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Polen übernimmt fast 25 % der ukrainischen Magermilchpulver-Exporte im Juni

Polen war im Juni 2026 der größte Abnehmer von ukrainischem Magermilchpulver und kaufte fast 25 % der ukrainischen Ausfuhrmenge. Im ersten Halbjahr lagen die Exporte unter dem Vorjahresniveau, während die EU erneut zum wichtigsten Absatzmarkt wurde.

Polen übernimmt fast 25 % der ukrainischen Magermilchpulver-Exporte im Juni

Polen führt die Käufe im Juni an

Polen war im Juni 2026 der größte Käufer von ukrainischem Magermilchpulver und nahm fast 25 % der von der Ukraine in diesem Monat exportierten Menge ab. Das berichtet farmer.pl unter Berufung auf die auf den Milchmarkt spezialisierte Beratung Infagro. Bulgarien und Litauen gehörten ebenfalls zu den drei größten Importeuren.

Die Konzentration der Lieferungen auf diese drei Märkte der Europäischen Union unterstreicht die wiedergewonnene Bedeutung benachbarter Abnehmer für ukrainische Milchverarbeiter. Allein Polen übernahm fast ein Viertel der Juni-Ausfuhren. Die verfügbaren Daten nennen jedoch weder die Tonnage noch den Wert der Geschäfte.

EU ist wieder wichtigster Absatzmarkt

Die Daten für das erste Halbjahr 2026 zeigen, dass die Europäische Union erneut der wichtigste Markt für ukrainisches Magermilchpulver ist. Ukrainische Anbieter haben das geltende zollfreie Kontingent trotz der Einführung eines Lizenzsystems für Importe fast vollständig ausgeschöpft, berichtete Infagro.

Auch die Bedingungen am europäischen Markt wurden für ukrainische Exporteure günstiger. Nach einem Rückgang im Juni begannen die europäischen Milchpreise wieder zu steigen. Laut Infagro konnten ukrainische Anbieter dadurch zu ihrem üblichen Preisniveau zurückkehren. Höhere Preise in Europa bleiben ein zentraler Faktor für die ukrainischen Molkereiexporte und machen Verkäufe in die EU für Verarbeiter attraktiver, die Abnehmer für ihre verfügbare Produktion benötigen.

Für Käufer in Polen, Bulgarien und Litauen sind die steigenden europäischen Preise, der begrenzte zollfreie Zugang und das Lizenzsystem gleichermaßen relevant. Diese Faktoren können den Zeitpunkt und die Konditionen künftiger Käufe beeinflussen. Ukrainischen Anbietern bietet die Nähe zur EU einen wichtigen Absatzkanal, wenn die Inlandsnachfrage die Produktion nicht aufnehmen kann.

Exporte sinken trotz höherer Produktion

Die ukrainischen Exporte von Magermilchpulver lagen im ersten Halbjahr 2026 unter dem Niveau des entsprechenden Zeitraums 2025. Ukrainische Branchenexperten führen den Rückgang der Ausfuhrmengen auf eine steigende Produktion bei gleichzeitig schwächerer Inlandsnachfrage zurück, die durch hohe Produktionskosten belastet wird. Dadurch könnte sich ein Teil des hergestellten Milchpulvers in den Lagern der Unternehmen ansammeln.

Das ergibt ein gemischtes Marktbild. In der Ukraine steht mehr Ware zur Verfügung, doch die gesamten Auslandslieferungen haben das Vorjahresniveau nicht erreicht. Steigende europäische Preise verschaffen den Exporteuren Entlastung, während das nahezu ausgeschöpfte zollfreie Kontingent und das Lizenzsystem den weiteren Zugang zum EU-Markt begrenzen könnten. Polens Anteil im Juni signalisiert daher eine starke Nachfrage eines benachbarten Käufers, kehrt den allgemeinen Exportrückgang im ersten Halbjahr aber nicht um. Produzenten und Händler werden beobachten, ob die EU-Preise hoch genug bleiben, um Lagerbestände abzubauen, und ob weitere Verkäufe unter den geltenden Handelsregelungen möglich sind.

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