Dcoop steigert Exportmenge, doch niedrigere Olivenölpreise drücken Erlös auf 697,5 Mio. €
Dcoop erhöhte 2025 das internationale Absatzvolumen um 10,11 %, während niedrigere Agrarpreise den Exporterlös um 23,75 % auf 697,5 Millionen € drückten. Olivenöl lieferte rund 70 % des Exportwerts; in den USA setzte die Gruppe 198 Millionen € um.
Mehr Menge gleicht den Preisrückgang nicht aus
Die spanische Agrargenossenschaft Dcoop hat ihr internationales Absatzvolumen 2025 erhöht, zugleich aber wegen sinkender Olivenölpreise weniger erlöst. Nach Angaben von Teatro Naturale exportierte die andalusische Gruppe 278,9 Millionen Kilogramm, Liter und Einheiten. Das waren 10,11 % mehr als die 253,3 Millionen des Jahres 2024. Der Wert der Lieferungen sank wegen niedrigerer Agrarpreise um 23,75 % von mehr als 914 Millionen € auf 697,5 Millionen €.
Dcoop mit Sitz in Antequera erzielte einschließlich der Tochtergesellschaften einen konsolidierten Umsatz von 1,421 Milliarden €, nach 1,554 Milliarden € im Jahr 2024. Der Rückgang um rund 8,6 % wurde vor allem durch die Korrektur der Olivenölpreise gegenüber den außergewöhnlichen Niveaus von 2024 verursacht. Die Genossenschaft verkaufte somit mehr Ware im Ausland, nahm je Einheit aber deutlich weniger ein.
Olivenöl bleibt das wirtschaftliche Kerngeschäft
Die Olivenölsparte von Dcoop erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 723,2 Millionen €. Die gesamten Aktivitäten rund um Oliven – darunter Öl, Tafeloliven, Ölmühlen, Trester und die Verwertung von Nebenprodukten – kamen auf etwa 875,3 Millionen €. Trotz der gesunkenen Marktpreise blieb dieser Bereich das größte Geschäftsfeld der Gruppe.
Dcoop und die Tochtergesellschaft Mercaóleo exportierten rund 112 Millionen Kilogramm beziehungsweise Liter loses und abgefülltes Öl im Wert von 491,2 Millionen €. Das entsprach etwa 70 % des gesamten Exportwerts. Wein übertraf Öl erstmals bei der Ausfuhrmenge und erreichte 120,2 Millionen Liter. Beim Umsatz blieb Olivenöl jedoch mit großem Abstand das wichtigere Produkt.
Die USA dienen als strategische Vertriebsplattform
Italien war 2025 der größte Zielmarkt für Dcoops Olivenöl, gefolgt von den USA. Über alle Produktgruppen hinweg waren Italien, die USA, das Vereinigte Königreich, Frankreich und Deutschland die fünf wichtigsten Exportmärkte. Die Erzeugnisse der angeschlossenen landwirtschaftlichen und tierhaltenden Familien erreichten insgesamt 82 Länder.
Der US-Umsatz belief sich auf 198 Millionen €, hauptsächlich mit Olivenöl und über die Verbindung zu Pompeian. Das entsprach etwa 28 % der internationalen Erlöse von 697,5 Millionen €. Laut Dcoop entfiel auf diesen Betrag zudem mehr als 70 % der Agrar- und Lebensmittelexporte der Provinz Málaga in die USA. Dcoop hält 50 % an Pompeian und bezeichnet das Unternehmen als führende Olivenölmarke der USA. Marktquellen und die Genossenschaft beziffern Pompeians Anteil an der Kategorie natives Olivenöl extra auf rund 20 %.
Vollständige Übernahme wegen Zollrisiken ausgesetzt
Dcoop und Pompeian begründeten ihre Partnerschaft 2015 durch einen Anteilstausch. Pompeian betreibt Abfüllanlagen in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland sowie im Großraum Los Angeles. Damit verfügt die Partnerschaft über industrielle und vertriebliche Kapazitäten vor Ort. Abfüllung, Marketing und Kundenzugang rücken so näher an einen der weltweit wichtigsten Märkte für importiertes Olivenöl.
Im November 2025 bestätigte Dcoop-Präsident Antonio Luque Verhandlungen über den Kauf der übrigen 50 % an Pompeian. Wegen der Unsicherheit im Handel zwischen den USA und Spanien sowie des Risikos neuer Zölle wurde das Vorhaben 2026 ausgesetzt. Dcoop bedient weiterhin mehrere Absatzkanäle: loses Öl, Handelsmarken und Verbrauchermarken. Die vollständig kontrollierte Mercaóleo betreibt in Antequera eine Anlage mit einer Abfüllkapazität von mehr als 70 Millionen Litern und unterstützt damit das Industrie- und Einzelhandelsgeschäft.
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