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Spaniens Knoblauchbranche fordert nach Marokkos Importlizenzen dringenden EU-Schutz

Spaniens Knoblauchverband fordert stärkeren EU-Handelsschutz, nachdem Marokko Importlizenzen für frischen Knoblauch eingeführt hat. ANPCA verlangt eine Anpassung des 2001 festgelegten Außerkontingentzolls von 1.200 Euro je Tonne.

Spaniens Knoblauchbranche fordert nach Marokkos Importlizenzen dringenden EU-Schutz

Marokko führt Importlizenzen ein

Spaniens nationaler Verband der Knoblaucherzeuger und -vermarkter ANPCA hat dringende Maßnahmen der Europäischen Union zum Schutz der Knoblauchproduktion gefordert. Anlass ist die Einführung eines Lizenzsystems für die Einfuhr von frischem Knoblauch durch Marokko. Nach Ansicht des Verbandes zeigt die Entscheidung, wie Drittländer ihre Importe zum Schutz des heimischen Marktes steuern können.

Wie AgroNews Castilla y León berichtet, veröffentlichte Marokko am 24. September das Rundschreiben Nr. 6775/311. Es führt Importlizenzen für frischen Knoblauch der Warennummer 07032000 ein. ANPCA erklärte, die Maßnahme sei weder angekündigt noch der spanischen Knoblauchbranche vorab mitgeteilt worden, und zeigte sich von der Einführung überrascht.

Die Lizenzpflicht könnte nach Einschätzung des Verbandes den Handel mit Marokko erschweren. Das Land gilt als wichtiger Absatzmarkt für spanische Erzeuger und Vermarkter. Marokkanische Verbraucher schätzen laut ANPCA spanischen violetten Knoblauch wegen seiner Qualität und seiner sensorischen Eigenschaften. Angaben zum Volumen oder Wert des möglicherweise betroffenen Handels machte der Verband nicht.

Branche nimmt unveränderten Zoll von 2001 ins Visier

Die Reaktion von ANPCA geht über das unmittelbare Risiko für spanische Ausfuhren hinaus. Der Verband äußerte Verständnis für Marokkos Absicht, die eigenen Erzeuger zu schützen. Zugleich solle die EU ihre Schutzinstrumente für die heimische Knoblauchbranche überprüfen. Im Mittelpunkt steht der spezifische Zoll auf Knoblaucheinfuhren aus Drittländern außerhalb der Kontingente.

Die EU setzte diesen Zoll 2001 auf 1.200 Euro je Tonne fest. Nach Angaben von ANPCA wurde er seit 25 Jahren nicht angepasst. Inflation und Preissteigerungen hätten seinen realen Wert verringert und damit seine abschreckende Wirkung gegenüber Importen aus Ländern mit niedrigeren Produktionskosten geschwächt.

Europäische Erzeuger müssen zugleich höhere Ausgaben für Arbeit, Energie, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Wasser und Landtechnik tragen. ANPCA verweist außerdem auf die europäischen Vorgaben zu Arbeit, Umwelt, Pflanzengesundheit und Lebensmittelsicherheit. Diese Anforderungen erhöhten die Produktionskosten und sollten bei den Handelsbedingungen für Anbieter aus Drittländern berücksichtigt werden.

Spanische Erzeuger warnen vor Produktionsrückgang

ANPCA gibt an, die Europäische Kommission seit Jahren zur Überprüfung des Handelsschutzes für Knoblauch aufzufordern, insbesondere des Außerkontingentzolls von 1.200 Euro je Tonne. Nun verlangt der Verband eine Anpassung des Zolls sowie Analysen zu Importentwicklung, internationalen Produktionskosten und den Folgen der geltenden Handelspolitik für Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit der europäischen Erzeuger.

Der Verband bezeichnet Spanien als führendes Knoblaucherzeugerland der EU. Der Anbau schafft Wirtschaftstätigkeit und Arbeitsplätze in ländlichen Regionen, sowohl in den Betrieben als auch bei Unternehmen, die Knoblauch bearbeiten, aufbereiten und vermarkten. ANPCA warnt, ein anhaltender Rückgang der Rentabilität könne die Anbaufläche verkleinern und den Fortbestand einzelner Betriebe gefährden.

Eine niedrigere EU-Produktion würde laut dem Verband außerdem die Abhängigkeit von Lieferungen aus Drittländern erhöhen. Marokkos Lizenzentscheidung hat für die spanische Branche damit eine doppelte Bedeutung: Sie kann den Zugang zu einem etablierten Exportmarkt erschweren und liefert zugleich ein politisches Beispiel für die Verhandlungen in Brüssel. Eine Reaktion der EU beträfe neben Erzeugern auch Verarbeiter, Händler und Importeure innerhalb des europäischen Kontingent- und Zollsystems.

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