Fischpreise in Russland steigen: Lachs und Forelle bis zu 15% teurer
Die Preise der meisten beliebten Fischarten in Russland lagen Ende Sommer 2026 um 5–15% über dem Vorjahr. Lachs und Forelle verteuerten sich am stärksten, während Hering, Makrele und einige Süßwasserfische stabiler blieben.
Lachsartige führen den Jahresanstieg an
Die Preise der meisten beliebten Fischarten in Russland lagen Ende Sommer 2026 über dem Vorjahresniveau. Besonders kräftig verteuerten sich Lachsartige. Nach Einschätzung von Irina Karapetowa, Dozentin an der Finanzuniversität bei der Regierung der Russischen Föderation, stiegen die wichtigsten Kategorien des Fischmarktes binnen Jahresfrist um 5–15%, berichtete Sfera.fm unter Berufung auf ihre Angaben gegenüber RIAMO.
Lachs und Forelle verteuerten sich um etwa 10–15% und verzeichneten damit den stärksten Anstieg der untersuchten Arten. Karapetowa führte die Entwicklung auf höhere Ausgaben der Aquakulturbetriebe für Futtermittel, Energie und Wartung sowie auf die Lage beim Wildfang und die anhaltende Lachsnachfrage zurück. Damit geraten sowohl die Produktionskosten von Zuchtfisch als auch das Angebot hochwertiger Wildfische unter Druck.
Weißfisch wird teurer, günstigere Arten bleiben stabiler
Die Preise für Weißfisch, darunter Kabeljau, Schellfisch und Alaska-Seelachs, stiegen im Jahresvergleich durchschnittlich um 7–10%. Höhere Logistikkosten und Beschränkungen des kommerziellen Fischfangs belasten dieses Segment und können das Angebot verringern. Für Verarbeiter verteuern sich damit nicht nur Premiumprodukte, sondern auch breit eingesetzte Rohwaren für Tiefkühlfisch, Filets und weitere verarbeitete Erzeugnisse.
Hering und Makrele legten moderater um etwa 5–8% zu. Süßwasserarten wie Karpfen, Karausche und Hecht verteuerten sich um rund 3–7% oder blieben auf dem Niveau des Vorjahres. Der Preisdruck ist somit ungleich verteilt: Vergleichsweise reichlich verfügbare und günstigere Arten bieten Einkäufern einen gewissen Schutz vor der stärkeren Inflation bei Lachs und Forelle.
Saisonales Angebot wird zum Sommerende knapper
Auch seit Beginn des Jahres 2026 verlief die Entwicklung je nach Art unterschiedlich. Lachsartige und Kabeljau verteuerten sich im Sommer um weitere rund 3–7%. Die Preise für Hering, Makrele und einige Süßwasserfische könnten sich dagegen stabilisiert haben oder wegen des saisonal höheren Angebots um 1–3% gesunken sein. Jahresinflation und kurzfristige Sommerbewegungen folgen damit in den einzelnen Segmenten unterschiedlichen Mustern.
Zum Sommerende stützen saisonale Faktoren die Preise. Die Bestände an frischem Wildfisch aus dem Frühjahr und Frühsommer gehen allmählich zurück, während die neuen Fangsaisons noch nicht ihre vollen Mengen erreicht haben. Futtermittel, Energie und Transporte erhöhen die Kosten zusätzlich. Bei Importfisch kommen Wechselkurse und internationale Frachtkosten hinzu. So entsteht ein Markt mit zwei Geschwindigkeiten: Beliebte höherpreisige Arten verzeichnen die stärksten Zuwächse, während günstigere Fische mit relativ gutem Angebot stabiler bleiben. Verarbeiter und Händler müssen steigende Beschaffungskosten daher je nach Art steuern. Verbraucher könnten verstärkt zu Hering, Makrele oder Süßwasserfisch greifen, falls der Preisabstand zu Lachsartigen weiter wächst.