Griechische Molkereigenossenschaften investieren trotz Milchkrise
Ein schrumpfender Tierbestand und steigende Produktionskosten verknappen Griechenlands Rohmilch. Drei Genossenschaften in Kalavryta, Volos und auf Naxos investieren in die Erzeugung – ein Signal für den Druck auf die gesamte Milchbranche.
Griechische Milchwirtschaft mit knapperem Rohstoff
Griechenlands Milchsektor tritt in eine schwierigere Phase ein: Ein schrumpfender Tierbestand und höhere Produktionskosten verknappen das Angebot an Rohmilch. Laut einem Bericht der Journalistin Xanthi Gounari schafft der durch Tierseuchen verursachte Rückgang der Tierzahlen zusammen mit steigenden Kosten entlang der Produktionskette ein zunehmend anspruchsvolles Umfeld für die griechischen Milcherzeuger.
Der Druck reicht weit über den Hof hinaus. Milch ist der Rohstoff für Griechenlands Käse- und Molkereiindustrie, einschließlich des Aushängeschilds Feta, sodass jede Verknappung bei der Erfassung sich über die Verarbeiter fortsetzt und letztlich in den Exportpreisen niederschlägt. Für ein Land, dessen Milchprodukte in die EU und darüber hinaus gehen, ist eine heimische Angebotsknappheit für ausländische Käufer ebenso von Belang wie für die Bauern vor Ort.
Seuchen und steigende Kosten verkleinern den Bestand
Zwei Kräfte treiben die Verknappung. Die erste sind Tierseuchen. Ausbrüche haben die Zahl der Tiere in der Produktion verringert, und weniger Tiere bedeuten weniger Milch an den Sammelstellen und in den Werken. Durch Seuchen verlorene Bestände lassen sich nicht über Nacht ersetzen, weshalb die Wirkung auf die Mengen noch lange nach dem Eindämmen eines Ausbruchs anhält.
Die zweite Kraft sind die Kosten. Futter, Energie und andere Betriebsmittel haben jeden Liter teurer gemacht, drücken die Margen der Betriebe und dämpfen die Bereitschaft zur Ausweitung. Beide Belastungen verstärken sich gegenseitig: Bei dünnen Margen bauen die Bauern ihre Bestände nur zögerlich wieder auf, und die Erholung der Milchmengen bleibt zurück. Für Genossenschaften, die auf eine stetige Anlieferung angewiesen sind, bedeutet das ein weniger planbares Angebot und einen schärferen Wettbewerb um die verbleibende Milch.
Drei Genossenschaften investieren in die Erzeugung
Vor diesem Hintergrund werden drei Genossenschaften als Vorbilder dafür hervorgehoben, wie die Branche reagieren kann. Sie liegen in Kalavryta, Volos und auf Naxos und investieren dem Bericht von Gounari zufolge, um ihre Milcherzeugung zu schützen und zu sichern, statt sie zurückzufahren.
- Kalavryta, im nördlichen Peloponnes
- Volos, an der Küste Mittelgriechenlands
- Naxos, auf den Kykladen in der Ägäis
Ihre geografische Streuung – Festland wie Inseln – unterstreicht, dass die Milchknappheit ein nationales und kein lokales Problem ist. Sie zeigt zugleich, dass die stärkeren Akteure der Branche auf Investition statt Rückzug setzen und darauf wetten, dass die Sicherung des Angebots heute sich auszahlt, sobald der Seuchendruck nachlässt.
Was die Knappheit für den Handel bedeutet
Für Importeure und Exporteure lohnt der Blick nach Griechenland. Ein knapperer heimischer Milchpool hebt die Kostenbasis für griechischen Käse und Molkereiwaren, und höhere Vorleistungskosten schlagen meist auf die Preise durch, die Käufer im Ausland zahlen. Verarbeiter mit zu wenig heimischer Milch könnten zudem auf importierte Milch und Molkereivorprodukte zurückgreifen, um die Lücke zu füllen, was die Handelsströme in der Region verschiebt.
Nichts davon löst sich schnell. Den Bestand wieder aufzubauen und Seuchen einzudämmen braucht Zeit, weshalb Käufer kurzfristig mit festeren Preisen für griechische Molkereiprodukte planen sollten. Die Investitionen der Genossenschaften sind ein Versuch, die heimische Erzeugung am Laufen zu halten, signalisieren aber zugleich, dass die marktnächsten Akteure mit anhaltendem Druck rechnen.