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Ungarische UBM übernimmt 65 Prozent am griechischen Futtermittelhersteller ELVIZ

Der ungarische Agrar- und Lebensmittelkonzern UBM hat 65 Prozent am griechischen Futtermittelhersteller ELVIZ übernommen. Zwei Werke mit zusammen 250.000 Tonnen Jahreskapazität erhöhen die gesamte Futtermittelkapazität von UBM auf mehr als 1 Million Tonnen.

Ungarische UBM übernimmt 65 Prozent am griechischen Futtermittelhersteller ELVIZ

UBM übernimmt die Kontrolle über einen großen griechischen Futtermittelhersteller

Die ungarische UBM Group hat 65 Prozent an ELVIZ übernommen, einem der ältesten und größten Futtermittelhersteller Griechenlands. Damit erhält der Agrar- und Lebensmittelkonzern die Kontrolle über einen etablierten Zulieferer griechischer Tierhaltungsbetriebe und baut seine Produktionspräsenz in Südosteuropa aus. Topontiki zufolge wurde die Vereinbarung erstmals im Juni bekannt gegeben und ist Teil der internationalen Wachstumsstrategie von UBM.

UBM zählt zu den größten Agrar- und Lebensmittelkonzernen Ungarns und zu den führenden Futtermittelproduzenten des Landes. Zur Geschäftstätigkeit gehört außerdem der Handel mit Getreide, Ölsaaten und Eiweißpflanzen. ELVIZ bringt zwei griechische Werke in Platy in Imathia und Petrochori in Xanthi mit einer gemeinsamen Jahreskapazität von 250.000 Tonnen ein. Laut Economix übersteigt die gesamte jährliche Futtermittelkapazität von UBM nach der Übernahme 1 Million Tonnen.

Der Wert der Transaktion wurde nicht veröffentlicht. Die Kanzlei Sardelas Petsa beriet UBM exklusiv zum griechischen Recht und begleitete die Konzeption, die rechtliche Prüfung, die Verhandlungen sowie die Unterzeichnung und den Vollzug des Anteilskaufvertrags und der Aktionärsvereinbarung.

Modernisierung trifft auf schwierige Marktbedingungen

UBM will die betriebliche Effizienz der ELVIZ-Werke steigern und deren Technik modernisieren. Das Programm soll zudem die Entwicklung von Produkten ermöglichen, die auf den griechischen Markt zugeschnitten sind. UBM-Vorstandschef Péter Horváth bezeichnete Griechenland als stabilen Binnenmarkt mit Zugang zu Exportmärkten einschließlich des westlichen Balkans. Langfristige Chancen sieht der Konzern außerdem in Südosteuropa, im östlichen Mittelmeerraum und in geringerem Umfang im Nahen Osten.

Der neue Eigentümer steigt bei ELVIZ in einer wirtschaftlich gemischten Lage ein. Der Umsatz stieg 2025 um 2 Prozent auf 18,3 Millionen Euro, während sich die Absatzmenge laut Economix um rund 10 Prozent erhöhte. Trotz des höheren Volumens verbuchte ELVIZ einen Vorsteuerverlust von 654.000 Euro, nachdem 2024 noch ein Gewinn von 648.000 Euro erzielt worden war. Die Zahlen zeigen, dass die Margen bereits vor Beginn der Investitionen und Modernisierung unter Druck standen.

Gleichzeitig baute ELVIZ seine Verschuldung ab. Die langfristigen Kredite sanken von 1,63 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,22 Millionen Euro Ende 2025, die kurzfristigen Verbindlichkeiten von 1,58 Millionen Euro auf 935.000 Euro. Im laufenden Jahr haben sich die Bedingungen dennoch verschärft: Nach Angaben der Geschäftsführung ging der Absatz im einstelligen Prozentbereich zurück, weil Tierseuchen und ihre Folgen für die Schaf- und Ziegenhaltung die Futtermittelnachfrage belasteten.

Produktionsplattform für regionale Märkte

ELVIZ wurde 1963 als Tochtergesellschaft der damals staatlichen Landwirtschaftsbank Griechenlands gegründet und sollte eine regulierende Rolle am Futtermittelmarkt übernehmen. Das Werk in Platy nahm 1969 die Produktion auf, die Anlage in Petrochori kam 1993 hinzu. Das Unternehmen kaufte Weizen, Gerste und Mais von griechischen Erzeugern und belieferte zugleich Tierhaltungsbetriebe mit Futtermitteln. Nach den Veränderungen im Bankensektor und der Schließung der Landwirtschaftsbank erwarb EUROFARM 99,9 Prozent an ELVIZ.

Mit dem Einstieg von UBM entsteht eine grenzüberschreitende Eigentümerstruktur, die das Know-how des ungarischen Konzerns in Futtermitteln, Rohstoffhandel und Technik mit der Marktposition von EUROFARM in Griechenland verbindet. EUROFARM-Group-Chef Vasileios Chalkidis erklärte, beide Gesellschafter könnten ihre jeweiligen Stärken und Erfahrungen für die Entwicklung von ELVIZ in Griechenland und der gesamten südosteuropäischen Region einsetzen. Zunächst muss die Modernisierung die Profitabilität wiederherstellen, während Tierseuchen die Inlandsnachfrage belasten. Langfristig können die 250.000 Tonnen Kapazität von ELVIZ UBM als Basis für den Balkan und den östlichen Mittelmeerraum dienen; Tempo und Investitionsvolumen der geplanten Expansion sind jedoch nicht bekannt.

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