Kaffee erholt sich vom Dreimonatstief, USA und China verlängern Busan-Waffenstillstand
Am 23. September haben sich die Kaffeenotierungen vom Dreimonatstief erholt: Robusta zur Lieferung im November 2026 stieg in London um 57 US-Dollar auf 3.317 US-Dollar je Tonne, Arabica in New York um 3,6 Cent auf 275,90 US-Cent je Pfund. Die zertifizierten Arabica-Bestände liegen mit 254.480 Sack weiter nahe einem 27-Jahres-Tief. Am selben Tag kündigte US-Finanzminister Scott Bessent die Verlängerung des Busan-Waffenstillstands bis zum 10. Januar an.
Fonds decken Shorts nach drei Wochen Ausverkauf ein
Die Kaffeenotierungen haben sich am Mittwoch, dem 23. September, vom Dreimonatstief erholt und deutlich fester geschlossen. Technische Käufe stützten den Markt, nachdem ein dreiwöchiger Ausverkauf die Preise tief in den überverkauften Bereich gedrückt und Fonds veranlasst hatte, Short-Positionen zurückzukaufen, berichtet Reuters.
Robusta an der ICE Futures Europe in London schloss höher: Der Kontrakt November 2026 legte um 57 US-Dollar auf 3.317 US-Dollar je Tonne zu, Januar 2027 um 41 US-Dollar auf 3.290 US-Dollar je Tonne, bei hohem Volumen. Auch Arabica an der ICE Futures US in New York drehte ins Plus: Dezember 2026 stieg um 3,6 Cent auf 275,90 US-Cent je Pfund, März 2027 um 3,45 Cent auf 268,15 US-Cent je Pfund, bei mittlerem bis hohem Volumen. Wie Bao The gioi va Viet Nam berichtet, konzentrierte sich der Handel auf die nahen Fälligkeiten, ein Zeichen dafür, dass Gelder von Investmentfonds an den Markt zurückkehren.
Zertifizierte Bestände nahe 27-Jahres-Tief
Zum 23. September beliefen sich die börsenzertifizierten Arabica-Bestände auf 254.480 Sack, nach dem 27-Jahres-Tief von 217.646 Sack eine Woche zuvor, aber weit unter den 643.341 Sack des Vorjahres. Nur rund 18.000 Sack warten auf Klassifizierung und Zertifizierung. Zuvor waren die Preise auf ein Dreimonatstief gefallen, weil günstige Ernteaussichten in Brasilien und Vietnam den Markt unter Druck hielten. Der finnische Wetterdienst Vaisala erklärte, die bevorstehenden Regenfälle würden die Bodenfeuchte verbessern und die Blüte fördern, auch wenn der Norden des brasilianischen Kaffeegürtels trocken bleibt; die Kirschenentwicklung in Vietnam, dem weltgrößten Robusta-Produzenten, dürfte günstig verlaufen. Die Hauptblüte in Brasilien hat noch nicht begonnen, verlässliche Prognosen sind daher verfrüht, und die Trockenheit in Mittelamerika sorgt zusätzlich für Sorgen. Für die Saison 2026-2027 werden eine Erholung der Produktion und ein großer Überschuss erwartet, der die globalen Bestände wieder auffüllt; größtes Risiko bleibt ein starker El Nino.
Busan-Waffenstillstand bis zum 10. Januar verlängert
Am 23. September erklärte US-Finanzminister Scott Bessent, die Vereinigten Staaten und China hätten sich darauf verständigt, den Ende vergangenen Jahres im südkoreanischen Busan erzielten Handelswaffenstillstand zu verlängern. Gegenüber Fox News sagte er, das Busan-Abkommen, das am 10. November auslaufen sollte, werde bis zum 10. Januar kommenden Jahres verlängert, damit beide Seiten mehr Zeit für die nächsten wirtschaftlichen Schritte hätten. Ende Oktober vergangenen Jahres hatten sich beide Länder nach Monaten von Vergeltungsmaßnahmen darauf geeinigt, die Zölle auf Waren des jeweils anderen zu senken und weitere Handelsbarrieren abzubauen; seither vermeidet Washington weitgehend Schritte, die den bilateralen Handel belasten könnten.
Pfefferexporte steigen, Reispreise stabil
Der Inlandspreis für Kaffee in Vietnam stieg um 1.000 Dong auf 92.000 Dong je Kilogramm. Von Bao The gioi va Viet Nam zitierte Analysten erwarten kurzfristig 90.000 bis 92.000 Dong je Kilogramm: Das globale Robusta-Angebot bleibt knapp, die Nachfrage in der EU und Nordamerika hat nicht nachgelassen.
Der Pfefferhandel verlief ruhig: Dak Lak 138.000 Dong je Kilogramm, Dak Nong 140.000 Dong nach einem Rückgang um 500 Dong, Ba Ria-Vung Tau, Dong Nai und Binh Phuoc je 136.000 Dong. Vorläufigen Daten des Pfeffer- und Gewürzverbands VPSA zufolge exportierte Vietnam in den ersten 15 Septembertagen 2026 insgesamt 10.915 Tonnen Pfeffer im Wert von 70,0 Millionen US-Dollar, mengenmäßig 3,8% mehr als die 10.514 Tonnen im gleichen Zeitraum des August. Auf Asien entfielen 5.741 Tonnen oder 52,6%; die Lieferungen nach China stiegen um 34,1% auf 2.125 Tonnen, jene in die Vereinigten Arabischen Emirate fielen um 42,1% auf 570 Tonnen. Amerika legte um 44,2% auf 3.111 Tonnen zu, die USA um 62,4% auf 2.905 Tonnen oder 26,6% der Gesamtausfuhren; Europa verlor 26,3% auf 1.594 Tonnen, Afrika 13,8% auf 469 Tonnen.
Die Reis-Exportpreise blieben laut dem Lebensmittelverband VFA nahezu unverändert: vietnamesischer weißer Reis mit 5% Bruch bei 423 bis 427 US-Dollar je Tonne, Jasminreis bei 526 bis 530 US-Dollar, Duftreis mit 5% Bruch bei 440 bis 445 US-Dollar. Thailändischer Reis derselben Qualität bleibt mit 477 bis 481 US-Dollar der teuerste unter den führenden Exporteuren, vor Pakistan mit 419 bis 423 US-Dollar, indischem Weißreis mit 375 bis 379 US-Dollar und indischem Parboiled-Reis mit 377 bis 381 US-Dollar. Die FAO hob in ihrem Augustbericht die Prognose für Myanmar an und verwies auf sehr gute Erträge der Haupternte in Sri Lanka, was leichte Abwärtskorrekturen für China und die Philippinen sowie eine größere für die USA ausglich, wo die Anbaufläche auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten fiel. Die Weltreisproduktion 2026-2027 wird nun auf 553,1 Millionen Tonnen geschliffenen Reis geschätzt, 1,9% unter der revidierten Vorjahresschätzung, der Verbrauch auf 559 Millionen Tonnen, ein Plus von 0,5%.