Brasiliens Putenfleischproduktion steigt dank neuer Exportmärkte um 7,4 %
Brasilien produzierte 2025 knapp 137.000 Tonnen Putenfleisch, 7,4 % mehr als 2024 und erstmals wieder mehr nach einem Jahrzehnt des Rückgangs. Die Ausfuhren im ersten Halbjahr überstiegen 33.000 Tonnen, während der gemeldete Erlös von 154 Millionen $ auf 213 Millionen $ stieg.
Produktion wächst wieder
Brasilien erzeugte 2025 knapp 137.000 Tonnen Putenfleisch. Das waren nach Angaben von SpaceMoney und PIRANOT 7,4 % mehr als 2024. Damit kehrte die Branche nach einem Jahrzehnt der Schrumpfung und deutlichen Produktionsrückgängen auf Wachstumskurs zurück.
Getragen wurde die Erholung vor allem von den Exporten und der Erschließung zusätzlicher Auslandsmärkte. SpaceMoney zufolge investierten Erzeuger in Anpassungen und Verbesserungen ihrer Anlagen, um strengere Hygienestandards zu erfüllen. Ein Projekt im Bundesstaat Paraná soll die Exportkapazität erhöhen; Investitionssumme und zusätzlicher Ausstoß wurden jedoch nicht genannt.
Die verfügbaren Produktionsangaben sind nur begrenzt detailliert. PIRANOT wies darauf hin, dass weder die statistische Grundlage noch die Erhebungsmethode für die Gesamtmenge und die Wachstumsrate veröffentlicht wurden. Die Zahlen zeigen eine klare Erholung, erlauben aber keine Aufschlüsselung nach Produktion, Schlachtung oder einzelnen Unternehmen.
Ausfuhren und Erlöse legen zu
Von Januar bis Juni exportierte Brasilien mehr als 33.000 Tonnen Putenfleisch, ein Plus von 40 % im angegebenen Vergleichszeitraum. Die Exporterlöse stiegen um 38 % von 154 Millionen $ auf 213 Millionen $. Laut PIRANOT wurde nicht angegeben, auf welches Vergleichsjahr sich diese Halbjahreswerte beziehen.
Dass die Menge um 40 %, der Erlös aber um 38 % zunahm, deutet darauf hin, dass die durchschnittlichen Exporterlöse nicht ebenso schnell stiegen wie die Lieferungen. Dennoch schaffen das zusätzliche Volumen und der höhere Gesamtumsatz eine solidere wirtschaftliche Basis für den Wiederaufbau eines jahrelang schrumpfenden Sektors.
Brasilianisches Putenfleisch erreichte 2025 insgesamt 88 Auslandsmärkte, wobei Mexiko als wichtigstes Zielland genannt wurde. Auch Chile, Südafrika, die Europäische Union und Peru gehörten zu den Hauptabnehmern. Die breitere Absatzbasis verringert die Abhängigkeit vom Binnenverbrauch, erhöht aber die Bedeutung der Auslandsnachfrage, sanitärer Marktzugänge und der Vorgaben der Importländer.
Südliche Bundesstaaten beherrschen den Versand
Die Exportkette konzentriert sich fast vollständig auf Südbrasilien. Santa Catarina stellte 44,8 % der gemeldeten Ausfuhren, Rio Grande do Sul 32 % und Paraná 22,5 %. Zusammen entfielen auf die drei Bundesstaaten 99,3 %. PIRANOT betonte, dass sich diese Anteile auf Exporte und nicht auf Produktion oder Schlachtungen beziehen.
Landwirte, Verarbeiter und Logistiker im Süden sind damit der Erholung am stärksten ausgesetzt. Zugleich könnten Tierseuchen oder betriebliche Einschränkungen in der Region fast den gesamten nationalen Exportstrom treffen. Ob die Branche den Zugang zu 88 Märkten sichern und zusätzliche Nachfrage in dauerhaft höhere Produktion umsetzen kann, hängt von Tiergesundheitskontrollen, Investitionen in exportfähige Anlagen und der Erfüllung unterschiedlicher technischer Kundenvorgaben ab.