EU-Eierimporte steigen um 90,8 Prozent, Preis erreicht 241,19 € je 100 Kilogramm
Die EU importierte von Januar bis Mai 2026 insgesamt 120.496 Tonnen Eier und Eiprodukte in Ei-Äquivalenten, 90,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Durchschnittspreis lag bei 241,19 € je 100 Kilogramm, während Spanien drittgrößter Erzeuger der Union blieb.
Importe verdoppeln sich nahezu
Die Europäische Union importierte von Januar bis Mai 2026 insgesamt 120.496 Tonnen Eier und Eiprodukte in Ei-Äquivalenten. Das waren 90,8 Prozent mehr als die 63.159 Tonnen im Vorjahreszeitraum. Die Zahlen stammen aus der jüngsten, am 9. September 2026 aktualisierten Marktübersicht der Europäischen Kommission, über die AgroNews Castilla y León berichtete.
Der Anstieg setzt eine bereits in den Jahresdaten erkennbare Entwicklung fort. Die Bezüge aus Nicht-EU-Staaten erhöhten sich von 122.000 Tonnen im Jahr 2024 auf 189.000 Tonnen im Jahr 2025. Die Ukraine blieb mit 60.282 Tonnen in den ersten fünf Monaten 2026 wichtigster externer Lieferant, ein Plus von 26,8 Prozent. Am stärksten expandierte die Türkei: Ihre Lieferungen stiegen von 991 auf 32.053 Tonnen beziehungsweise um 3.133,1 Prozent. China erhöhte seine Lieferungen um 635,9 Prozent auf 6.044 Tonnen.
Preise erholen sich vom Sommertief
Der durchschnittliche EU-Preis für Eier der Kategorie A erreichte in Kalenderwoche 36 des Jahres 2026 241,19 € je 100 Kilogramm. Er stieg innerhalb einer Woche um 1,4 Prozent und innerhalb eines Monats um 3,4 Prozent, lag aber weiterhin 6,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Anfang 2026 notierten Eier nahe 290 € je 100 Kilogramm, im Frühjahr über 300 € und nach einem schrittweisen Rückgang im Sommer bei rund 230 €, bevor die Erholung einsetzte.
EU-Eier bleiben erheblich teurer als in mehreren wichtigen internationalen Märkten. Nach dem Vergleich der Kommission lag der EU-Preis mehr als doppelt so hoch wie in den USA und fast dreimal so hoch wie in Indien. Die EU-Referenz ist ein gewichteter Durchschnitt der von den Mitgliedstaaten gemeldeten Preise für große und mittlere Eier. Die US-Daten stammen vom USDA, die Angaben für Brasilien und Indien aus den jeweiligen nationalen Märkten.
Exporte wachsen deutlich langsamer
Die Eierexporte der EU stiegen von Januar bis Mai 2026 um 4,5 Prozent auf 177.011 Tonnen, nach 169.339 Tonnen im Vorjahreszeitraum. Die jährlichen Ausfuhren waren 2024 und 2025 mit jeweils rund 361.000 Tonnen nahezu stabil geblieben. Die Schweiz wurde mit 62.723 Tonnen zum größten Abnehmer. Die Lieferungen in das Vereinigte Königreich sanken auf 54.488 Tonnen, während Japan seine Käufe um 12,4 Prozent auf 21.905 Tonnen verringerte.
Die unterschiedlichen Wachstumsraten von Ein- und Ausfuhren zeigen, wie schnell sich die Bezugsquellen des europäischen Marktes verändern. Die Importe nahmen binnen fünf Monaten im Jahresvergleich um 57.337 Tonnen zu, die Exporte dagegen nur um 7.672 Tonnen. Die Ukraine und die Türkei lieferten zusammen 92.335 Tonnen und damit mehr als drei Viertel der gemeldeten EU-Importe.
Spanien bleibt ein bedeutender Erzeuger
Spanien erzeugte 2024 insgesamt 962.000 Tonnen Eier und damit etwa 14 Prozent der EU-Produktion. Das Land belegte hinter Frankreich und Deutschland Rang drei. Die gesamte EU-Erzeugung einschließlich Konsum- und Bruteiern erreichte 6,664 Millionen Tonnen. Spanien lag nur 46.000 Tonnen hinter dem führenden Frankreich.
Spanien meldet Kapazitäten für 47.223.460 Legehennen, entsprechend 11,8 Prozent des EU-Bestands und Rang vier hinter Frankreich, Deutschland und Polen. Die maximale gemeldete EU-Kapazität betrug 2025 insgesamt 401,1 Millionen Hennen. Davon wurden 258 Millionen beziehungsweise 64,3 Prozent außerhalb ausgestalteter Käfige gehalten. Bodenhaltung dominiert mittlerweile in der EU; Bio- und Freilandeier erzielen höhere Preise als Eier aus Boden- und Käfighaltung.