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China untersucht Formaldehyd-Vorwürfe bei Kohl, Südkorea prüft Importe

China hat eine Sonderuntersuchung angeordnet, nachdem der Einsatz von Formaldehyd zur Frischhaltung von Kohl bekannt geworden sein soll. Südkorea prüft, ob betroffene Ware importiert wurde, und hat die Kontrollen chinesischer Kohllieferungen verschärft.

China untersucht Formaldehyd-Vorwürfe bei Kohl, Südkorea prüft Importe

Zentralregierung ordnet Sonderuntersuchung an

Chinas Zentralregierung hat eine Sonderuntersuchung zu Vorwürfen angeordnet, wonach in einigen ländlichen Gebieten Formaldehyd eingesetzt wurde, um Kohl länger frisch zu halten. Auslöser war ein veröffentlichtes Video. Darauf tauchen Arbeiter die Wurzelenden von Kohlköpfen in eine mutmaßlich formaldehydhaltige Flüssigkeit und laden die Ware anschließend auf einen Lastwagen.

Nach Angaben der Zeitung Kyeonggi Ilbo war an der von einem Blogger gefilmten Ankaufstelle im Kreis Kangbao ein Behälter mit der Aufschrift „Formaldehydlösung“ zu sehen. Chinesische Behörden verfolgen die Vertriebswege des betroffenen Kohls, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Landesweit laufen außerdem Stichprobenkontrollen und Marktuntersuchungen.

Südkorea prüft mögliche Belastung der Importkette

Das südkoreanische Ministerium für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit teilte am 24. August mit, es prüfe, ob Kohl aus dem Umfeld der mutmaßlichen Praxis nach Südkorea exportiert wurde. Laut Kyeonggi Ilbo holt die Behörde dazu unter anderem Informationen über die chinesische Botschaft in Südkorea ein.

Das Ministerium hat die Importkontrollen für Kohl aus China mit sofortiger Wirkung verschärft. Sobald weitere Informationen vorliegen, sollen zusätzliche Maßnahmen folgen. Das verfügbare Quellenmaterial nennt weder eine bestätigte Lieferung betroffener Ware noch Mengen, Lieferanten oder Versandtermine möglicherweise belasteter Partien.

Lebensmittelrecht und Folgen für die Lieferkette

Die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation stuft Formaldehyd als Karzinogen der Gruppe 1 ein. Damit liegen ausreichende Belege dafür vor, dass der Stoff bei Menschen Krebs verursachen kann. Die wässrige Lösung wird gewöhnlich Formalin genannt und wirkt stark reizend. Nach Angaben von Kyeonggi Ilbo verbietet das chinesische Lebensmittelsicherheitsrecht ihren Einsatz bei der Verarbeitung und dem Vertrieb von Lebensmitteln strikt.

Für Kohlerzeuger, Großhändler und Logistikunternehmen rückt die Untersuchung die Rückverfolgbarkeit zwischen ländlichen Ankaufstellen, Transportunternehmen und Absatzmärkten in den Mittelpunkt. Die Identifizierung von Betrieben, Zwischenhändlern und Fahrtrouten ist entscheidend, um das Ausmaß der Verteilung und einen möglichen Eintritt in Exportkanäle festzustellen.

Südkoreanische Importeure müssen während der Untersuchung mit einer genaueren Prüfung von Dokumenten und Warenbehandlung rechnen. Da bislang kein betroffener Import bestätigt ist, geht es zunächst um Risikokontrolle und nicht um einen nachgewiesenen Kontaminationsfall in Südkorea. Importeure und Einzelhändler sollten dennoch Lieferantendaten sichern und rasch auf zusätzliche Test- oder Rückverfolgungsanfragen reagieren.

Ermittlungsergebnis entscheidet über Marktwirkung

Die wirtschaftlichen Folgen hängen davon ab, ob die Ermittler eine isolierte Praxis oder einen breiteren Formaldehydeinsatz im Kohlvertrieb feststellen. Bestätigte Exportlieferungen könnten zu gezielten Sperren, Rückrufen oder zusätzlichen Auflagen führen. Bleibt die Ware dagegen auf einen begrenzten inländischen Vertriebsweg beschränkt, wäre auch die Wirkung enger begrenzt.

Bis China die Ergebnisse der Sonderuntersuchung veröffentlicht und Südkorea seine Importprüfung abschließt, bleibt die geografische Reichweite des Falls ungeklärt. Für den Gemüsehandel ist entscheidend, woher der Kohl stammte, welche Zwischenhändler ihn bewegten und ob die festgestellten Vertriebswege nationale Grenzen überschritten.

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