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Russlands Milchexporte sollen 2026 mengenmäßig um 10 % und im Wert um 15 % steigen

Russische Molkereien erwarten 2026 ein Exportwachstum von 10 % nach Menge und 15 % nach Wert, nachdem sich der Markt vom Druck des stärkeren Rubels erholt. Die postsowjetischen Staaten bleiben die wichtigsten Abnehmer, während Milchpulver und Molke Chancen in China, Algerien und weiteren Fernmärkten bieten.

Russlands Milchexporte sollen 2026 mengenmäßig um 10 % und im Wert um 15 % steigen

Exporterlöse sollen schneller wachsen als die Mengen

Russische Milchproduzenten planen für 2026 eine Steigerung ihrer Exporte um 10 % nach Menge und um 15 % nach Wert, wie aus der Branchenprognose im vorliegenden Ausgangsmaterial hervorgeht. Erwartet wird eine Erholung nach einem Rückgang, der mit der Aufwertung des russischen Rubels verbunden war. Dass der Wert stärker als die Tonnage zulegen soll, deutet auf zusätzliche Beiträge durch Produktmix, Verkaufspreise oder die Zusammensetzung der Zielmärkte hin.

Im vergangenen Jahr exportierten russische Unternehmen Milchprodukte im Wert von mehr als 500 Millionen $. Käse, Hüttenkäse, fermentierte Milchprodukte und Speiseeis bildeten den Schwerpunkt. Diese Erzeugnisse unterscheiden sich von standardisierten Milchrohstoffen für den Fernhandel. Den Exporteuren stehen damit zwei Kanäle zur Verfügung: Markenprodukte für Verbraucher in benachbarten Ländern und Massengüter für weiter entfernte Märkte.

Postsowjetische Märkte nehmen 85 % der Lieferungen ab

Auf die Staaten des postsowjetischen Raums entfallen 85 % des russischen Milchexportvolumens, vor allem in Form von Markenprodukten. Geografische Nähe, etablierte Geschäftsbeziehungen und eine einfachere Distribution machen diese Märkte zur Basis der Prognose für 2026. Kasachstan, Georgien und Usbekistan waren in den ersten fünf Monaten des Berichtsjahres zudem die wichtigsten Käufer russischer Kondensmilch.

Die übrigen 15 % gehen in Märkte außerhalb der Region. Dabei handelt es sich überwiegend um standardisierte Produkte wie Milchpulver und Molke, die sich über weite Strecken transportieren und in großen Partien handeln lassen. Der Nationale Verband der Milchproduzenten betrachtet dieses Segment als einen der aussichtsreichsten Bereiche für russische Anbieter. China und Algerien zählen zu den Drittlandsmärkten, deren gemeinsame Erschließung Russland und Belarus erörtern.

Logistik und Belarus prägen den Handelsausblick

Beschränkungen für die Schifffahrt im Asowschen und Schwarzen Meer haben die Branche veranlasst, einen Teil der Exportströme über Häfen im Nordwesten Russlands umzuleiten. Laut Ausgangsmaterial wirkt sich dies bislang nur begrenzt auf das Gesamtergebnis aus. Längere Routen und zusätzliche Hafenabfertigung bleiben jedoch für Anbieter preissensibler Produkte wie Pulver und Molke relevant.

Der russische Binnenmarkt deckt 15 % seines Bedarfs durch Importe, die fast vollständig aus Belarus stammen; Einfuhren aus anderen Ländern tendieren gegen null. Russland und Belarus können den Bedarf an Milchprodukten innerhalb des Unionsstaates vollständig decken. Ein gemeinsamer Eintritt in Drittlandsmärkte könnte russische Verarbeitungskapazitäten mit belarussischen Lieferungen und der dortigen Branchenerfahrung verbinden.

Investitionen schaffen zusätzliche Verarbeitungskapazität

Neue Kapazitäten könnten die Exportoffensive unterstützen. Logika Moloka will bis zu 30 Milliarden ₽ in ein neues Werk in der Region Moskau investieren. Am Standort im Industriepark Severnoye Sheremetyevo sind 11 Produktionslinien mit einer Verarbeitungskapazität von bis zu 1.750 Tonnen Rohmilch pro Tag vorgesehen. Damit soll eines der größten Molkereiwerke Russlands entstehen.

Kondensmilch zeigt bereits, wie sich Mengen- und Erlösentwicklung auseinanderentwickeln können. In den ersten fünf Monaten des Berichtsjahres stiegen die russischen Ausfuhren mengenmäßig um 5 %, während die Erlöse um 18 % auf fast 4,9 Millionen $ zunahmen. Überträgt sich diese Entwicklung auf größere Produktgruppen, lässt sich das Erlösziel von 15 % möglicherweise ohne einen gleich hohen Zuwachs der physischen Lieferungen erreichen.

Vollständige Marktanalyse

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