Malaysias Chili-Bauern: Importe aus China und Vietnam treffen 4.000 Betriebe
Rund 300 Tonnen roter Chili aus China und Vietnam werden laut Utusan Malaysia unkontrolliert im Land verkauft und treffen die Existenz von mehr als 4.000 malaysischen Bauern, deren Einkommen um bis zu 26 Prozent gesunken ist. Importware erreicht den Großhandel für 3 bis 4 Ringgit je Kilogramm, heimische Erzeuger erhalten nur 2 bis 2,50 Ringgit. Bauernvertreter fordern Importkontrollen und eine strengere Preisaufsicht.
Chili-Erzeuger in Malaysia erklären, der anhaltende Zustrom von importiertem rotem Chili aus China und Vietnam halte die Erzeugerpreise unter den Produktionskosten und habe die Einkommen um bis zu 26 Prozent gedrückt. Utusan Malaysia berichtet, rund 300 Tonnen importierter roter Chili würden ohne Kontrollen auf dem Binnenmarkt verkauft und träfen die Existenzgrundlage von mehr als 4.000 heimischen Bauern. Nach Angaben von Branchenvertretern zieht sich der Konflikt bereits über mehr als ein Jahrzehnt.
Mengen, Kartelle und ein Jahrzehnt Überangebot
Dr. Ab. Razak Khasbullah, Vorsitzender der Bauernorganisation des Bundesstaates Selangor (Pertubuhan Peladang Negeri Selangor), sagte Utusan Malaysia, täglich kämen rund 20 Container mit importiertem rotem Chili ins Land, jeder mit 16 Tonnen Ladung. Am Handel seien etwa 50 miteinander konkurrierende Kartelle beteiligt, was den heimischen Markt störe. Utusan Malaysia nennt keinen Zeitraum für die Angabe von 300 Tonnen; diese Zahl steht getrennt von der Schätzung der täglichen Containerzahl.
Laut Ab. Razak hält das Überangebot seit mehr als 10 Jahren an, zehrt an den Einkommen der Betriebe und an der ländlichen Wertschöpfungskette und macht die Erzeugerpreise unberechenbar. Heimische Betriebe könnten kaum mithalten, weil ihre eigenen Kosten weiter stiegen: Saatgut, Dünger, Pflanzenschutzmittel und Arbeitskräfte seien teurer geworden.
Die Zahlen auf Betriebsebene
Der 41-jährige Chili-Anbauer Zainudin Misrom sagte Utusan Malaysia, sein Einkommen sei wegen der Schwemme an Importware im Schnitt um 26 Prozent gefallen. Er beziffert den Nettogewinn auf 8.800 Ringgit in fünf Monaten, im Schnitt rund 1.760 Ringgit im Monat. Am stärksten spürbar war der Druck Anfang dieses Jahres: Importierter Chili ging für etwa 3 bis 4 Ringgit je Kilogramm an den Großhandel, während heimische Bauern nur 2 bis 2,50 Ringgit je Kilogramm erhielten.
- Rund 300 Tonnen roter Chili aus China und Vietnam, ohne Kontrollen verkauft
- Mehr als 4.000 heimische Bauern betroffen, Einkommen um bis zu 26 Prozent gesunken
- Nettogewinn von rund 1.760 Ringgit im Monat beziehungsweise 8.800 Ringgit in fünf Monaten
- Importchili für 3 bis 4 Ringgit je Kilogramm im Großhandel gegenüber 2 bis 2,50 Ringgit ab Hof
Zainudin verwies darauf, dass die Produktionskosten hoch geblieben sind, während die Preise ab Hof weiter nachgeben. Für jeden Anzuchtbeutel gäben die Betriebe rund 5 Ringgit aus, der daraus erzielte Ertrag falle im Verhältnis zu diesem Aufwand gering aus.
Druck auf Importkontrollen
Ab. Razak forderte die Regierung zu drastischen Schritten auf, um den übermäßigen Zustrom importierter Agrarerzeugnisse zu begrenzen, und verlangte zugleich stärkere Preiskontrollmechanismen und eine engere Überwachung der Lieferketten, damit Bauern fairere Preise erhalten und nicht unter den Produktionskosten verkaufen müssen. Die Behörden müssten sicherstellen, dass Importe die heimische Erzeugung nicht untergraben; ohne Absatzgarantie würden Betriebe den Anbau aufgeben.
Seine zentrale Warnung betrifft die Abhängigkeit. Sinke die heimische Produktivität weiter, werde Malaysia zunehmend auf Importe angewiesen sein, und Exporteure könnten die Preisbildung monopolisieren; die Preise könnten deutlich steigen und sich staatlicher Kontrolle entziehen. "Wenn Bauern weiter Verluste machen, wer pflanzt dann künftig Chili für den Bedarf des Landes?", sagte er und ergänzte, wirksamere Kontrollen seien für den Fortbestand der heimischen Chili-Branche und für die langfristige Ernährungssicherheit nötig.