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Globale Milchproduktpreise steigen bei langsamerem Angebotswachstum

Die weltweiten Preise für Milchprodukte erholen sich nach dem starken Rückgang seit der zweiten Hälfte 2025. Credit Agricole sieht einen möglichen Wendepunkt, da das Angebotswachstum nachlässt und die Exporte im ersten Halbjahr 2026 um 8 % gestiegen sind.

Globale Milchproduktpreise steigen bei langsamerem Angebotswachstum

Preise erholen sich, bleiben aber unter Vorjahr

Die weltweiten Preise für Milchprodukte erholen sich nach den starken Rückgängen seit der zweiten Hälfte 2025, berichtet farmer.pl unter Berufung auf eine Analyse von Credit Agricole. In der Europäischen Union legten zuletzt vor allem die Preise für Milchpulver, Butter und Molke zu. Der Käsemarkt bleibt uneinheitlicher, wobei die Entwicklung je nach Produkt variiert.

Die jüngste Erholung hat den vorherigen Einbruch nicht ausgeglichen. Butter ist noch immer rund 38 % günstiger als vor einem Jahr, Vollmilchpulver etwa 10 %. Käse kostet je nach Sorte 15–28 % weniger. Proteinreiche Erzeugnisse bilden die Ausnahme: Molke ist im Jahresvergleich rund 52 % teurer, Magermilchpulver 29 %. Milcheiweiß erzielt damit weiterhin einen Aufschlag gegenüber Milchfett.

Auch auf der Handelsplattform Global Dairy Trade steigen die Preise. In Polen ist der Erzeugerpreis für Rohmilch jedoch stärker gefallen als im EU-Durchschnitt und liegt nun leicht unter dem Durchschnitt der Union. Credit Agricole zufolge verbessert dies die Wettbewerbsfähigkeit polnischer Milchproduktexporte.

Angebotswachstum dürfte an Tempo verlieren

Die Milchanlieferungen in den fünf größten Exportregionen stiegen von Januar bis Juni 2026 um 3,7 % gegenüber dem Vorjahr. Den größten Beitrag leistete die EU mit einem Plus von 4 %, während das US-Angebot um 2,7 % wuchs. Auch Neuseeland und Argentinien verzeichneten eine starke Produktion.

Credit Agricole erkennt dennoch zunehmend Anzeichen für ein schwächeres Produktionswachstum. In der EU belasteten Hitze, eine geringere Futterverfügbarkeit und die sinkende Rentabilität der Betriebe die Milcherzeugung, insbesondere in Westeuropa. Die US-Produktion wächst weiter, doch der Spielraum für zusätzliche Leistungssteigerungen ist begrenzt. Zudem dürfte die hohe Vergleichsbasis aus der zweiten Hälfte 2025 das Wachstum in den kommenden Monaten bremsen.

Die Bank erwartet deshalb in der zweiten Hälfte 2026 eine deutliche Verlangsamung des Anlieferungswachstums bei den führenden Milchexporteuren. Dies würde den Druck durch das steigende Angebot verringern. Die Aussichten bleiben jedoch von Wetter, Futterverfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit abhängig.

Exportnachfrage stützt den Markt

Die Nachfrageindikatoren haben sich deutlicher verbessert. Gemessen im Milchäquivalent stiegen die Milchproduktexporte der führenden Anbieter im ersten Halbjahr 2026 um 8 % gegenüber dem Vorjahr. Relativ niedrige Preise förderten die Käufe, wobei die Verkäufe nach Indonesien, Mexiko, Saudi-Arabien und auf die Philippinen besonders kräftig zunahmen. Die Nachfrage aus China blieb dagegen schwach.

Laut Credit Agricole zeigen die bisherigen Daten nur begrenzte Auswirkungen der Blockade der Straße von Hormus auf den weltweiten Milchhandel. Die Energiepreise bleiben ein Risiko, da sie Verarbeitung, Transport und landwirtschaftliche Betriebsmittel verteuern können. Als wichtigste Unsicherheiten nennt die Bank das Agrarwetter, das Tempo der Nachfrageerholung – insbesondere in Asien – sowie geopolitische Entwicklungen mit Folgen für Energie- und Futterpreise.

Die Verbindung aus langsamerem Angebotswachstum und stärkerer Exportnachfrage könnte den Beginn einer Aufwärtsphase des globalen Milchmarktzyklus markieren. Für Polen prognostiziert Credit Agricole einen Erzeugerpreis von rund 205 Zloty je Hektoliter Ende 2026 und rund 230 Zloty je Hektoliter Ende 2027. Ob die Erholung anhält, hängt davon ab, ob sich das Angebot in der zweiten Jahreshälfte tatsächlich abschwächt und die Auslandsnachfrage ihr Tempo hält.

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