Usbekistan plant mit Allana Group mehr Halal-Fleisch aus Indien
Usbekistan will mehr preisgünstiges Fleisch aus Indien importieren und eigene Unternehmen sowie Fachkräfte an Schlachtung, Verarbeitung und Halal-Kontrolle vor Ort beteiligen. Indien lieferte von Januar bis Juni 2026 bereits 33.900 Tonnen und damit rund 47 % der usbekischen Rindfleischimporte.
Joint Ventures sollen Fleisch in Indien verarbeiten
Usbekistan will mehr preisgünstiges Fleisch aus Indien importieren und ein System schaffen, bei dem usbekische Unternehmen direkt an Produktion und Verarbeitung vor dem Versand beteiligt sind. Landwirtschaftsminister Ibrokhim Abdurakhmonov erklärte, Joint Ventures seien bereits gegründet worden. Mit der Allana Group, einem großen indischen Hersteller und Exporteur von Halal-Büffelfleisch, habe das Land „sehr große Pläne“. Während des Staatsbesuchs des indischen Premierministers Narendra Modi seien neue Vereinbarungen erzielt worden, berichteten Spot und Gazeta.uz.
Das vorgesehene Modell geht über den Einkauf fertiger Erzeugnisse hinaus. Usbekische Lebensmittelunternehmen und Fachkräfte sollen in Indien tätig werden und sich auch an der Schlachtung sowie der Fleischverarbeitung beteiligen. Laut Abdurakhmonov ist die Halal-Zertifizierung die erste Voraussetzung; hinzu kommen internationale Zertifikate, Hygiene und Lebensmittelsicherheit. Anschließend soll das Fleisch über die Joint Ventures nach Usbekistan exportiert werden. Uz24 berichtete ebenfalls über geplante Gemeinschaftsunternehmen in Indien, die sich auf die Erzeugung und Verarbeitung tierischer Produkte konzentrieren sollen.
Indien führt bereits unter den Rindfleischlieferanten
Indien besitzt schon heute eine starke Position am usbekischen Markt für importiertes Rindfleisch. Unter Berufung auf das Nationale Statistikkomitee berichtete Gazeta.uz, dass Usbekistan von Januar bis Juni 2026 insgesamt 72.000 Tonnen Rindfleisch im Wert von 359,5 Millionen $ importierte. Die Menge lag um 6.000 Tonnen beziehungsweise 9,1 % über dem Vorjahreszeitraum. Indien lieferte 33.900 Tonnen und damit rund 47 % der Gesamtmenge.
Belarus folgte mit 19.600 Tonnen, Kasachstan mit 10.600 Tonnen und Pakistan mit 4.000 Tonnen. Weitere 4.000 Tonnen kamen aus anderen Ländern. Eine Ausweitung mit der Allana Group würde somit auf einem etablierten Warenstrom aufbauen und keinen völlig neuen Handelsweg eröffnen. Die direkte Beteiligung an indischen Standorten könnte usbekischen Importeuren und Verarbeitern mehr Kontrolle über Halal-Verfahren und Produktsicherheit geben und zugleich den Zugang zu günstigerem Fleisch sichern.
Logistik und weitere Agrarprojekte
Der Transport bleibt eine operative Frage. Usbekistan arbeitet mit türkischen Partnern an einer trilateralen Route Indien-Türkei-Usbekistan über den Hafen Mersin. Die Quellen nannten weder geplante Liefermengen noch Investitionen oder einen Zeitplan für die Ausweitung. Nach Angaben Abdurakhmonovs hat sich der Agrarhandel zwischen Usbekistan und Indien in den vergangenen Jahren jedoch mehr als verdreifacht. Usbekistan verfügt zudem über Genehmigungen, Pflanzenschutzzulassungen und Lizenzen für die Ausfuhr von mehr als 30 Produkten nach Indien; besonders hervorgehoben wurden Hülsenfrüchte. Direktexporte ersetzen zunehmend Lieferungen über Drittländer.
Die Kooperation umfasst außerdem Saatgut, Baumwolle, Kreuzkümmel und Jute. In Choresm werden salztolerante indische Baumwollsorten auf 12.000 Hektar getestet; für landesweite Versuche wurden mehr als 10 Tonnen früh reifendes Kreuzkümmelsaatgut eingeführt. Jute wächst mit indischer Unterstützung derzeit auf fast 2.000 Hektar. Gazeta.uz und Uz24 nennen eine geplante Ausweitung auf mindestens 50.000 Hektar, während Spot ein Ziel von mindestens 55.000 Hektar meldet. Usbekistan importiert Naturfasern für fast 30 Millionen $ und betrachtet heimische Jute als Rohstoff für Mischgewebe aus Baumwolle und weiteren Naturfasern.