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Schweinepreise in Polen und Deutschland steigen bei knapperem EU-Angebot

Nach einer längeren Schwächephase haben die Preise für Schlachtschweine in Polen und Deutschland gedreht. Laut POLSUS stieg die polnische Notierung von 5,80 Zloty je Kilogramm in Woche 29 auf 7,37 Zloty in Woche 32, während Deutschland von 1,40 € auf 1,50 € je Kilogramm zulegte.

Schweinepreise in Polen und Deutschland steigen bei knapperem EU-Angebot

Dreiwöchige Erholung beendet längere Talfahrt

Der polnische Markt für Schlachtschweine hat nach einer längeren Niedrigpreisphase deutlich gedreht. Agri.BG berichtete am 7. August, dass die Notierungen in den vorangegangenen drei Wochen gestiegen seien, weil sich das Angebot an Mastschweinen in der Europäischen Union verknappt habe. Auch Deutschland, der wichtigste Referenzmarkt für polnische Erzeuger und Verarbeiter, verzeichnete höhere Preise.

Preisdaten des polnischen Schweinezüchter- und Erzeugerverbandes POLSUS verdeutlichen das Ausmaß der Wende. In Woche 29 des Jahres 2026 sank die polnische Notierung zunächst auf 5,80 Zloty je Kilogramm. Danach stieg sie auf 6,33 Zloty in Woche 30, 6,83 Zloty in Woche 31 und 7,37 Zloty in Woche 32. Innerhalb von drei Wochen ergibt sich damit ein Plus von 1,57 Zloty je Kilogramm oder rund 27 %.

In Deutschland blieb der Preis bis Woche 31 bei 1,40 € je Kilogramm und erhöhte sich in Woche 32 auf 1,50 €. Nach Angaben von POLSUS erreichte die deutsche Notierung in den Wochen 33 und 34 anschließend 1,60 €. Diese Entwicklung ist für Polen entscheidend, weil der deutsche Referenzpreis die Verhandlungen zwischen Viehlieferanten und Fleischunternehmen stark beeinflusst.

Knappes Angebot stärkt die Position der Erzeuger

Bartosz Czarniak von POLSUS führte die Veränderung vor allem auf Verschiebungen beim EU-Schweinefleischexport und den Rückgang des Schweinebestands zurück, wie Agri.BG berichtete. Stehen weniger schlachtreife Tiere zur Verfügung, gewinnen Landwirte Verhandlungsspielraum, während Verarbeiter um Lieferungen konkurrieren. Abnehmer können ihre Einkaufspreise dann schwerer auf dem Niveau der vorherigen Marktschwäche halten.

Die Erholung begann allerdings von einem niedrigen Ausgangspunkt. CenyRolnicze berichtete am 23. Juli von polnischen Höchstpreisen um 6,10 Zloty je Kilogramm für Schweine der Handelsklasse E, nachdem die Preise innerhalb einer Woche um 12,96 % gestiegen waren. Czarniak erklärte damals, der Anstieg könne einen Teil der Verluste ausgleichen, reiche aber noch nicht für eine verlässlich rentable Produktion.

Der deutsche Markt entwickelte sich zunächst weniger dynamisch. Laut CenyRolnicze blieb die VEZG-Notierung trotz einer sinkenden Zahl verfügbarer Schweine bei 1,40 € je Kilogramm. Der spätere Anstieg auf 1,50 € stützte die polnischen Preise zusätzlich und zeigte, dass das knappere Angebot nicht auf einen einzelnen nationalen Markt beschränkt war.

Höhere Rohstoffkosten für Fleischverarbeiter

Für Schlachtbetriebe und Fleischverarbeiter verteuert die Erholung den Einkauf von Tieren nach mehreren Monaten schwächerer Erzeugerpreise. Betriebe mit geringen Vorräten oder festen Lieferverpflichtungen dürften die Veränderung zuerst spüren. Ihre Margen hängen davon ab, ob Großhandel und Einzelhandel entsprechende Aufschläge für Schlachtkörper, Teilstücke und verarbeitete Schweinefleischprodukte akzeptieren.

Erzeuger profitieren unmittelbar von höheren Einkaufspreisen. Der vorangegangene Rückgang zeigt jedoch, wie schnell sich die Marktbedingungen verändern können. Entscheidungen über eine Ausweitung der Mast hängen außerdem von Ferkelpreisen, Futterkosten und der Erwartung ab, dass die Schlachtschweinepreise über den Produktionskosten bleiben. Eine kurze, angebotsgetriebene Erholung garantiert noch keine dauerhaft rentablen Betriebe.

Der regionale Fleischhandel bleibt ein wichtiges Ausgleichsinstrument. Steigen die Preise in Polen schneller als in den Nachbarländern, können Verarbeiter günstigere Tiere oder Schweinefleisch aus anderen EU-Märkten beziehen, sofern Tierseuchenregeln und Logistik dies zulassen. Ist das Angebot europaweit knapp, dürfte der Wettbewerb zwischen den Schlachtbetrieben die Einkaufspreise stützen und einen größeren Teil des Anstiegs entlang der Lieferkette weitergeben.

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