Ukrainische Sonnenblumen verteuern sich um 20 $, Westprämien steigen
Der ukrainische Sonnenblumenpreis stieg um 20 $ auf 460 $ je Tonne CPT Werk einschließlich Mehrwertsteuer. Raps und Sojabohnen wurden an der Westgrenze teurer, während die Preise an Werken und Häfen nachgaben.
Inländische Ölmühlen treiben Sonnenblumenpreise
Der Preis für ukrainische Sonnenblumen stieg innerhalb einer Woche um 20 $ von 440 $ auf 460 $ je Tonne einschließlich Mehrwertsteuer auf Basis CPT Werk. Dies berichtete Interfax-Ukraine unter Berufung auf den wöchentlichen Marktbericht von Spike Brokers. Damit verzeichneten Sonnenblumen unter den wichtigsten Ölsaaten des Landes die deutlichste Preisfestigung, was auf eine stärkere Nachfrage der heimischen Ölmühlen hindeutet.
Der Anstieg erfolgte bei nahezu zum Erliegen gekommenen Exporten unverarbeiteter Sonnenblumenkerne. Vom 1. bis 27. August wurden lediglich 600 Tonnen ausgeführt, verglichen mit 2.600 Tonnen im entsprechenden Juli-Zeitraum. Die Ausfuhr von Sonnenblumenöl sank um 42,5 % von 228.400 auf 131.300 Tonnen. Der Export von Sonnenblumenschrot stieg dagegen um 28 % von 64.900 auf 83.100 Tonnen. Die Saat floss somit weiterhin überwiegend in die Verarbeitung im Inland, während sich Öl und Schrot im Export gegensätzlich entwickelten.
Rapslieferungen in die EU beschleunigen sich
Beim Raps liefen die Preise je nach Absatzweg auseinander. Auf Basis FCA Tschop stieg die Notierung von 550 $ auf 555 $ je Tonne, während sie auf Basis CPT Werk von 485 $ auf 480 $ fiel. Nach Angaben von Spike Brokers erhält der westliche Exportkanal eine höhere Prämie, während Hafen- und inländische Verarbeitungsparitäten mit Abschlägen gehandelt werden.
Die Warenströme bestätigen dieses Signal. Die Ukraine exportierte vom 1. bis 27. August 255.200 Tonnen Rapssaat, nach 11.800 Tonnen im vergleichbaren Juli-Zeitraum. Das entspricht dem 21,6-Fachen. Die Ausfuhr von Rapsöl erhöhte sich auf das 4,6-Fache, von 15.200 auf 69.400 Tonnen. Deutschland kaufte 109.200 Tonnen Rapssaat, die Niederlande 84.300 Tonnen und Tschechien 25.100 Tonnen. Auf diese drei Märkte entfielen rund 86 % der ukrainischen Rapsexporte im August, was die Bedeutung der westlichen Logistik und der EU-Nachfrage unterstreicht.
Sojapreise zeigen eine regionale Logistiklücke
Auch bei Sojabohnen verlief die Preisentwicklung regional gegensätzlich. GVO-Soja verbilligte sich auf Basis CPT Hafen von 420 $ auf 410 $ je Tonne und auf Basis CPT Werk von 425 $ auf 400 $. FCA Tschop stieg der Preis dagegen von 435 $ auf 450 $. Bei gentechnikfreien Sojabohnen sank die Hafenquote von 440 $ auf 430 $, während FCA Tschop von 470 $ auf 475 $ zulegte. Der Abstand zwischen FCA Tschop und CPT Werk weitete sich bei GVO-Soja von 10 $ auf 50 $ je Tonne aus. Bei gentechnikfreier Ware stieg die Differenz zwischen FCA Tschop und CPT Hafen von 30 $ auf 45 $.
Trotz der höheren Notierungen an der Westgrenze gingen die Sojaexporte zurück. Vom 1. bis 27. August führte die Ukraine 27.100 Tonnen Sojabohnen aus, 55,6 % weniger als im vergleichbaren Juli-Zeitraum. Die Ausfuhr von Sojaöl sank um 11 % auf 33.300 Tonnen, die von Sojaschrot um 28,9 % auf 70.700 Tonnen. Insgesamt fielen die Exporte von Sojabohnen, Sojaöl und Sojaschrot um 34 % von 197.800 auf 131.100 Tonnen. Für Händler und Verarbeiter entstehen daraus drei Signale: intensiverer Wettbewerb der Ölmühlen um Sonnenblumen, rasch wachsende Rapslieferungen an europäische Käufer und höhere Prämien für Soja, das an der ukrainischen Westgrenze verfügbar ist.