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Angola wirbt trotz offener Landfragen um 1,4 Milliarden $ für Agrarinvestitionen

Angola beziffert das Potenzial für Agrarinvestitionen aus Brasilien und anderen Ländern auf 1,4 Milliarden $. Staatlicher Landbesitz und begrenzter Kreditzugang bleiben zentrale Hürden, obwohl langfristige Konzessionen möglich sind und die Agrarfinanzierung ausgebaut werden soll.

Angola wirbt trotz offener Landfragen um 1,4 Milliarden $ für Agrarinvestitionen

Angola sieht Potenzial von 1,4 Milliarden $

Angola will brasilianische Investitionen in einen Agrarmarkt holen, dessen Potenzial Landwirtschafts- und Forstminister Isaac dos Anjos auf 1,4 Milliarden $ beziffert. Das Land positioniert sich als möglicher Produktionsstandort für afrikanische Märkte. Investoren aus China, Portugal und Brasilien interessieren sich bereits für angolanische Agrarflächen, berichtet Estadão.

Dos Anjos erklärte, Angola sei bereit für Investoren, werde Kapital aber nicht um jeden Preis akzeptieren. Beschwerden brasilianischer Teilnehmer über mangelnde Rechtssicherheit wies er zurück. Grund und Boden gehören in Angola dem Staat und werden Landwirten über Konzessionen überlassen, nicht als Privateigentum übertragen.

Der Minister verwies auf ein bilaterales Abkommen, das während eines Besuchs des damaligen brasilianischen Ministers für Landwirtschaft und Viehzucht, Carlos Fávaro, geschlossen wurde. Angola habe darin bereits Flächen für die Produktion brasilianischer Unternehmen bereitgestellt. Brasilien sei ein wichtiger Partner, angesichts weiterer Interessenten jedoch nicht die einzige Option.

Bodenrecht erschwert Sicherheiten und Finanzierung

Der Konflikt wurde deutlich, als die frühere brasilianische Landwirtschaftsministerin und Senatorin Katia Abreu fragte, ob angolanische Grundstücke als Sicherheit für Bankkredite dienen könnten. Sie verwies darauf, dass Brasiliens Agrarsektor heute niedrig verzinste, staatlich subventionierte Finanzierungen erhält. Produzenten hinterlegen meist ihre Ernte als Sicherheit; in einer früheren Entwicklungsphase des Sektors erfüllte jedoch das Land diese Funktion.

Brasilianische Produzenten sehen im staatlichen Landbesitz ein rechtliches Risiko und ein Hindernis für die Beschaffung von Betriebskrediten. João Doria, Präsident von Lide Global, kommt zu einer anderen Einschätzung. Nach seinen Angaben erlauben die aktuellen Vorschriften Agrarprojekte mit Konzessionen über 60 Jahre, die um weitere 60 Jahre verlängert werden können. Aus seiner Sicht schafft dies ausreichende Rechtssicherheit.

Joaquim Quintas, Vorsitzender des Exekutivausschusses der Entwicklungsbank von Angola, erklärte, die Eigentumsfrage falle nicht in die Zuständigkeit des Instituts. Die Banken hätten großes Interesse an der Finanzierung der Landwirtschaft. Als wichtigstes Hindernis nannte er die geringe Einbindung der Produzenten in das formelle Bankensystem. Der Agrarsektor stellt derzeit 6 % des Kreditportfolios der Bank; angestrebt werden 15 %. Lokale Produzenten beklagten auf dem Forum dennoch wiederholt den unzureichenden Kreditzugang.

Geflügelproduktion und Beschäftigung erhöhen den Zeitdruck

Dos Anjos nannte Geflügel als einen Bereich für ausländisches Kapital. Angola sei bereit, mindestens 180 Millionen Tonnen Hühnerfleisch zu produzieren, verglichen mit derzeitigen Einfuhren von 600 Millionen Tonnen. Die Zahlen stammen vom Minister und wurden von Estadão wiedergegeben. Erfolgreiche Unternehmen, die 20 % dieser Menge abdecken, könnten nach seiner Einschätzung weitere Investoren anziehen.

Abreu führte den Zeitdruck Angolas auf die Notwendigkeit zurück, Arbeitsplätze für Tausende Menschen unter 25 Jahren zu schaffen. Als Beispiel für interessierte Produzenten nannte sie die Familie Schmidt von Grupo Schmidt Agrícola, die in der Region nach Möglichkeiten sucht. Nach Gesprächen einer brasilianischen Wirtschaftsdelegation mit der angolanischen Regierung unterzeichneten die Handelskammer Angola–Brasilien und Lide Angola eine Absichtserklärung zur Gewinnung brasilianischer Investitionen. Ob daraus aktive Landwirtschaftsbetriebe entstehen, hängt wesentlich von den Konzessionsbedingungen, bankfähigen Sicherheiten und dem tatsächlichen Zugang zu Krediten ab.

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