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EU-Eierimporte steigen um 82,2 % und erhöhen bei sinkenden Preisen den Wettbewerbsdruck

Die EU-Importe von Eiern und Eiprodukten stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 82,2 %, während der Durchschnittspreis für Eier der Klasse A in Woche 40 um 8,2 % unter dem Vorjahresniveau lag. Spanien blieb mit einer Referenzproduktion von 962.000 Tonnen im Jahr 2024 der drittgrößte Erzeuger der EU.

EU-Eierimporte steigen um 82,2 % und erhöhen bei sinkenden Preisen den Wettbewerbsdruck

Importe legen zu, während die Eierpreise nachgeben

Die Europäische Union hat ihre Einfuhren von Eiern und Eiprodukten aus Drittländern im ersten Halbjahr 2026 stark erhöht. Das zusätzliche Angebot verschärft den Wettbewerb in einem Markt, dessen Preise historisch hoch bleiben, aber unter dem Niveau des Vorjahres liegen. AgroNews Castilla y León berichtete unter Berufung auf das Dashboard Eggs – Market Situation der Europäischen Kommission, dass die Importe von Januar bis Juni 144.300 Tonnen Ei-Äquivalent erreichten. Das waren 82,2 % mehr als die 79.207 Tonnen im gleichen Zeitraum 2025.

Der durchschnittliche EU-Preis für Eier der Klasse A an Packstellen lag in Woche 40 des Jahres 2026 bei 247,53 Euro je 100 Kilogramm, wie aus dem am 7. Oktober aktualisierten Bericht hervorgeht. Damit lag er 8,2 % unter dem Vorjahreswert. Nach einem Anstieg zu Jahresbeginn folgte von Mai bis August eine Korrektur, bevor sich die Preise wieder erholten. Trotz des Rückgangs gegenüber 2025 blieben die Notierungen über dem historischen Durchschnitt der Jahre 2021-2025.

Die Kommission stellt keinen direkten ursächlichen Zusammenhang zwischen den höheren Importen und dem Preisrückgang her. Für die EU-Erzeuger sind beide Entwicklungen dennoch relevant, weil das externe Angebot rasch zunimmt, während die Inlandspreise bereits unter das Niveau von 2025 gefallen sind.

Ukraine und Türkei treiben das Angebotswachstum

Die Ukraine blieb der größte Lieferant der EU außerhalb der Gemeinschaft. Im ersten Halbjahr 2026 lieferte sie 72.635 Tonnen, nach 58.669 Tonnen im Vorjahreszeitraum. Den stärksten prozentualen Zuwachs verzeichnete die Türkei: Ihre Lieferungen stiegen von 1.775 auf 37.390 Tonnen, ein Plus von 2.006,5 %. Die Einfuhren aus China nahmen um 596,6 % zu, blieben mengenmäßig aber hinter der Ukraine und der Türkei zurück.

Die EU-Ausfuhren entwickelten sich wesentlich langsamer. Von Januar bis Juni 2026 erreichten die Verkäufe an Drittländer 202.464 Tonnen Ei-Äquivalent, gegenüber 200.226 Tonnen im entsprechenden Zeitraum 2025. Das entsprach einem Plus von 1,1 %. Die Schweiz löste das Vereinigte Königreich als wichtigstes Zielland ab. Die Lieferungen nach Großbritannien gingen um 18,5 % zurück, jene nach Japan um 8,4 %.

Die EU erzielte im ersten Halbjahr weiterhin einen Außenhandelsüberschuss von 58.164 Tonnen. Die europäischen Eierpreise lagen zudem deutlich über den Referenznotierungen in Brasilien, den Vereinigten Staaten und Indien. Die Kommission warnte jedoch, dass unterschiedliche Märkte und Berechnungsmethoden keinen direkten Preisvergleich erlauben.

Spanien bleibt drittgrößter EU-Produzent

Spanien blieb hinter Frankreich und Deutschland der drittgrößte Eierproduzent der EU. Die Referenzproduktion belief sich 2024 auf 962.000 Tonnen und damit auf rund 14 % der gesamten EU-Erzeugung von 6,664 Millionen Tonnen einschließlich Konsum- und Bruteiern. Frankreich erzeugte etwas mehr als 1 Million Tonnen, Deutschland 970.000 Tonnen und damit nur 8.000 Tonnen mehr als Spanien.

Die gemeldete spanische Legehennen-Kapazität erreichte 2025 insgesamt 47.223.460 Plätze oder 11,8 % des EU-Gesamtwerts. Alternative Haltungssysteme stellten 40,2 % der spanischen Kapazität, sodass ausgestaltete Käfige weiterhin eine vergleichsweise große Rolle spielten. In Deutschland lag ihr Anteil bei lediglich 0,7 %, in Frankreich bei 31,1 %.

EU-weit belief sich die gemeldete Höchstkapazität auf 399,8 Millionen Legehennen. Davon entfielen 257,8 Millionen Plätze auf käfigfreie Systeme und 142 Millionen auf ausgestaltete Käfige. Steigende Importe, unterschiedliche nationale Produktionsmodelle und die weitere Umstellung auf käfigfreie Haltung werden die Kosten und Wettbewerbspositionen von Erzeugern, Verarbeitern und Käufern im europäischen Eiermarkt prägen.

Vollständige Marktanalyse

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