Thailand nutzt FTA-Vorteile für Exporte im Wert von 40,44 Milliarden $
Thailändische Exporteure nutzten im Mai 2026 FTA-Präferenzen für Ausfuhren im Wert von 40,44 Milliarden $, 8,38 % mehr als im Vorjahr. Industriegüter stellten 73,27 % des Wertes, während ASEAN und China die wichtigsten Zielmärkte waren.
Präferenzhandel erreicht 40,44 Milliarden $
Thailändische Exporteure nutzten im Mai 2026 Vorteile aus Freihandelsabkommen für Ausfuhren im Wert von 40,44 Milliarden $, berichtete Naewna unter Berufung auf Arada Fuangtong, Generaldirektorin des thailändischen Außenhandelsamtes. Der Wert stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,38 % und entsprach 81,32 % der präferenzberechtigten Exporte.
Damit kamen die Zollvorteile bei einer deutlichen Mehrheit der qualifizierten Lieferungen tatsächlich zum Einsatz. Für thailändische Produzenten und Exporteure können Freihandelsabkommen die Einstandskosten in den Partnermärkten senken. Die Unternehmen müssen jedoch weiterhin Ursprungsregeln, Dokumentationspflichten und Produktstandards erfüllen.
ASEAN und China führen die Rangliste an
Ausfuhren im Rahmen des ASEAN-Warenhandelsabkommens lagen mit 13,40 Milliarden $ und einer Nutzungsquote von 68,93 % an erster Stelle. Es folgte das Freihandelsabkommen zwischen ASEAN und China mit 11,87 Milliarden $ und einer deutlich höheren Quote von 94,33 %. Über das ASEAN-Indien-Abkommen wurden Präferenzen für Exporte von 5,53 Milliarden $ genutzt; die Quote betrug 78,97 %.
Das thailändisch-japanische Wirtschaftspartnerschaftsabkommen kam auf 3,10 Milliarden $ und eine Quote von 85,43 %. Das Abkommen mit Australien belegte mit 2,45 Milliarden $ den fünften Platz, wies unter den fünf führenden Vereinbarungen mit 57,18 % aber die niedrigste Nutzung auf. Die Differenz zwischen China mit 94,33 % und Australien mit 57,18 % zeigt, dass der praktische Nutzen nicht nur von den Zollsätzen abhängt, sondern auch vom Warenmix und von der Fähigkeit der Exporteure, die Bedingungen zu erfüllen.
Industriegüter stellen fast drei Viertel
Auf Industriegüter entfielen 29,63 Milliarden $ beziehungsweise 73,27 % der gesamten Präferenznutzung. Zu den führenden Kategorien gehörten Fahrzeuge für den Gütertransport, Schmuck aus anderen Edelmetallen, Mischungen aus synthetischem und natürlichem Kautschuk, Gold- und Silberwaren sowie Bestandteile aus anderen Edelmetallen und Kupferabfälle. Frischer Durian war das führende Einzelprodukt.
Agrarprodukte und verarbeitete Lebensmittel erreichten 10,81 Milliarden $ oder 26,73 % des Gesamtwertes. An der Spitze standen frischer Durian, andere Rohrzuckerarten, zubereitetes Hühnerfleisch, gefrorene Hühnerteile und Innereien sowie frische Rambutans, Longans und Granatäpfel. Der Präferenzzugang unterstützt damit sowohl Thailands industrielle Lieferketten als auch seine etablierten Agrar- und Lebensmittelexporte.
KMU bereiten sich auf EFTA-Märkte vor
Das Handelsministerium betrachtet die veränderte Geografie globaler Lieferketten als Chance für Thailand und verweist auf Lage, Infrastruktur, außenpolitische Position und Handelsabkommen des Landes. Unternehmen sollen Freihandelsabkommen mit Innovation, höheren Standards und Kostensenkungen verbinden, um höherwertige Märkte in Lateinamerika und Südasien zu erschließen.
Im August 2026 soll das Programm Boost Up SMEs to FTA Markets thailändische kleine und mittlere Unternehmen in die Schweiz und nach Norwegen bringen. Dort sollen sie vor dem erwarteten Inkrafttreten des Abkommens zwischen Thailand und der Europäischen Freihandelsassoziation Anfang 2027 Käufer und Importeure treffen. Das Amt bezeichnete zudem Indien als großen Markt mit wachsender Kaufkraft. Für die KMU kommt es nun darauf an, Marktzugang in Aufträge umzusetzen und zugleich Ursprungs- und Premiumstandards einzuhalten.