.

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