Hitze und Dürre senken Panamas Milchproduktion auf 162 Millionen Liter
Panama erzeugte bis Juni 162 Millionen Liter Milch, nach 165 Millionen Litern im Vorjahreszeitraum. Hitze und Dürre beeinträchtigten Weiden und Wasserversorgung, während importierter Mozzarella und höhere Betriebsmittelkosten die Milchviehbetriebe zusätzlich belasteten.
Milchangebot sinkt um 3 Millionen Liter
Panamas nationale Milchproduktion erreichte bis Juni 162 Millionen Liter, nach 165 Millionen Litern im gleichen Vorjahreszeitraum, berichtete Infobae. Der Rückgang um 3 Millionen Liter entspricht etwa 1,8% im Jahresvergleich und zeigt, wie ungünstige Wetterbedingungen und anhaltende Branchenprobleme die Milchviehbetriebe belasten.
Die Gesamtmenge setzte sich aus 87 Millionen Litern Milch der Güteklasse A, 9 Millionen Litern der Klasse B und 66 Millionen Litern der Klasse C zusammen. Rund 2.732 Erzeuger lieferten dieses Volumen. Auf Klasse A entfiel mehr als die Hälfte der nationalen Produktion, während Klasse C einen weiteren großen Anteil am Rohmilchangebot für die Verarbeiter stellte.
Hitze und Dürre belasten führende Milchregionen
Die Agrarbehörden führten den Rückgang im ersten Halbjahr auf hohe Temperaturen und Dürreperioden in wichtigen Provinzen wie Chiriquí und Los Santos zurück. Dadurch standen weniger Weideland und Wasser zur Verfügung, was die Fütterung der Tiere und die Produktivität der Betriebe unmittelbar beeinträchtigte. Chiriquí bleibt laut dem Bericht Panamas wichtigste Milchprovinz und erzeugt mehr als 70% der nationalen Menge.
Infobae berichtete zugleich, dass Coclé, Veraguas und Los Santos auf Chiriquí folgen und diese Regionen zusammen fast 50% der Gesamtmenge beisteuern. Diese Angabe ist mit einem Anteil Chiriquís von mehr als 70% nicht vereinbar; die Quelle löst den Widerspruch nicht auf. Die Konzentration zeigt dennoch, dass das Wetter in wenigen Provinzen Panamas gesamtes Milchangebot erheblich beeinflussen kann.
Stärkerer Einbruch bei verarbeiteten Milchprodukten
Am deutlichsten sank die Produktion von Kondensmilch, gezuckerter Kondensmilch und Milchpulver. In den ersten beiden Monaten des Jahres wurden in diesen Kategorien 1,7 Millionen Kilogramm hergestellt, gegenüber 3 Millionen Kilogramm im Jahr 2025. Die Quelle bezifferte den kumulierten Rückgang auf 40,9%. Die Produktion von Frischkäse, darunter gemahlene und gepresste Sorten sowie Mozzarella, blieb im Jahresverlauf stabil. Importware, insbesondere aus den Vereinigten Staaten, verdrängte jedoch einen Teil des heimischen Mozzarellas.
Steigende Betriebsmittelkosten und der Wettbewerb durch Importe bleiben weitere Belastungen für einheimische Erzeuger. Nach Angaben des panamaischen Verbands der Lebensmittelhändler und -vertriebe Acovipa treibt das Land technische Modernisierungen und den Ausbau von Fachwissen in der Milchwirtschaft voran. Landwirtschaftsminister Roberto Linares erklärte, die Behörden entwickelten gemeinsam mit den Erzeugern Maßnahmen, um die erwarteten Auswirkungen von El Niño zu begrenzen und die heimische Lebensmittelversorgung zu schützen. Das Ministerium hält eine Erholung der Milchproduktion im zweiten Halbjahr 2026 für möglich, sofern das Wetter weniger streng ausfällt und Investitionen in die ländliche Infrastruktur vorankommen. Panama verhandelt außerdem mit Nachbarländern über Exportkanäle und eine breitere Aufstellung der Absatzmärkte für Milch und Milchprodukte; mögliche Zielländer und Handelsmengen wurden nicht genannt.
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