Russland erreicht 35 % der weltweiten Erbsenexporte, vier Märkte nehmen 98 % ab
Russland exportierte 2025 insgesamt 3,9 Millionen Tonnen Erbsen und stellte damit 35 % der weltweiten Ausfuhren. China, Indien, die Türkei und Pakistan nahmen zusammen 98 % der russischen Lieferungen ab.
Exporte erreichen 3,9 Millionen Tonnen
Russland stellte 2025 mit Ausfuhren von 3,9 Millionen Tonnen insgesamt 35 % der weltweiten Erbsenexporte. Das geht aus Erkenntnissen der Beratungsgesellschaft Strategy Partners hervor, die von RIA Novosti zitiert und von Lenta.ru sowie Finance Rambler veröffentlicht wurden. Die Zahlen belegen Russlands führende Stellung am internationalen Erbsenmarkt und zeigen, wie der Anstieg der heimischen Produktion in ein größeres Exportangebot überführt wurde.
Mehr als zwei Drittel der russischen Erbsenernte von 5,7 Millionen Tonnen gingen 2025 ins Ausland. Strategy Partners bezeichnete sowohl die Erntemenge als auch den Durchschnittsertrag von 26 Zentnern je Hektar als Rekordwerte. Das Ergebnis folgte auf einen wetterbedingten Rückgang im Jahr 2024 und brachte den russischen Erzeugern neue Höchststände.
Vier Käufer übernehmen 98 % der Lieferungen
China, Indien, die Türkei und Pakistan nahmen zusammen 98 % der russischen Erbsenexporte ab. Diese Konzentration verschafft den Exporteuren Zugang zu mehreren wichtigen Märkten für Hülsenfrüchte, macht die Lieferungen aber zugleich stark von Nachfrage, Regulierung und Einkaufsbedingungen in nur vier Ländern abhängig. Einzelmengen für die jeweiligen Käufer wurden nicht veröffentlicht.
China weitet auch seine Einfuhren russischer Lebensmittel insgesamt aus. Nach Angaben von Lenta.ru stieg der Wert der russischen Lebensmittellieferungen nach China im ersten Halbjahr 2026 um 44 % auf 4,9 Milliarden $. Neben Erbsen umfasst diese Summe unter anderem gefrorenen Fisch, Rapsöl und Sojabohnen. Sie verdeutlicht dennoch die breitere Handelsverbindung, über die russische Agrarprodukte den chinesischen Markt erreichen. In der Türkei lag der Wert russischer Lieferungen getrockneter Erbsen im Juni laut Lenta.ru nahe einem Vierjahreshoch.
Flächenausweitung stützt das Angebot
Die russische Anbaufläche für Körnererbsen wuchs innerhalb von fünf Jahren um 71 %, während die Ernte 2025 mehr als doppelt so hoch ausfiel wie 2020. Zusätzliche Flächen und der gemeldete Rekordertrag erklären den starken Zuwachs beim exportierbaren Angebot. Die künftigen Liefermengen werden daher nicht allein von der Auslandsnachfrage abhängen, sondern auch davon, ob die Erzeuger ihre Flächen nach dem Produktionshöhepunkt von 2025 halten.
Erbsen sind Teil einer breiteren russischen Exportbasis für Getreide und Körnerleguminosen. Finance Rambler berichtete für 2025 von russischen Getreideexporten in Höhe von 50 Millionen Tonnen, während die Ausfuhren von Körnerleguminosen auf 4,2 Millionen Tonnen stiegen. Erbsen stellten somit den größten Teil des gemeldeten Leguminosenexports. Für Verarbeiter, Händler und Importeure bleibt das Ungleichgewicht zwischen dem großen russischen Angebot und der schmalen Käuferbasis entscheidend: Änderungen beim Marktzugang oder bei den Einkäufen eines der vier Hauptabnehmer könnten verfügbare Mengen und Handelsrouten unmittelbar beeinflussen.